Asienhaus-Rundbrief 12/2004, 11.6.2004

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In Kürze:
1.) 23.6.-9.7., Münster: Rikschas und nachhaltiger Stadtverkehr in Asien und Europa
2.) 3.7., Bonn, Workshop: Chinas Gesundheitssystem auf dem Prüfstand
3.) Bericht: ASEM-Dialog: "Zukunft der Beschäftigung"
4.) 9.-11.7., Hattingen: Bollywood im Globalisierungsstrudel
5.) Julia Ratzmann: Samoa - Tod im "Paradies"
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ad 1) 23.6.-9.7., Münster: Rikschas und nachhaltiger Stadtverkehr in Asien und Europa
Kontakt: ulrike.bey@asienhaus.de  

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In Münster wird eine Serie von sechs Ausstellungen in NRW zum Thema Rikscha abgeschlossen. Im Zentrum der Veranstaltungen steht dabei das Internationale Symposium zum nachhaltigen Stadtverkehr in Asien und Europa, das am 1. und 2. Juli mit ReferentInnen aus Deutschland, England, Indien und Indonesien stattfinden wird. Programm und Anmeldeformular können Sie hier durch einen Klick erhalten: www.asienhaus.de/angebote/dokumente/Programm_Symposium_1.-2.7.2004.pdf. Wir bitten um baldige Anmeldungen. Folgende Angebote ergänzen das Programm.

ad 2) 3.7, Bonn, Workshop: Chinas Gesundheitssystem auf dem Prüfstand: 
Kontakt: asienhaus@asienhaus.de, 0201/8303830 

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Wie bereits angekündigt, findet der Workshop wie geplant am 3. Juil, 11-17 Uhr, statt. Programm und Anmeldeforumular finden Sie unter www.asienhaus.de/china/chinaworkshop030704.pdf .

Ort der Veranstaltung ist das Haus der Kirche, 53113 Bonn, Konrad-Adenauerallee 37.

Für die Seminarteilnahme wird ein Teilnehmerbeitrag von 10 Euro erhoben (Getränek und Mittagessen sind eingeschlossen). Der Anmeldeschluß ist der 28. Juni 2004.

Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über Probleme und Perspektiven des chinesischen Gesundheitssystems zu geben (Dr. Margot Schüller, Institut für Asienkunde, Hamburg und Christine Winkelmann, M.A., Universität Köln) sowie über die Folge der Kommerzialisierung (Dr. Zhang Peng, Hamburg). Ein Erfahrungsbericht über den Aufbau eines deutsch-chinesischen Krankenhauses (Dr. med. Franz Koettnitz, Potsdam) runden das Programm ab.

ad 3) Bericht: ASEM-Dialog über "Zukunft der Beschäftigung" 
von Sebastian Bersick, Berlin.

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Einen ausführlichen Bericht von Sebastian Bersick über diese ASEM-Konferenz (ASEMployment: Asien, Europa und die Zukunft der Beschäftigung) können Sie hier als pdf-Datei downloaden. Der Autor ist Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin. In Kürze erscheint seine Arbeit "Auf dem Weg in eine neue Weltordnung? Zur Politik der interregionalen Beziehungen: Das Beispiel des ASEM-Prozesses" beim Nomos Verlag, Baden-Baden.

Am 1. und 2. Juni kamen asiatische und europäische Regierungsdelegationen in Berlin zusammen, um im Rahmen der ASEM eine Konferenz zum Thema "Zukunft der Beschäftigung - ein europäisch-asiatischer Zukunftsdialog" abzuhalten. Diese Konferenz war das vorläufig letzte Ergebnis einer von zivilgesellschaftlichen Akteuren ausgelösten Entwicklung, die darauf abzielt, die soziale Dimension des ASEM-Prozesses zu stärken. Ziel der Konferenz war es, einen neuen, breit angelegten Diskussionsprozeß im Rahmen des ASEM-Prozesses zu verankern. Das wohl bedeutendste Ergebnis der Berliner Konferenz ist die Forderung, einen regelmäßigen Dialog über Beschäftigungs und Arbeitsfragen auch auf Ministerebene durchzuführen. Sollte der ASEM-Gipfel im Oktober in Hanoi diesem Vorschlag zustimmen, ist ein Termin für die zweite Hälfte 2005 in London angedacht.

