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Asienhaus-Rundbrief 18/2005, 28.10.2005

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In Kürze:
1) 7.-18.11.: 10 Monate nach dem Tsunami - Rundreise mit Vertretern aus Aceh und Sri Lanka 
2) In eigener Sache: Ehrenamtliches Engagement im Asienhaus

3) ASIEN 97 erschienen: Schwerpunkt "Indische Union"

4) Hintergrund: Hong Kong’s NGOs mobilisieren
zur WTO-Ministerkonferenz

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ad 1) 7.-18.11.: 10 Monate nach dem Tsunami - Rundreise mit Vertretern aus Aceh und Sri Lanka
Kontakt: Gunnar Stange, Tel.: +49-160-99114562, Email: Gunnarstange@gmail.com, ausführlichere Informationen, s.a. asienhaus.de/flut

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Gut 10 Monate nach dem Tsunami veranstaltet das Asienhaus eine Vortrags- und Gesprächsreise mit Sarath Fernando (Sri Lanka) und Dominggus Tobu (Aceh, Indonesien). Beide sind ausgewiesene Vertreter der zivilgesellschaftlichen Organisationen MONLAR bzw. SEGERA aus zwei der am schwersten durch den Tsunami betroffenen Länder, welche zusätzlich durch Bürgerkriege zerrüttet sind. Ihre Berichterstattung soll die interessierte Öffentlichkeit elf Monate nach dem Tsunami über die Entwicklungen vor Ort und den Stand der Dinge als auch über Chancen und Probleme  in gesellschaftspolitischer und ökologischer Hinsicht informieren. Außerdem sollen Medien die Möglichkeiten zu Interviews gegeben und Treffen mit Vertretern aus Politik und von verschiedenen Entwicklungsorganisationen ermöglicht werden. 

Der überwiegende Teil der Reise wird durch Städte NRWs führen. Dank engagierter Initiativen in Frankfurt, Leipzig und Berlin, werden jedoch auch in diesen Städten Veranstaltungen im Rahmen der Vortragsreise stattfinden können.

Termine: Frankfurt (7.11.), Leipzig (8.11.), Berlin (9.-11.11.), Düsseldorf (14.11.), Köln (14.11.), Bonn (15./16.11.), Wuppertal (17.11.), Essen (17.11.) und Greven (18.11.)

ad 2) In eigener Sache: Ehrenamtliches Engagement im Asienhaus
Kontakt: klaus.fritsche@asienhaus.de, Fragebogen zum Ehrenamtlichen-Programm 

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Wir möchten uns heute mit einem besonderen Anliegen an Sie wenden. Da wir uns bewusst sind, dass viele unserer Aktivitäten ohne die tatkräftige Unterstützung durch Ehrenamtliche nicht möglich gewesen wären, bereiten wir zur Zeit die Entwicklung eines Ehrenamtlichen-Programms vor. Wir wollen zusammen mit Ihnen die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit verbessern. Eines unserer Ziele ist dabei, die Präsenz des Asienhauses in anderen Teilen der Bundesrepublik zu verbessern.

Da ein solches Programm natürlich nicht am grünen Tisch entwickelt werden kann, wenden wir uns heute an Sie mit der Bitte, durch Deine Ideen und Vorschläge diese Diskussion zu bereichern. Wir überlegen dabei auch, in welchem Rahmen es uns möglich sein kann, diese Mitarbeit bei Bedarf auch finanziell zu honorieren.

Wir haben deshalb einen Fragebogen entworfen und möchten Sie bitten, ihn auszufüllen und per e-mail (k.fritsche@asienhaus.de), per Fax oder mit ganz normaler Post an uns zurückzusenden. Den Fragebogen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Antwort.

ad 3) ASIEN 97 erschienen: Schwerpunkt "Indische Union" 
Bestellung: post@asienkunde.de, Inhaltsverzeichnis: Klicken Sie hier!

