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Asienhaus-Rundbrief 1/2008, 4.1.2008
       Solidarität mit dem burmesischen Volk organiseren!
Spenden Sie für die Arbeit der Burma-Initiative des Asienhauses

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In Kürze:
1) Das Asienhaus wünscht Ihnen ein gutes Neues Jahr
2) Südostasien 4/2007: Südostasien und Südasien: Manila - Bombay und zurück

3) Buch-Ankündigungen: Malaysia, Vietnam, Armut und soziale Unsicherheit
4.) Ausschreibung Anke-Reese-Stipendium
5.) Hintergrund: Malaysia vor einem turbulenten Wahljahr?
 
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ad 1) Das Asienhaus wünscht Ihnen ein gutes Neues Jahr
Kontakt:
klaus.fritsche@asienhaus.de

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Liebe Leserinnen und Leser des Asienhaus-Rundbriefes,

wir bedanken uns für Ihr Interesse am Asienhaus und wünschen Ihnen für 2008 alles Gute. Wir werden Ihnen auch in diesem Jahr mit dem Asienhaus-Rundbrief und anderen Aktivitäten ein umfangreiches Angebot unterbreiten. Schwerpunkte unserer Arbeit werden dabei in den kommenden Monaten u.a. auf folgenden Themen liegen:

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl der bisher für 2008 geplanten Aktivitäten. Über den Asienhaus-Rundbrief und über unsere Webseite werden wir Sie weiter auf dem Laufenden halten.

Wir freuen uns, Sie auch auf der einen oder anderen Veranstaltung persönlich begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen, Klaus Fritsche

ad 2) südostasien 4/2007: Südasien und Südostasien
Bestellung an vertrieb@asienhaus.de, Inhaltsverzeichnis und ausgewählte Artikel

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Die kurz vor Weihnachten erschienene Ausgabe 4/2007 der Zeitschrift südostasien befasst sich mit dem Verhältnis der Regionen Südasien und Südostasien. Es ist entstanden aus einer Kooperation zwischen der Südostasien-Informationsstelle und des Südasien-Informationsnetz (Berlin). Das Heft ist zum Preis von 6,00 Euro (plus Versandkosten) über den Vertrieb des Asienhauses (vertrieb@asienhaus.de) zu beziehen.

 

In der Einleitung heben die Herausgeber hervor, dass es auffällig und erstaunlich sei, wie wenig Aufmerksamkeit dieser Thematik bisher gewidmet worden ist - trotz langer historischer Verbindungen und zunehmender aktueller Bedeutung.

 

Sie betonen gleichzeitig die Wichtigkeit wie die Möglichkeit der Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen bei einem Projekt wie dem Thema "Südost- und Südasien". "Was im letzten Jahr mit ersten Kontaktaufnahmen zwischen der im Asienhaus beheimateten Südostasien Informationsstelle und dem Südasien-Informationsnetz in Berlin begann, intensivierte sich – und auch andere in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Zeche Zollverein beheimateten Vereine und Initiativen brachten sich ein. Natürlich gestaltet es sich nicht immer einfach,wenn verschiedene redaktionelle Arbeitsweisen aufeinandertreffen, die Beteiligten räumlich voneinander getrennt sind und zu einem großen Teil ehrenamtlich arbeiten. Trotzdem lief die Zusammenarbeit reibungslos und konstruktiv ab, auch wenn es erwartungsgemäß den einen oder anderen Panikmoment, Kürzungsfrust oder auch Schrecksekunden gab.

Angesichts des begrenzten Platzes in einem Printmedium und der aktuellen Entwicklung in Burma, die in die Planung nicht einfließen konnte, kann dieses Heft nur Teilaspekte der Beziehungen zwischen Süd - und Südostasien beleuchten. Gleichwohl hat es für die Beteiligten selbst viele neue Einblicke und Erkenntnisse gebracht. Das gemeinsame Blicken über den Tellerrand hat zu einem lesenswerten Endergebnis geführt." (Maria Framke/Peer Bruch)

ad 3) Buchankündigungen: Malaysia, Vietnam, Armut und soziale Unsicherheit
Vorbestellungen an: vertrieb@asienhaus.de 

