Dr. Poe Poe - Stipendiatin 2015-2016 (Klinische Tropenmedizin)

September 2016: Erfolgreicher Studienanschluß und jetzt Tätigkeit bei "Médicins sans Frontières"

Am 2. September 2016 war es soweit:  Frau Dr. Poe Poe erhielt ihren Master-Abschluss in klinischer Tropenmedizin an der Mahidol-Universität, Bangkok (Thailand).

Sehr erfolgreich hat sie unmittelbar danach eine Stelle gefunden: Sie arbeitet jetzt als Ärztin für MSF (Médecins Sans Frontières) im "Nukus Multi Drug Resistance Tuberculosis (MDRTB)" in Karakalpakstan.

Sie schreibt uns am 13.11.16:

"Als ich meinen beruflichen Laufgang im Mai 2008 bei MSF begann, hatte ich mir vorgenommen, nach Erreichen meines Master-Abschlusses wieder für MSF zu arbeiten. Ich bin wirklich stolz darauf, einer solchen guten humanitären Organisation zu dienen und bin glücklich, Menschen zu helfen und zu behandeln, die unter schwer heilbaren Krankheiten leiden, die zudem sozial stigmatisieren.

Ich möchte weiterhin für MSF arbeiten und dadurch Menschen helfen, die wirklich in Not sind. Ich will dazu beitragen, sie soweit wie möglich von ihrem Leiden, Hunger und Schmerzen zu befreien.

Mit besten Grüßen
Poe Poe".

 

Wir wünschen Frau Dr. Poe Poe viel Erfolg!

 

 

 

Erfolgreicher Abschluß des ersten Studienabschnitts

Dr. Poe Poe berichtet über den erfolgreichen Abschluss ihres ersten Studienabschnitts (26. Oktober 2015)

Über Dr. Poe Poe

Dr. Poe Poe - Stipendiatin 2015-16

Vorstellung als pdf-Datei in Deutsch und in Englisch

Über mich

Mein Name ist Poe Poe. Ich komme aus Taunggyi, im südlichen Teil des Shan Staats gelegen. Meine Eltern sind U Htun Myint und Daw Khin Win. Ich habe die Hochschulzugangsprüfung 2001 an der Basic Education Highschool No. 4 in Taunggyi bestanden.

Ich studierte an der University of Medicine in Magway (Zentralburma) Medizin. Ich absolvierte Praktika im Lashio General Hospital und im Taunggyi Sao San Htun Krankenhaus von Januar 2007 bis Dezember 2007. Mein Abschlusszeugnis erhielt ich im März 2008.

Visionen 

  • Notleidenden Menschen zu helfen, die in Gebieten leben, in denen es schwer ist,  Zugang zur Gesundheitsversorgung zu finden. Myanmar ist eines der Entwicklungsländer. Dort muss sich die Situation in wirtschaftlicher, bildungspolitischer und gesundheitlicher Hinsicht verbessern.
  • Und, obwohl wir mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, für das Leben der Armen zu kämpfen, denn es gibt immer einen Weg voran.
  • Ich möchte durch mein medizinisches Wissen nicht nur die Gesundheitsversorgung für die Menschen meines Landes fördern, sondern mich auch für kranke Menschen in der ganzen Welt einsetzen.
  • Ich möchte vor allem diejenigen stärker unterstützen, die aufgrund ihrer Infektionskrankheiten wie HIV, Tuberkulose und multiresistenter Tuberkulose (MDRTB) verlassen worden sind.
  • Ich habe mein Wissen mit Kollegen geteilt und werde dies auch weiterhin tun.

Medizinische Erfahrungen

Meine ersten Erfahrungen als Arzt machte ich im Mai 2008. Ich habe nach dem Nargis-Zyklon als freiwillige Notfallhelferin im Irrawaddy-Delta für Médecins Sans Frontières (MSF) – Holland gearbeitet – für jeweils einen Monat in Hygyi und Laputta. Die zwei Monate im Delta haben meine Augen weit geöffnet. Viele Menschen haben psychisch wie mental gelitten und der Sturm ließ viele Menschen traumatisiert zurück.