Diese Entwicklung ist neu. Keiner der Väter des ASEM-Prozesses hat dies Mitte der 90er Jahre konzeptionalisiert. Es bedurfte der Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften aus Asien und Europa, um diese Themen auf die Tagesordnung zu setzen.

ad 4) 9.-1.7.: Bollywood im Globalisierungsstrudel - der indische Film der Gegenwart 
Kontakt: nord-sued-netz@dgb-bildungswerg.de, 0211/4301-384, Einzelheiten unter www.nord-sued-netz.de 

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Diese Tagung wird durchgeführt in Zusammenarbeit des DBG Bildungswerks/Nord-Süd-Netz Düsseldorf und dem KomTech-Institut Solingen. In der Ankündigung heißt es:

"Bollywood produziert jährlich 900 große Spielfilme und zieht in Indien täglich 20 Mio. Kinofans in seinen Bann. Indien ist kinobesessen... Diese indische Kinowelt ist seit einiger Zeit heftigen Erschüttungen ausgesetzt.
Der anwachsende indische Mittelstand wendet sich von der alten Filmtradition ab, die indische Diaspora in den USA und im Großraum London wird mehr und mehr zum festen Bestandteil von Bollywoods Absatzstrategien, der US-amerikanischen Film- und Kinoindustrie gelingt (erst seit kurzem) ein immer stärkerer Einbruch in den indischen Markt."

Medienexperten aus Deutschland, Indien und Österreich diskutieren diese Entwicklungen, Filme werden als praktisches Anschauungsmaterial gezeigt. 

Der Teilnahmebeitrag beträgt 75 Euro.

ad 5) Samoa - Tod im "Paradies 
von Julia Ratzmann, Pazifik-Informationsstelle

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Mit diesem Beitrag wollen wir den Blick auf die Entwicklungen auf die Situation in Samao lenken. Im Zentrum des Artikels stehen die Konflikte des Übergangs zwischen Tradition und westlicher Moderne, aus denen manch junger Menschen keinen anderen Ausweg als den Suizid sieht. Die Autorin ist Ethnologin und Redateurin. Sie leitet seit vier Jahren die Pazifik-Informationsstelle im mittelfränkischen Neuendettelsau. Für eine Langfassung dieses Artikels klicken Sie hier. Am Ende des Artikels finden Sie weiterführende Literaturhinweise und Internetlinks.

1.       Hintergrund

Die neun bewohnten Inseln Samoas mit ihren elf Distrikten erstrecken sich über ein Gebiet von 2.860 qkm im pazifischen Ozean auf halber Strecke zwischen Hawai‘i und Neuseeland. Die beiden größeren der 17 Inseln, Savai’i und Upolu mit der Hauptstadt Apia, sind geprägt durch eine fruchtbare Küstenlandschaft und im Landesinneren durch Hochgebirge mit einer Vielzahl erloschener Vulkane. Samoa ist ressourcenarm - es verfügt nicht über gewinnbringende Bodenschätze. 47 % der Landfläche besteht aus tropischem Regenwald und Waldland, 19 % sind Ackerland. 

Von den 178.200 Bewohnern arbeiten 75 % in der Subsistenzwirtschaft, deren Produkte wie Kokosnussöl, Kopra, Kakao, Fisch und Früchte zu 90 % exportiert werden. 18 % der landwirtschaftlichen Exporte gehen nach Deutschland, wo Kopra und Kokosnussöl in der Pharma- und Kosmetikindustrie sowie im Lebensmittelsektor Verwendung finden. 

Samoas Bevölkerung besteht zu 92,6 % aus indigenen Samoanern, 7 % sind „Euronesier“, sprich von gemischt europäisch-polynesischer Abstammung und 0,4 % sind Europäer. 

2.       Samoa - ein Land zwischen Tradition und Moderne

Samoa wurde als erstes pazifisches Land am 1. Januar 1962 aus dem neuseeländisch verwalteten Treuhandgebiet der Vereinten Nationen in die Unabhängigkeit entlassen. Seitdem wird das Land von Gegensätzen beherrscht. Auf der einen Seite findet sich eine an die Nachbarinselgruppe Amerikanisch-Samoa angepasste Lebensweise, die sich in Politik und Regierung widerspiegelt. Samoa ist nach englischem Vorbild eine konstitutionelle Monarchie, seit 1970 gehört es zum britischen Commonwealth. Die gesetzgebende Versammlung hat 49 Sitze, 47 davon stehen den sogenannten „Matai“ zu. Mit ihnen kommt die zweite Lebensweise ins Spiel, das traditionelle „fa’a Samoa“. Das fa’a Samoa (dt.: der „samoanische Weg“ im Vergleich zur Lebensweise der Weißen) bezieht sich sowohl auf den Gebrauch der eigenen Sprache, auf die durch Missionare eingeführte christliche Religion, auf die traditionellen Zeremonien, Tänze, Lieder und Mythen sowie auf die Regeln und Bräuche des Zusammenlebens in der Familie und im Dorf. Das fa’a Samoa weist auch auf das individuelle Bewusstsein des Einzelnen hin, als Samoaner zu leben und als solcher erkannt zu werden. 

