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Asienhaus-Rundbrief 14/2006, 15.8.2006

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In Kürze:
1) Focus Asien 28: Wie China die Globalisierung bewältigt
2) Asienhaus-Bibliothek: Ehrenamtliche MitarbeiterIn gesucht

3) Neue Tsunami-Publikationen

4) Friedenlauf für die Welt und Burma. Interview mit Ashin Sopaka
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ad 1) Focus Asien 28: Wie China die Globalisierung bewältigt. 
Bestellung: vertroeb@asienhaus.de , zum Download als pdf-Datei (900 KB)

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Die neue Ausgabe von Focus Asien, die jetzt zum Preis von 5 Euro in gedruckter Form erhältlich ist, wirft einen kritischen Blick auf die Reformpolitik seit 1978. Sie wurde geschrieben von Dale Wen. Das Vorwort von Kristin Kupfer ordnet diesen Beitrag in die gegenwärtige chinesische Diskussion ein. (Die Datei zum Download ist 900 KB groß.) Bestellungen an: vertrieb@asienhaus.de

 

ad 2) Asienhaus-Bibliothek: Ehrenamtliche MitarbeiterIn gesucht
Kontakt: bibliothek@asienhaus.de 

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Die Asienhaus-Bibliothek sucht eine(n) ehrenamtlich tätige BibliothekarIn, die/der gerne längerfristig Aufgaben vor allem im Bereich der Titelaufnahme - deutsch- u. englischsprachige Literatur - übernehmen möchte. Die laufenden Arbeiten werden z. Zt. im Rahmen einer halben Stelle erledigt, manches Interessante aber bleibt unbearbeitet liegen. Ihre Arbeitszeiten können Sie sich frei wählen. Einen ersten Blick auf die Bibliothek können Sie unter www.asienhaus-bibliothek.de  werfen.

Nähere Informationen gerne Mo, Di u. Do 8 - 12.30 sowie Mi 16 - 21 Uhr unter: 0201 8303823, Fritz Seeberger oder per e-mail an bibliothek@asienhaus.de

ad 3) Neue Publikationen zur Tsunami-Hilfe 

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Wir möchten Sie auf zwei neue Publikationen zum Tsunami und der darauf folgenden Hilfe hinweisen:

ad 4) Friedenslauf für die Welt und Burma. Interview mit Ashin Sopaka
mehr Informationen unter www.frieden-lauf.de 

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Der burmesische Mönch Ashin Sopaka, geboren 1976, läuft in dreißig Tagen von Köln nach Berlin, um ein Zeichen für den Frieden und gegen die Gewalt zu setzten. Ashin Sopaka lebt seit drei Jahren in Deutschland im Exil. Ulrike Bey von der Burma-Initiative im Asienhaus hat ihn ein Stück auf dem Weg begleitet und befragt. Größere Städte auf der weiteren Strecke sind Hannover (18.8.), Braunschweig (21.8.), Magdeburg (25.8.), Potsdam (30.8.). Mehr zum Friedenslauf und über Ashin Sopaka auf www.frieden-lauf.de .

Ashin Sopaka, wie geht es Dir am 10. Tag Deines Laufes, was hast Du erlebt?

Die zehn Tage waren sehr schön, viele Leute haben sehr gut reagiert. Die Menschen sind mir sehr freundlich begegnet. In den Städten Ennepetal, Kamen, Hamm und Rheda-Wiedenbrück wurde ich vom Bürgermeister empfangen, die Bürgermeisterin von Witten hat mich ein Stück begleitet, es gab viel Interesse von der Presse. In einigen Städten wurden interreligiöse Zusammentreffen organisiert, wir haben Friedensgebete gehalten. In Rheda-Wiedenbrück habe ich über Frieden und Metta, liebevolle Freundlichkeit, gesprochen. Meistens wurde ich von ein paar Leuten begleitet, bisher bin ich an zwei Tagen allein gelaufen. Nach dem zweiten Tag musste ich ein paar neue Schuhe kaufen, damit läuft es sich viel besser. Ich habe in Meditationszentren, in Kirchen, in einem Franziskaner- und einem Nonnenkloster oder privat übernachtet. Es war sehr friedlich. Manchmal wollten mich Leute mit dem Auto mitnehmen, was ich natürlich abgelehnt habe.