Dort habe ich verstanden, wie wertvoll ehrenamtliche Tätigkeit ist, um Menschen zu helfen, die unter Naturkatastrophen leiden. Meine Mitarbeit in dieser Notsituation hat mein Engagement gestärkt, armen und bedürftigen Menschen zu helfen. Freiwilligenarbeit für Bedürftige betrachte ich als eine hochherzige Arbeit. Daher beschloss ich, weiterhin mit MSF-Holland für die Menschen zu arbeiten, die wegen ihrer Krankheiten verlassen und diskriminiert werden. Ich bin sehr stolz darauf, Teil der harten Arbeit von MSF gewesen zu sein.

Ich habe dann fast fünfeinhalb Jahre für MSF Holland in Myanmar gearbeitet, deren Arbeit sich hauptsächlich auf die Bereiche HIV, Tuberkolose, Malaria und sexuell übertragbare Krankheiten (STI) konzentriert. Mein Einsatzbereich waren die Projekte in Myitkyina und Yangon. Ich war zudem im Myitkyiana Projekt als Anlaufstelle verantwortlich für die HIV-Prävention im Bereich Mutter-Kind-Übertragung (PMTCT).

In dieser Zeit wurde mir bewusst, dass ich die Gefühle der Menschen, die durch andere wegen ihrer gesundheitlichen Situation diskriminiert werden, erkennen und teilen kann.

Auch habe ich festgestellt, dass geringe Bildung, niedriges Einkommen und mangelndes Wissen wichtige Barrieren für den Zugang zu medizinischer Versorgung sind. Während meiner Arbeit waren meine Anstrengungen deshalb nicht nur auf die Krankheitsbehandlung gerichtet, sondern auch auf die Verbreitung des Wissens über Krankheitsursachen und Familienplanung. So haben sich meine medizinischen Fähigkeiten durch meine Patienten verbessert. Und mein Interesse an Infektionskrankheiten ist seitdem beständig gestiegen.

Nach meiner Zeit bei MSF-Holland habe ich als medizinischer Trainerin bei der Organisation PU-AMI Thailand u.a. in Maesot gearbeitet. Diese internationale NRO arbeitet im Bereich der primären Gesundheitsversorgung, der Krankheitsprävention und den Aufbau von Kapazitäten für die Flüchtlinge aus Myanmar. Meine Aufgabe war Capacity-building: ich vermittelte Flüchtlingen medizinisches Wissens, um diese in die Lage zu versetzen, als Sanitäter in Lagerkliniken zu arbeiten.

Während dieser Arbeit habe ich mich auf die Vertiefung meines medizinischen Wissens und meiner Fortbildung konzentriert. Nach einiger Zeit habe ich beschlossen, mich im Bereich Infektionskrankheiten zu spezialisieren. Dafür habe ich die Mahidol University of Tropical Medicine in Bangkok gewählt. Für das Studium habe ich nach finanzieller Unterstützung gesucht. Ich fand diese durch das Stipendienprogramm der Bettina-Kattermann-Stiftung aus Deutschland, das über den Katholischen Akademischen Ausländerdienst (KAAD) abgewickelt wird.

Glücklicher Weise bin ich für 2015/2016 als eine der Stipendiaten ausgewählt worden. Deshalb kann ich jetzt an der Fakultät für Tropenmedizin der Mahidol University mit dem Ziel studieren, den Master Degree für Klinische Tropenmedizin zu erwerben.

Mit herzlichen Dank
Poe Poe

E-Mail: ps.poepoe(at)gmail.com

 

 

 

Neu: Flyer erhältlich

Zum Verteilen bestellen bei bks(at)asienhaus.de

von Ute Köster, Phuong Le Trong, Christina Grein (Hrsg. für die Burma-Initiative)

Handbuch Myanmar