Die Matai sind die Oberhäupter einer āiga (Verwandtschaftsgruppe). Die Mitglieder einer solchen Großfamilie sind hierarchisch nach Rängen geordnet. Jedes Individuum wird in einen bestimmten Rang hineingeboren. Das Geschlecht, die Reihenfolge der Geburt und der Rang der Eltern sind entscheidend für die Position des Menschen innerhalb des Rangsystems. Der Status eines Menschen innerhalb der Gesellschaftshierarchie kann durch Leistungen erhöht oder durch Misserfolge erniedrigt werden. Menschen, die außerordentliche Leistungen erbringen, werden von der āiga zu „Matai“ gewählt. Die Matai haben die oberste Autorität inne, ihr Rat (Fono) kontrolliert das öffentliche Leben im Dorf. Das Fono ist die gesetzgebende Versammlung im Dorf und entscheidet über die Höhe der Kirchenspenden, regelt die Arbeitsverteilung bei kollektiven Aufgaben und bestraft Mitglieder, die gegen die soziale Ordnung verstoßen haben.

Die Autoritätskonflikte zwischen der auf Gleichheit ausgerichteten amerikanisch-europäischen Gesellschaftsform und dem hierarchisch geprägten Rangsystem der āiga führen zu sozio-kulturellen Problemen.

2.1       Die Einflüsse des Medienkonsums auf junge Samoaner

Die Nähe Samoas zu Amerikanisch-Samoa bringt nicht nur viele amerikanische Touristen ins Land, sondern führt auch zu einer Angleichung des Lebensstiles vieler in die Stadt abgewanderter Samoaner. Großen Einfluss haben hier TV-Serien aus Neuseeland, Australien und Amerika. Samoa hat bisher nur einen TV-Sender, die „Samoa Broadcasting Corporation“ (SBC). Dieser sendet 24 Stunden täglich. Das Programm besteht aus Nachrichten, Seifenopern und amerikanischen Spielfilmen. In diesen und den MTV-Musikclips wird ein bestimmtes Frauenideal vermittelt: Frauen werden als Hausfrau, Mutter oder Liebhaberin gezeigt, die sich dem Willen des männlichen „Helden“ zu beugen hat und vieles auf sich nimmt, um „bei den Männern anzukommen“. Traditionell befinden sich samoanische Frauen jedoch nicht in den Männern untergeordneten Rollen. Sie haben Mitspracherechte in Politik und Gesellschaft und werden von Männern mit Respekt und Achtung behandelt.

Über das Fernsehen werden junge Samoanerinnen mit Rollenverhalten konfrontiert, das zwar ungewohnt erscheint, aber als Inbegriff des modernen westlichen Lebensstils gilt, dem es, wenn man selber „modern“ sein möchte, nachzueifern gilt.

Ebenfalls problematisch ist das Essverhalten der Samoaner. Die Samoaner sind durch den Konsum von importierten Lebensmitteln wie zuckerhaltigen Softdrinks und fetthaltiger Nahrung dick geworden. Eine hohe Diabetes-Rate sowie „Zivilisationskrankheiten“ (Herz-Kreislauf, Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte) sind die Folge. Es gilt als „modern“, westliche Nahrung zu konsumieren und auf das vitaminreiche Essen aus der Subsistenzwirtschaft und dem Fischfang zu verzichten. Gästen wird daher nicht die gesunde Kost aus eigenem Anbau angeboten, sondern Dosenfisch, Reis, Corned Beef und Thunfischkonserven. Diese Lebensmittel sind „in“, weil sie aus dem „fortschrittlichen“ Westen kommen. Sie sollen den Status des Gastgebers als reich und modern unterstreichen und nach außen demonstrieren, wie gut man sich an den westlichen Lebensstil angeglichen hat. 