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Die ASIEN-Ausgabe 97 ist dieses Mal ein Sonderheft zur Indischen Union. Als Guest Editor fungierte Dr. habil. Christian Wagner, die drei referierten wissenschaftlichen Artikel befassen sich mit den spannenden Themen "Indiens Nuklearpolitik zwischen Sicherheitsinteressen und Statusdenken", "Getting Political: Die politische Mobilisierung der Indian American" und "Das regionale Gesicht der Nation: Kleine Parteien und Koalitionspolitik in der Indischen Union seit 1998". Auch in der Rubrik "Asien aktuell" wird die südasiatische Region abgedeckt, und zwar mit den Beiträgen "Bangladesch als neue islamistische Gefahrenquelle? – Ein Analyseversuch" und "Die Muttahida Majlis-e Amal – Ursachen des Wahlerfolgs der Islamisten bei den pakistanischen Wahlen im Oktober 2002".

Konferenzberichte und Rezensionen sowie Hinweise zur neueren Literatur Asiens und asienrelevante Informationen runden die Ausgabe ab. In einem kurzen Beitrag werden der "Euro-Asian Cultural Exchange and the Asia-Europe Foundation (ASEF)" porträtiert. Die Inhaltsverzeichnisse und Abstracts der Zeitschrift ASIEN (1981-2005) sind komplett online gestellt. Unter http://www.asienkunde.de/asienzeitschrift/index.html  finden Sie die Möglichkeit der Online-Nachbestellung. Ein Einzelheft kostet 12,50 € zzgl. Porto. 

ad 4) Hintergrund: Hongkongs NGOs mobilisieren zur WTO-Ministerkonferenz
von Peter Franke, e-mail: p.franke@asienhaus.de  

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Peter Franke verbrachte die letzten 3 Jahre in Hong Kong als Asien-Europa Referent bei ARENA (Asian Regional Exchange for New Alternatives) und ist seit September Mitarbeiter im Asienhaus. Ausführliche Informationen über die Vorbereitungen in Hongkong finden Sie auf der Webseite der Hong Kong People's Alliance on WTO. Hintergrundinformationen über Aktivitäten in Deutschland finden Sie auf der Webseite der Aktion "Gerechtigkeit jetzt!".

6. WTO Ministertreffen in Hong Kong 13.-18.12.2005:
Derail WTO oder bessere Regulierung der Weltwirtschaft?

Derail? Reformieren? So stellt sich die Frage für die Mehrheit der Menschen in Hong Kong wohl kaum. Wie auch in vielen anderen Teilen der Welt, interessiert eigentlich nur wenige, worum es auf dieser internationalen Großveranstaltung geht. In den Zentralen von international agierender Handelshäusern, Unternehmen und Banken aus aller Herren Länder freut man sich über alle Regelungen, die Bewegung von Waren, Kapital und Geld global vereinfachen. Die Metropole Hong Kong, mit heute 6,8 Mio. Menschen, wurde vor 164 Jahren als Freihandelsstützpunkt gewaltsam nach kriegerischen Auseinandersetzungen dem chinesischem Kaiserreich abgerungen, vorgeblich zur Durchsetzung des Freihandels. Die britischen und übrigen europäischen Händlern brauchten ihn zur Eroberung der Märkte und Rohstoffe in Ostasien. Heute würde man von der Durchsetzung einer neoliberalen - sprich kapitalistischen - Weltwirtschaftsordnung. Hong Kong war und ist sozusagen das Symbol für (neo-) liberale Globalisierung in Ostasien, wenn nicht weltweit. Kein Wunder, dass die Regierung und die Geschäftswelt dieser seit 1997 wieder zur Volksrepublik China gehörenden Sonderverwaltungszone an einer WTO Ministertagung zur Imagepflege sehr interessiert ist. 