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Wir möchten Sie auf drei Publikationen hinweisen, die in den nächsten Wochen erscheinen werden. Sie können die Bücher beim Vertrieb des Asienhauses vorbestellen. Sie werden Ihnen dann umgehend nach Erscheinen gegen Rechnung zugeschickt.

ad 4) Ausschreibung "Anke-Reese-Stipendium"
Kontakt: klaus.fritsche@asienhaus.de, mehr Informationen

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Zum fünften Mal hat die Asienstiftung das Anke-Reese-Stipendium ausgeschrieben, mit dem Praktika von jungen deutschen in asiatischen Nichtregierungsorganisationen gefördert werden sollen. Das Stipendium besteht aus einer einmaligen Zahlung von 750 Euro, das Praktikum muss im Jahr 2008 absolviert werden. 

Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter www.asienhaus.de/ars-ausschreibung

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31.1.2008, die Entscheidung fällt bis Ende März 2008. 

ad 5) Hintergrund: Malaysia vor einem turbulenten Wahljahr?
von Anil Netto 

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Kaum bemerkt in der deutschen Öffentlichkeit haben sich die ökonomischen, sozialen und ethnischen Probleme in Malaysia verschärft. 2008 wird die Politik von Premierminsiter Abdullah Badawi auf den Prüfstand gestellt. Dabei haben sich in den letzten Monaten die Proteste verschiedener Bevölkerungsgruppen verstärkt, die zu Massendemonstrationen verschiedener Bevölkerungsgruppen im November führten. Für den 5. Januar ist eine weitere Großdemonstration gegen die andauernde Inhaftierung von 90 Personen unter dem "Internal Security Act" geplant, unter dem ein Verbleib in Haft für bis zu zwei Jahre ohne Prozess möglich ist. Gegen weitere 26 Teilnehmer der Proteste sollen Anklagen wegen Unruhestiftung erhoben werden. Veranstaltet wird die Demonstration von der politischen Opposition, die sich verstärkt für die Rechte ethnischer Minderheiten, darunter denen indischer Malaysier, einsetzen.

Der folgende Artikel wurde von IPS veröffentlicht. Martin Stimmler besorgte die deutsche Übersetzung.

„Neoliberale Politik für die Proteste verantwortlich, nicht ethnische Probleme“
Analyse von Anil Netto

PENANG, 18. Dezember 2007(IPS) Nach einer Serie von Demonstrationen in den letzten Wochen sagen Beobachter und Aktivisten, dass die Regierung nicht die ökonomischen Wurzeln der Probleme marginalisierter Malaysier behandelt, sondern stattdessen in ihrem alten Muster ethnisch basierten Denkens zu verharren scheint.

Am 10. November haben sich etwa 50.000  Personen in Kuala Lumpur, der größten Stadt des Landes, versammelt, um im Rahmen einer von „Bersih“ – einer von Oppositionsparteien unterstützten Koalition zivilgesellschaftlicher Grupen – angeführten Initiative Wahlrechtsreformen zu fordern.

Zwei Wochen später, am 25. November, haben fast 30.000 indische Malaysier an einer großen Protestveranstaltung gegen die ökonomische Marginalisierung dieser Bevölkerungsgruppe und die von ihnen so wahrgenommene ethnische und religiöse Diskriminierung teilgenommen. Dieser Protest wurde von einer Gruppe angeführt, die sich selbst als „Hindu Rights Action Force“ (Hindraf) bezeichnet. Indische Malaysier machen etwa 7 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes aus.

Außerdem fanden noch eine Reihe vieler weiterer kleiner “Märsche”, Mahnwachen und Gebete für Inhaftierte statt, und es wurden Memoranden über mehrere demokratierelevante Themen eingereicht.

Die Regierung von Premierminister Abdullah Badawi reagierte auf diese Aktionen mit der juristischen Verfolgung dutzender Demonstranten, denen „illegale Versammlung“, „Unruhestiftung“ und „Volksverhetzung“ vorgeworfen werden. Ursprünglich ebenfalls erhobene Vorwürfe wegen versuchten Mordes wurden aber am Montag zurückgezogen.

