13.12.2016

PRESSEMITTEILUNG: Verbände fordern Stopp des Tiefseebergbaus!

Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), PowerShift, Brot für die Welt, Fair Oceans, MISEREOR, Stiftung Asienhaus, Forum Umwelt und Entwicklung fordern keinen Wettlauf um Rohstoffe auf Kosten von Umweltschutz und Menschenrechten

 

Berlin, 13.12.2016 Mit der heutigen internationalen Tiefseebergbaukonferenz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zeigt die Bundesregierung erneut ihr deutliches Interesse, eine Führungsrolle bei der Einführung des Tiefseebergbaus übernehmen zu wollen. Deutschland besitzt bereits Erkundungslizenzen für 85.000 km² Meeresboden im Zentralpazifik und dem Indischen Ozean. Umwelt- und Entwicklungsorganisationen äußern große Bedenken über die unkalkulierbaren Risiken des Tiefseebergbaus. Sie fordern den Stopp aller Vorhaben zum Abbau mineralischer Ressourcen in der Tiefsee und betonen stattdessen die Notwendigkeit alternativer Strategien zur Senkung des Rohstoffverbrauchs, zur Verbesserung des Meeressschutzes und der Menschenrechte der indigenen Völker.

„Es ist ein Wettlauf um die Meeresschätze im Gange, bei dem das  sorgsame Abwägen der  Risiken von Eingriffen in die Tiefsee für die Umwelt und den Menschen droht auf der Strecke zu bleiben“, erklärt Nadja Ziebarth, BUND-Meeresschutzreferentin. „Dem Wissen über die Ökologie der Tiefsee fehlen nach wie vor grundlegende Erkenntnisse, um die Auswirkungen des Tiefseebergbaus abschätzen zu können. Der Abbau von einzigartigen Habitaten führt zu gravierenden und irreparablen Schäden in der sensiblen Tiefsee.“

 “Der geplante Abbau von Rohstoffen in der Tiefsee schlägt einen vollkommen falschen Pfad ein und verletzt grundlegende Rechte der direkt betroffenen Menschen”, ergänzt Michael Reckordt, Koordinator des zivilgesellschaftlichen Netzwerks Arbeitskreis Rohstoffe. „Anstatt immer neue Rohstoffquellen zu erschließen, müssen wir den Rohstoffverbrauch absolut reduzieren. Die Regierung sollte sich daher stärker für geschlossene Rohstoffkreisläufe, intelligentes und nachhaltiges Produktdesign sowie menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für rohstoffnutzende Unternehmen einsetzen“, so Reckordt.

„Der pazifische Blick auf die Welt trennt nicht zwischen Land und Meer. Ozeanien wird als ein flüssiger Kontinent betrachtet“, sagt Francisco Marí, Referent für Agrarhandel und Fischerei bei Brot für die Welt.“ Den Tiefseebergbau mit all seinen unwägbaren Risiken lehnen unsere pazifischen Partner als unverantwortlich ab. Sie wollen nicht wie zu den Zeiten der Atombombenversuche zu einem Experimentierfeld werden. Wie sie, so fordern auch wir einen Stopp aller Vorhaben zum Tiefseebergbau.“

Pressekontakte:

Nadja Ziebarth, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Referentin Meeresschutz, 0174 319 1424, nadja.ziebarth(at)bund.net

Michael Reckordt, Koordination AK Rohstoffe, PowerShift - Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft e.V., Tel.: +49 (0) 30-42805479, Michael.Reckordt(at)power-shift.de

Francisco Marí, Referent für Agrarhandel und Fischerei bei Brot für die Welt, Tel: 49 (0)30 65211 1822, Mobil: +49 179 4621 783, Email: francisco.mari(at)brot-fuer-die-welt.de

Kai Kaschinski, Koordinator, fair oceans, Tel: +49 (0) 421-720 34.Mobil: +49 (0)152-295 170 04, Email: verein.intkom(at)gmx.de

Klaus Schilder, Referent Wirtschaft und Entwicklung / Asien / Entwicklungsfinanzierung, MISEREOR e. V., Tel: + 49 (0) 30 / 44 35 19 812,klaus.schilder(at)misereor.de   

Monika Schlicher, Stiftung Asienhaus, Tel.: +49-221-716121-11, Fax: +49-221-716121-10, monika.schlicher(at)asienhaus.de

Marie-Luise Abshagen, Referentin für nachhaltige Entwicklung, Forum Umwelt und Entwicklung, Tel: +49 (0) 30 678 1775 75, Email: abshagen(at)forumue.de