Da das traditionelle Schönheitsideal im Pazifik in der Vergangenheit gegenläufig zum europäischen Schlankheitsideal war, wurden die Gewichtsprobleme der Bevölkerung bisher nicht thematisiert. Nach Angaben australischer Ärzte stellt man in Samoa die weltweit höchste Rate an Fettsucht fest: 80 % der Frauen sind dick, 60 % der Männer sind übergewichtig. Dem gegenüber steht die Sportbegeisterung der Samoaner. Nach Feierabend kann man junge Menschen bei Netball und Rugby beobachten, auch Fitnessstudios liegen im Trend. Übergewichtig sein und Sport treiben schließen sich in Samoa nicht aus!

Mit den westlichen Seifenopern hat ein Wandel im Essverhalten junger Samoanerinnen eingesetzt. In den TV-Sendungen werden schlanke Frauen gezeigt, die auf Diät sind und ihren vermeintlich dicken Körper – der in Wirklichkeit bereits schlank ist - in Fitnessstudios in Form bringen. Die Abnehmwelle mit ihren Produkten, Nahrungsmittelersatzstoffen und Tabletten ist auch in den Pazifik geschwappt. Schick und schön ist jetzt nur, wer schlank ist: „Slim fast“ und andere Diätprodukte haben den Markt erobert. „98 % fat free“ ist zum Schlagwort auf Lebensmittelverpackungen geworden. Durch den Konsum dieser scheinbar gesunden Lebensmittel erhoffen sich junge Frauen berufliche und private Erfolge. Abnehmgruppen wie die „Weight Watchers“ verzeichnen sprunghafte Mitgliedszahlen. Das Aufeinandertreffen der beiden Schönheitsideale sorgt für Zündstoff, zumal sich die veränderten Essgewohnheiten und der neue Schlankheitskult bisher nur auf die Hauptstadt Apia mit ihren knapp 40.000 Einwohnern bezieht. 

2.2       Suizid als letzter Ausweg

Große Probleme mit dem Spagat zwischen traditionellem fa’a Samoa und der westlichen Lebensweise haben Kinder und Jugendliche. Mit 29,4 % stellt die Gruppe der bis 14-Jährigen ein Drittel der Bevölkerung. Durch das neuseeländische Schulsystem und den Einzug der „modernen“ Welt in den Dörfern entfremden sich die Jugendlichen zusehends von dem strengen Rangsystem der Dorfgemeinschaft. Da es nach Beendigung der Schule keine Verdienstmöglichkeiten in den Dörfern gibt, ziehen die jungen Erwachsenen nach Apia. Das urbane Zentrum mit seinen Bildungsangeboten, Dienstleistungen, Arbeitsplätzen und Unterhaltungsmöglichkeiten ist attraktiv, trotz der hohen Arbeitslosenquote von 60 % unter Jugendlichen. Junge Männer finden sich zu Straßengangs zusammen, nehmen Drogen und betrinken sich. Die Familien, vor allem die Matai in den Dörfern, erwarten dennoch, dass die Jugendlichen einen Teil ihres Lohnes nach Hause schicken und damit den Verpflichtungen des fa’a Samoa nachkommen. Die Jugendlichen wollen den von ihnen eingeforderten Respekt und Gehorsam gegenüber den Matai nicht mehr erbringen. Für sie steht nicht mehr das fa’a Samoa im Lebensmittelpunkt, sondern sie entdecken zunehmend ihre Individualität und Eigenständigkeit. Sie wollen keine „Nummer“ mehr sein im hierarchischen System. Das Eingebundensein in die strenge Rangordnung der āiga empfinden junge Menschen als beengend und ihr Leben bestimmend. Eine Flucht in die Stadt verheißt einen Ausbruch aus traditionellen Strukturen. Treten in der Stadt Probleme auf (Arbeitslosigkeit, Trunk- und Spielsucht), können die Jugendlichen aus Angst, „ihr Gesicht zu verlieren“ nicht ins Dorf zurück. 