Fünf wichtige Führungsmitglieder von Hindraf sind bereits seit Donnerstag auf der Basis des drakonischen „Internal Security Act“ inhaftiert.

Beobachter, die das Profil der beiden großen Demonstrationen untersucht haben, sehen gemeinsame Muster: “Es gibt eine brodelnde Unzufriedenheit im Land, die sich auf verschiedene Weisen äußert”, sagt der Ökonom Charles Santiago vom Forschungszentrum “Monitoring Globalisation“. Die Bersih- und Hindraf-Proteste seien die Höhepunkte verstärkt ausbrechender Forderungen nach Gerechtigkeit und verantwortlicher Regierungsführung gewesen, sagte er gegenüber IPS.

Im Fall von Bersih waren die meisten Demonstranten gering verdienende malaiische Malaysier, die wütend über die von ihnen wahrgenommenen Wahlmanipulationen von Seiten der malaiisch dominierten politischen Elite waren.. 

Beim Hindraf-Protest waren viele der indischen Malaysier – die früher als Unterstützer der regierenden Koalition betrachtet wurden – gering verdienende ethnische Tamilen. Zuvor hatten bereits gering verdienende städtische Arbeiter, viele von ihnen ethnische Malaien, für die Gewerkschaftsforderungen nach einem realen Mindestlohn demonstriert, der die gestiegenen Lebenshaltungskosten kompensieren soll. 

“All dies zusammen lässt vermuten., dass ein großes Gefühl der Ungerechtigkeit besteht”, sagt Toh Kin Woon, ein hochrangiges Mitglied der Staatsregierung von Penang, der für sein unabhängiges Denken bekannt ist. “Sie sind sehr ärgerlich und dazu bereit, aktiv Maßnahmen zu ergreifen, um für die Erreichung ihres Ziels Druck zu machen.” 

Santiago zufolge gehen die Proteste hauptsächlich von einer “Post-New Economic Policy (NEP)-Generation” Jugendlicher aus, vor allem Malaien und indischen Malayisiern. Die NEP war eine auf 20 Jahre angelegte Förderungspolitik, die Malaien und anderen indigenen Bevölkerungsgruppen zugute kommen sollte. Obwohl sie 1990 ausgelaufen ist, ist ihr ethnisch basierter Ansatz in vielfältiger Weise fortgesetzt worden.

“Diese Jugendlichen versuchen, der Regierung zu signalisieren, dass ihre Stimme nicht gehört wird und dass sie keinen Platz in der Malaysischen Sonne [Teil des Nationalwappens von Malaysia, Anm. d. Übers.] haben”, so Santiago.

“Der Arbeiterklasse angehörende Malaien sehen die Elite-Malaien in der regierenden United Malays National Organisation (UMNO) zunehmend als Ausbeuter und nicht mehr als ihre Beschützer”, stimmt der oppositionelle politische Aktivist Jeyakumar  Devaraj, zu.

Einigen Beobachtern zufolge erfahren bestimmte Segmente der indisch-malayisischen Jugend tägliche Marginalisierung. Nach ihrer Einschätzung werden tamilisch-sprachige Schulen vernachlässigt: Viele Schüler verlassen die Schulen und werden arbeitslos, einige werden kriminell oder enden im Gefängnis, und teilweise gibt es sogar Beschwerden über Todesfälle in Polizeigewahrsam.

“Die in Armut lebenden indischen Malaysier betrachten sich selber als chancenlos in Bezug auf Möglichkeiten zur Verbesserung ihres Lebens”, so Toh gegenüber IPS. Anders als arme Malaien profitierten sie nicht von staatlicher Unterstützung, und anders als chinesische Malaysier bekämen sie nur geringe finanzielle Unterstützung von der größeren indisch-malaysischen Gemeinschaft, fügt er hinzu.

Deveraj äußerte IPS gegenüber, dass indische Malaysier sich in Bezug auf Stipendien und Regierungsjobs oft diskriminiert fühlen. Die Verbitterung ist durch eine Reihe von Kontroversen über Fälle ziviler Sharia-Rechtsprechung verstärkt worden, die zum Islam konvertierte Inder betrafen, ebenso wie durch einige Fälle von Tempelzerstörungen. 

