03.03.2017

Call for Papers südostasien Ausgabe 2/2017: Gewaltfreier Widerstand

Gewaltfreier Widerstand hatte und hat vielfältige Gesichter, Formen, Visionen, Utopien und diesen zugrunde liegende Vorstellungen von (Un)Gerechtigkeit. Wie begegnen Bewegungen in Südostasien dem emanzipatorischen Defizit in kapitalistischen Herrschaftssystemen, die sich mit Wettrüsten, Verschwendungskonsum und Propaganda legitimieren? Welche Formen der Kooptation (NGO-isierung, politische Ämter, Pinkwashing etc.) zeigen sich in den bestehenden Machtstrukturen?

Als in Myanmar (Birma) im Jahr 2007 hunderttausende Menschen gegen Preissteigerungen auf der Straße protestierten, waren es die Bilder von Mönchen mit umgedrehten Almosenschalen, die in den Mainstream-Medien um die Welt gingen. Die Bilder der sogenannten „Safran-Revolution“ erinnerten an den gewaltfreien Widerstand um Mahatma Gandhi im indischen Unabhängigkeitskampf, eines der berühmtesten Beispiele für gewaltfreie Aktionen. Gewaltfreier Widerstand hatte und hat vielfältige Gesichter, Formen, Visionen, Utopien und diesen zugrunde liegende Vorstellungen von (Un)Gerechtigkeit. Wie begegnen Bewegungen in Südostasien dem emanzipatorischen Defizit in kapitalistischen Herrschaftssystemen, die sich mit Wettrüsten, Verschwendungskonsum und Propaganda legitimieren? Und wie begegnen sie der Schwächung durch partikulare Unterdrückungsformen, die oft eine „Sektoralisierung“ des Widerstands entlang der Kategorien Klasse, Religion, Gender, race und Sexualität bewirkt? Welche Formen der Kooptation (NGO-isierung, politische Ämter, Pinkwashing etc.) zeigen sich in den bestehenden Machtstrukturen?

Im Vordergrund der Ausgabe steht weniger die abstrakt-wissenschaftliche Analyse von Bewegungen, als vielmehr der Widerstand dieser Bewegungen selbst, in Reportagen, in Erfahrungsberichten, in Interviews. Wir wollen uns auf die Suche machen nach den Akteur*innen des gewaltfreien Widerstands, nach jenen, die Sand ins Getriebe der bestehenden (neokolonialen) Herrschaftsverhältnisse streuen, durch das Verweigern von Zusammenarbeit oder durch gewaltfreien Protest/Interventionen. Wir wollen uns inspirieren lassen von alternativen Lebensentwürfen dieser Bewegungen und die Frage stellen, wie eine transnationale Solidaritätsarbeit aussehen kann - und auch, welche Rückschlüsse sich daraus auf eine Dekolonisierung des Denkens und Handelns im Zentrum (in Europa, in Deutschland) entwickeln lassen.

  • Welche Aktions- und Ausdrucksformen von gewaltfreiem Widerstand gibt es in südostasiatischen Ländern? (z.B. Mahnwachen, Schweigemärsche, Blockaden, Streiks, Besetzungen, Sabotage, Flugblätter, juristische Kämpfe, aber auch Musik, Straßentheater, alternative Medien, zeitgenössische Kunst und Literatur, Gründung von Kollektivbetrieben, Kommunen oder Alternativen Schulen).

  • Auf welche kulturellen / religiösen / politischen / historischen Vorbilder oder Vorstellungen von (Un)Gerechtigkeit beziehen sich Akteur*innen gewaltfreien Widerstands in Südostasien? Welche Symbole finden in direkten Aktionen Verwendung und wofür stehen sie? 

  • In welchem Kontext werden verschiedene Formen von Widerstand mobilisiert? Welche Konflikte / Kämpfe lösen (welche Form von) Widerstand aus? Welche Repressionen erfahren Bewegungen von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren?

  • Welche Organisationsformen haben die Bewegungen? Wo liegen Möglichkeiten und Grenzen transnationaler Vernetzung?

 

Formatangaben
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Rezensionen
Für unsere fortlaufende Rezensionssparte suchen wir zudem kurze Besprechungen von aktuellen Buch-. Film- und Musikveröffentlichungen aus und über Südostasien.

Redaktionsschluss ist der 15. April 2016.
Kontakt: soa-2.17[at]gmx.de