Die Matai andererseits weigern sich, mit ihnen Untergeordneten über deren Probleme zu sprechen. Sie erwarten von ihnen absoluten Respekt und die Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln wie gebückte Haltung und leises Sprechen in der Höflichkeitssprache. Für die jungen Menschen ist diese Unterordnung innerhalb der gesellschaftlichen Hierarchie unvereinbar mit einem modernen westlichen Lebensstil geworden. So sehen viele als Ausweg oft nur den Suizid. Samoa wies bis Mitte der 80er Jahre die höchste Suizidrate unter Jugendlichen weltweit auf. Im Jahr 1981 erreichte die Suizidwelle mit 49 Toten ihren absoluten Höhepunkt, 1997 verzeichnete die Statistik immerhin noch 25 Selbstmordversuche mit 20 Toten. Durchschnittlich geht man von 26 Suiziden jährlich aus, d.h. auf jeden 6.800ten Bewohner kommt ein Selbsttöter. 

Tanielu Tuilage ist Präsident der „Suicide Awareness Association“ (SAA) in Apia. Diese Nichtregierungsorganisation bemüht sich, jungen Menschen Wege aus der Depression aufzuzeigen. Mit Bildungsangeboten und Aufklärungsarbeit versuchen die Mitarbeiter, Teenagern berufliche Perspektiven zu eröffnen. Tuilage kommt in einem Bericht über die Gründe für die hohe Suizidrate auf Samoa zu folgenden Ergebnissen: Die traditionelle Kultur Samoas sei ausschlaggebend für viele Selbstmörder. Sie fühlten sich auch als Erwachsene weiter im hierarchischen System der āiga gefangen. Die Verpflichtung gegenüber den Eltern ende nicht mit der Gründung einer eigenen Familie. Erschwerend käme hinzu, dass Kinder von klein auf lernten, den Höhergestellten nicht zu widersprechen, geschweige denn eine Diskussion zu beginnen. Das fa’a Samoa würde mit Strenge von den Matai durchgesetzt, es gäbe harte Disziplinarstrafen für Vergehen gegen den „samoanischen Weg“. Als besonders problematisch gestalte sich der Kulturwandel. Im Übergang zwischen der Tradition und der amerikanischen Moderne entstünden Konflikte, aus denen manch junger Mensch keinen anderen Ausweg als den Suizid mehr sähe, erklärt Tuilage. 

4.            Weiterführende Literatur

Bruno, Sabine und Anette Schade: Fiji, Samoa, Tonga. München: Beck’sche Reihe
Cain, Horst: Feldforschung eines Blinden in Westsamoa. in: Hans Fischer (Hrsg.): Feldforschungen. Berichte zur Einführung in Probleme und Methoden. Berlin: Dietrich Reimer, S. 119- 143
Delius, Ulrich: Tahiti / Französisch-Polynesien: Südseeparadies unter dem Atompilz. Göttingen, Reihe pogrom
Fischer, Hans: 1983, Warum Samoa? Touristen und Tourismus in der Südsee. Berlin: Dietrich Reimer
Göbel, Katja: 2003, Die samoanische Gesellschaft und Identität im Wandel darge
stellt am Beispiel der Tatauierung. Magisterarbeit an der Universität Berlin
Kreisel, Werner: Die pazifische Inselwelt. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Kreisel, Werner, Joachim Vossen und Frank Dickmann (Hrsg.): 1990, Entwicklungstendenzen und Entwicklungsstrategien im pazifischen Inselraum. Pazifik-Forum, Band 1. Aachen und 1995, Wirtschaft und Umwelt im asiatisch-pazifischen Raum. Pazifik-Forum, Band 4. Aachen
Krosigk, Friedrich von, Günter Rath und Wolfgang Leithold (Hrsgs.): 1988, Südsee- Inselwelt im Umbruch. Einzelstaatlicher und regionaler Wandel im Südpazifik. Erlanger Forschungen, Band 44. Erlangen
Leidhold, Wolfgang H.: 1991, Krise unter dem Kreuz des Südens: Die Pazifische Inselregion und die internationale Sicherheit. Baden-Baden: Nomos
Pacific Island Report (PIR): 1999-2004, http//:pidp.ewc.hawaii.edu/PIReport/text.htm
Südwind, Magazin für Entwicklungspolitik, 1997,Ausgabe 4/ September 1997, Thema: Südsee- Paradies in Not
Zeitschrift Eine Welt: 1999, Ausgabe 3/2000, Artikel „Selbstmord im Paradies“ von Brundhild von Local, S. 21- 23

Internet

http://www.samoa.co.uk/faasamoaintro.html
http://www.samoa.co.uk/suicide.html
http://www.weight-loss-i.com/obesity/weight-loss-program-samoa.htm
http://www.medicineau.net.au/clinical/medicine/medicine1.html

http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ws.html 

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