Demgegenüber verweisen andere Beobachter auf die Existenz vieler weiterer Hindu-Tempel, die ihrer Auffassung nach ein Beweis für die Entschlossenheit der Regierung darstellt, eine multi-ethnische und multi-religiöse Gesellschaft zu fördern.

Devaraj hält allerdings die Wirtschaft, insbesondere die neoliberale Politik und die andauernde Ausbeutung der Arbeiterklasse im kapitalistischen System, für einen gewichtigeren Faktor für die Steigerung des  Unmuts.

Einigen Beobachtern zufolge hat die Regierung ihre Aufgaben zunehmend auf den profitorientierten Privatsektor verlagert und Elemente des Wohlfahrtsstaates abgebaut.  Unter einem neoliberalen Regime sind die Gebühren für elementare Dienstleistungen gestiegen, während die Löhne niedrig gehalten wurden, was die Lebenshaltungskosten für Geringverdiener in die Höhe getrieben hat. Jobs sind nicht länger sicher und der Import billiger ausländischer Arbeitskräfte hat die lokalen Löhne gedrückt.

Andere Kommentatoren vermuten, dass die Hindraf-Führung durch ihre überzogene Kritik - darunter der von "ethnischen Säuberungen" - der Regierung Munition zur Kritik an der Hindraf-Führung und zur Darstellung der Gruppe als anti-Malaiisch/Muslimisch gegeben, und ihr damit letzten Endes in die Hände gespielt habe. Der multi-ethnischen, wenn auch Malai-basierten Bersih-Bewegung wird dagegen vorgeworfen, von der Opposition benutzt zu werden.

Aber auch Regierungsmitglieder spielen die Tonart des malaiischen Rassismus und nutzen das Hindraf-Thema zu ihrem Vorteil, so der führende Intellektuelle Rustam Sani, Autor mehrerer Bücher über malaiischen Nationalismus. “UMNO und die herrschende Koalition haben das ethnische Spiel jahrelang gespielt und sind damit bestens vertraut.”

Die Regierung hätte die Ursachen der Unzufriedenheit untersuchen sollen, statt den Sprachgebrauch der Hindraf-Führung anzugreifen und sie zu dämonisieren, so Toh, ein führendes Mitglied der Gerakan, einer regierenden Koalitionspartei.

“Es wäre besser gewesen, sich mit der Hindraf-Führung zu treffen und mit ihnen zu sprechen, statt mit Gruppen, die mit dem „Malaysian Indian Congress“ (MIC) symphatisieren.”

Toh sagt, dass er zwar nicht mit dem ethnischen und religiösen Ansatz von Hindraf einverstanden ist, betont aber, dass sie nicht die Ersten waren die ihn gewählt haben – womit er auf den ebenfalls ethnisch basierten Ansatz der Regierung anspielt.

Die UNMO selber steckt in Schwierigkeiten, da sie nicht dazu in der Lage ist, eine neue, integrativere Richtung einzuschlagen: In der zusehends von einer Partei dominierten regierenden Koaltion werden Brüche sichtbar, behauptet Santiago.

Die Führungsqualitäten des Premierministers stehen ebenfalls massiv in der Kritik. Abdullah Badawi sei durch und durch ein Verwaltungsmensch, der sich eher durchwurstelt als Antworten auf die langfristigen gesellschaftlichen Probleme zu geben, so Rustam. “Er hat keine Vision formuliert, sondern reagiert bloß auf administrative Art. Und die Personen in seiner Umgebung sind nicht so sozialisiert, dass sie demokratisch denken.”

Außerdem existiert ein Gefühl großer Wut in bestimmten Segmenten der Gesellschaft, über den von ihnen so wahrgenommenen Betrug der Regierung. Sie haben den Eindruck, dass die Regierung keine wirkliche Richtung hat, was die Zukunft und die Entschärfung sozialer Gegensätze betrifft, so Rustam. “Die Menschen sind unruhig – und das ist ein Fortschritt.”

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verantwortlich: Klaus Fritsche
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