Gewerkschaftliches Interesse an der WTO

Interessant ist sie auch als Veranstaltung für Beschäftigte von Hong Kongs Tourismus-„Industrie“ und dem mit ihr verbundenen Dienstleitungsgewerbe und Einzelhandel, verspricht sie doch einige zig Tausende von Gästen und Käufern zusätzlich. Nur wenige Menschen haben in ihrem hektisches Alltags(über)leben Hong Kongs Zeit zu tiefsinnigeren Nachdenken über (Un-)Gerechtigkeit der Weltwirtschaftsordnung und ihre Auswirkungen, es sei denn sie beschäftigen sich beruflich als Wissenschaftler, Journalisten, Lehrer, Politiker oder „NGO’ler“ damit. Inzwischen sind in Hong Kong auch einige Gewerkschafter zum Nachdenken gekommen, nachdem die noch vor 20 Jahren blühende verarbeitende Industrie (Elektronik, Kleidung, Spielzeug u.ä.) fast vollständig über die Stadtgrenze ins sogenannte „Festland“ (China) abgewandert ist. Dort können für erheblich niedriger Löhne die gleichen Produkte für den Weltmarkt produziert werden. Viele Menschen wurden arbeitslos und die heute nur noch 5% der Beschäftigten, die im verarbeitenden Gewerbe arbeiten, sehen ihre Arbeitsplätze durch die „Festland“ Kollegen gefährdet. 

Die Bildung des Hong Kong People’s Alliance on WTO

Erstmals findet eine gründlichere Auseinandersetzung mit der WTO in dem mit 190.000 Mitgliedern zweit größtem Gewerkschaftsdachverband, der Hong Kong Confederation of Trade Unions (HKCTU) statt. Der HKCTU – der zweitgrößte Gewerkschaftsdachverband - ist die größte Organisation von 31 Mitgliedern des Aktionsbündnisses, HK People’s Alliance on WTO (HKPA). Die HKPA wurde Ende 2004 als Reaktion auf die Abhaltung des 6. WTO Ministertreffens in Hong Kong 13.-18. Dezember 2005 von örtlichen und regionalen (asiatischen) Verbänden und Nichtregierungsorganisationen gegründet (siehe http://daga.dhs.org/hkpa/members.html#members). Das Bündnis formuliert als 1. Ziel, den Abschluß eines Abkommens der WTO zur weitere Liberalisierung von Handel und Investitionen zu verhindern (derail). Ferner will es die „Zivilgesellschaft“ in den Verhandlungsprozess miteinbezogen sehen, die lokale Öffentlichkeit über die ungerechte Verteilung von globaler Wirtschaftsmacht aufklären, Antiprivatisierungs-Kampagnen unterstützen und auf die Auswirkungen des WTO Beitritts China auf die arbeitenden Menschen aufmerksam machen. 

Internationales Koordinationsnetzwerk

Ferner versucht es internationale Aktivitäten WTO kritischer Organisationen im Dezember 2005 zu koordinieren. Ende Februar organisierte sie ein internationales Treffen mit rund 200 Teilnehmer/innen von verschiedensten politischen und sektoralen Organisationen. 143 waren aus dem Ausland gekommen, überwiegend aus Ostasien/Pazifik mit allein 65 von den verschiedensten politischen Gruppierungen aus den Philippinen. Von außerhalb Ostasien/Pazifik waren lediglich eine größere Zahl Aktivisten aus Indien und einige wenige aus Bangladesh, Großbritannien, Holland, Kanada, Nepal, Norwegen, Südafrika und den USA gekommen. Diskutiert wurde in 10 verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen, deren Ergebnisse man am Ende versuchte im Plenum zusammenzutragen. Dabei wurde deutlich, wie weit die Vorstellungen zu den Inhalten und Themen sowie zum praktischen Vorgehen bei Aktionen auseinander gehen, angefangen bei eher akademischen Expertenworkshops bis hin zu Vorstellungen von Massenaktion. Die grundsätzliche Kontroverse derail oder reform WTO fand nicht statt. Den Verantwortlichen in der HKPA wurde schnell klar, dass die Einrichtung eines internationalen Organisationskomitees unter den gegebenen Umständen nicht sinnvoll ist. Sie bot allen, die unter dem Motto Stop WTO Corporate Agenda Aktionen und Veranstaltungen in Hong Kong planten Kooperation und Unterstützung im Rahmen der Einrichtung von 8 Arbeitsgruppen unter ihrer Regie an. 