Insgesamt ist es sehr schön. Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, ich möchte also immer weiter laufen.

Wie kam es zu dieser Idee, von Köln nach Berlin zu Fuß zu gehen und was möchtest Du damit erreichen?

Diese Idee habe ich schon seit letztem Jahr, doch leider konnte ich sie da nicht umsetzen. Es geht darum zu zeigen, wie schwierig die Situation in Burma ist.

Zu Fuß von Köln nach Berlin zu gehen ist nicht einfach, rund 850 Kilometer. Es dauert lange, ich muss geduldig sein. Aber es gibt einen Weg, es ist zu schaffen. Im Vergleich zu der Situation in Burma ist es natürlich leicht, von Köln nach Berlin zu laufen.

In Burma kämpfen wir seit 43 Jahren gegen das Regime und für Frieden im Land. Und immer noch versuchen wir es. Das möchte ich zeigen. Die Menschen hier müssen wissen, was in Burma passiert.

Gleichzeitig ist die Welt alles andere als friedlich, gerade gibt es den Krieg zwischen Libanon und Israel, oder die geplanten Bombenanschläge auf Flugzeuge in London, eine sehr traurige Situation. Deswegen habe ich auch den Titel „Friedenslauf für die Welt und Burma“ gewählt.

Ich möchte auch zeigen, dass die Situation in Burma immer anders ist als im Rest der Welt, Burma ist immer separiert.

Ich glaube, die Menschen hier über Burma zu informieren ist bisher ganz erfolgreich, denn viele Zeitungen schreiben über meinen Friedenslauf.

Du bist mit 12 Jahren als Novize ins Kloster gegangen, weil die Schule in Deinem Dorf geschlossen wurde. Welche Rolle spielen die Klöster für die Bildung in Burma?

Als 1988 die Schulen in Burma Land aus politischen Gründen geschlossen wurden, beschloss meine Mutter, meinen Bruder und mich ins Kloster zu schicken. Es gefiel mir dort sehr gut, ich konnte viel mehr lernen als an der staatlichen Schule. Deshalb bin ich geblieben, auch als die Schulen wieder geöffnet wurden.

Die Klosterausbildung wird von vielen als viel besser angesehen als die öffentliche Schule. Viele Eltern können sich die Ausbildung ihrer Kinder an einer staatlichen Schule nicht leisten. Zwar ist der Schulbesuch in Burma kostenlos, doch an fast jeder Schule werden besondere Gebühren verlangt. Die Lehrer verdienen so schlecht, dass sie Extrabezahlung oder Privatunterricht fordern. Hinzu kommen Ausgaben für Schuluniform, Bücher, Schreibutensilien, die viele Eltern nicht aufbringen können. Deswegen senden sie ihre Kinder ins Kloster.

Der Unterricht in den Klosterschulen kostet nichts, auch Lernmaterialien sind meistens vorhanden. Dort lernen die Kinder aus dem Dorf zusammen mit den Novizen. In der Klosterschule wird meist von Mönchen unterricht.

Du selbst unterstützt auch Schulprojekte in Burma …

Ja, 1999 schloss ich mich mit einigen anderen Studenten an der Mönchsuniversität in Rangun zusammen, es war eine Art Literaturklub. Wir haben auch politische Themen diskutiert. Die Gruppe wurde von der Geheimpolizei entdeckt, wir mussten unterschreiben, dass wir die Gruppe auflösen und uns nicht weiter politisch engagieren. 

Doch wir haben die Gruppe nicht aufgelöst, sie besteht heute noch, wir haben eine kleine Hilfsorganisation für arme Kinder aufgebaut. Wir wollen Kindern kostenlose Bildung ermöglichen. Mit Hilfe von Spenden werden Schulhäuser gebaut und Unterrichtsmaterial gekauft. Neben den Mönchen aus unserer Gruppe versuchen auch Universitätslehrer uns zu helfen, indem sie ohne Bezahlung unterrichten.

Ich unterstütze sie von hier, zusammen mit meinen deutschen Freunden. Die Schule läuft sehr gut. Jetzt können wir sogar einen kleinen Computerraum anbieten, Schüler können bis zur 10. Klasse lernen.