Bisher wurden keine Versuche unternommen, eine gemeinsame Position der WTO Kritiker, die nach Hong Kong kommen wollen, zu formulieren. Die NGOs und politischen Organisationen Ost-, Südost- und Südasiens haben hierzu keine Initiative ergriffen, wenn auch zwei weltweit exponierte Kritiker der WTO aus Asien stammen, nämlich Walden Bello von Focus on the Global South und Martin Khor vom Third World Network. Jeder vertritt allerdings eine andere Position. Der aus den Philippinen stammende Bello ruft auf zur „Entgleisung“ der WTO während der Malaysier Khor zu grundlegenden Reformen.

Geplante Aktivitäten im Dezember in Hong Kong

Vom 8. bis 18. Dezember ist eine People’s Action Week vorgesehen. Geplant sind von Seiten der HKPA am Tag der Menschrechte (10.) eine größere gemeinsame Veranstaltung, am 13. eine Eröffnungs-Kundgebung und am 18. Abschlusskundgebung mit Demonstration. Vom 11.-17. ist die Zeit für öffentliche Foren, Seminare, Workshops sowie kulturelle Veranstaltungen, durchgeführt von unterschiedliche Organisationen aus dem In- und Ausland. In den Monaten davor finden eine Reihe von Informationsveranstaltungen und Diskussionen über die Bedeutung der WTO statt. Auf der HKPA Webseite sind die Planungen und der aktuelle Stand der Dinge nachzulesen. Auch ist dort dokumentiert, wie die Regierung Hong Kongs nervös auf die geplanten Aktivitäten der WTO kritischen NGOs reagiert.

Obgleich die Bevölkerung als überwiegend unpolitisch und diszipliniert gilt, wird auch in Hong Kong seit den 90er Jahren der Ruf nach mehr Demokratie und sozialer Gerechtigkeit immer lauter, wie vor gut 2 Jahren die Großdemonstration mit 700.000 Menschen am 1. Juli deutlich machte. Allerdings konnte die Demokratiebewegung vor allem gegen das autoritären und arrogante Auftreten der Stadtregierung und die Einflussnahme der chinesischen Zentralregierung mobilisieren. Weltpolitische Themen wie WTO, die der Öffentlichkeit erst noch vermittelt werden müssen, werden keine einheimischen Massen auf die Straße bewegen. Bei Demonstrationen von Einheimischen ging es bisher immer sehr diszipliniert zu. Wenige Polizisten mit einem Plastikband reichen z.B., um problemlos eine große Straße vor zigtausend Demonstranten abzusperren. Am meisten fürchten die Behörden von außen Zugereiste. Es wird mit militanten Bauern aus Südkorea gerechnet und es werden entsprechende Vorkehrungen getroffen wie stärkere Polizeipräsenz und Bereitstellung von Räumlichkeiten für Massenverhaftungen. Eine schön bunte Webseite der Regierung heißt aber auch die Delegierten und Gäste willkommen.

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Tel.: +49-201-8303838, Fax: +49-201-8303830

Koreaverband: korea
-verband@asienhaus.de
Philippinenbüro: philippinenbuero@asienhaus.de
SOA-Infostelle: soainfo@asienhaus.de
Burma.Initiative: burma@asienhaus.de

China-Projekt: chinaag@asienhaus.de 
Sozialprojekt: sozialprojekt@asienhaus.de 
Tsunami-Watch: niklas.reese@asienhaus.de 

Spendenkonto des Asienhauses: 8204102, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00
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