Eine Freundin aus Köln möchte jetzt Kindern in Mosambik Schulbildung ermöglichen, dort möchte ich mich auch engagieren.

Am 8. August, zum Jahrestag der blutigen Niederschlagung des Aufstandes von 1988, haben einige der damaligen Studentenführer in einem Kloster in Rangun eine religiöse Zeremonie abgehalten, zu der rund 100 Leute gekommen sind. Viele wollten auch in die berühmte Shwedagon-Pagode gehen, sie wurden aber von den Sicherheitskräften daran gehindert. Weltweit gab es viele Proteste zur Erinnerung an 1988… 

Ich bin froh zu erfahren, dass sie in Burma versuchen etwas zu unternehmen. Außerhalb Burmas versuchen wir über die Situation zu informieren. Wenn wir zusammen arbeiten in Burma und außerhalb, bin ich sicher, dass unser Land frei sein wird. Aber wir müssen zusammen halten und einig sein.

Der 8.8.88 ist in unserer burmesischen Geschichte ein unvergessliches Datum. Damals

starben Tausende Menschen auf der Straße, nicht nur Aktivisten und Politiker, sondern auch viele Zivilisten.

Burma ist ein buddhistisches Land. Mit einer religiösen Zeremonie haben sie eine Erinnerung gehalten, um den Toten Respekt zu zeigen und die Verdienste zu teilen. Die Shwedagon-Pagode ist sehr berühmt, auch ein beliebter und einfacher Treffpunkt. 

Viele Burmesen haben ihr Leben hingegeben. Ich denke, wir müssen weitermachen für sie. Wir versuchen es auf dem religiösen und auch politischen Weg.

Was hältst Du davon, dass sich die Regierung in Burma viel mit Mönchen in der Öffentlichkeit präsentiert und neue Pagoden stiftet?

Während meiner Tour, in Hamm bei einem Treffen mit verschiedenen religiösen Gruppen, fragte mich ein Mann, welche Religion die Regierung in Burma habe. Ich antwortete, dass es gut wäre, wenn sie sagen würde, sie hätte gar keine Religion. Er hat mich ziemlich schockiert angesehen.

Tatsache ist aber, dass sie Regierung die Religion, den Buddhismus missbraucht. Sie gehen häufig in Pagoden, nutzen die Medien und versuchen so, die Menschen glauben zu machen, sie seien gute Buddhisten, damit sie vergessen, was hinter den Kulissen abläuft. Aber das ist nur oberflächlich.

In den Tempel zu gehen oder die Mönche zu respektieren ist lediglich eine traditionelle Praktik. Zu geben ist zwar gut, aber die Regierung verstößt gegen alle Regeln, die Buddha gelehrt hat. Sie töten – viele Menschen kommen in den Gefängnissen um. Sie stehlen – es gibt eine Menge Korruption in Burma und viele Menschen sind nun sehr arm. Sie lügen. Obwohl Buddha lehrt die Wahrheit zu sagen, berichten sie manchmal sie nicht darüber, was in Burma passiert. Zum Beispiel über die wahre Anzahl der Toten bei den Bombenanschlägen im vergangenen Jahr, oder wie heftig das Land vom Tsunami betroffen war.

Sie kennen kein Mitgefühl für die armen Menschen, sondern werden immer reicher. Ich will sie dafür nicht anklagen. Doch auf der anderen Seite gibt es so viele Menschen die arm sind, manche haben nicht mal genügend zu essen. Die Regierung vernachlässigt sie.

Du kannst selbst überlegen, ob sie die wahren Lehren Buddhas praktizieren oder nicht! Was sie tun, hat meiner Meinung nach nur mit Propaganda zu tun.

Wie geht Deine Tour jetzt noch weiter?

Ich laufe noch 19 Tage. Am Ende, in Berlin werde ich am 1. September vor der chinesischen, russischen, indischen und burmesischen Botschaft meditieren. Am 2. September will ich mit vielen Leuten vor dem Brandenburger Tor meditieren. Wenn keiner kommt, meditiere ich auch allein für den Frieden.

Vielen Dank und alles Gute für Deinen Weg.

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