Menschen(ge)recht, Sozial(ge)recht, Umwelt(ge)recht"
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Asienhaus-Rundbrief 20/2006, 17.11.2006

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In Kürze:
1) Ausschreibung für das vierte Anke-Reese-Stipendium
2) 1.000x350: Das Asienhaus durch Ihre Zustiftung fördern
3) 9.12., Bonn: Tagesseminar: Migration und Entwicklung

4) Neue Publikationen aus dem Asienhaus
5) Interview mit Wen Bo: China und der internationale Klimaschutz
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ad 1) Ausschreibung für das vierte Anke-Reese-Stipendium 
Kontakt: klaus.fritsche@asienhaus.de, www.asienhaus.de/ars 

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Vom 1.12. bis zum 31.1.2007 läuft die Ausschreibung für das vierte Anke-Reese-Stipendium. Mit diesem Stipendium, das einmal jährlich vergeben wird, sollen junge Menschen aus Deutschland bei der Durchführung eines Praktikums bei einer asiatischen Nichtregierungsorganisation unterstützt werden. Die Höhe des Stipendiums beträgt zur Zeit 750 Euro.

Nähere Einzelheiten über das Stipendium, bisherige StipendiatInnen und das Ausschreibungsverfahren finden Sie auf der Webseite des Asienhauses unter www.asienhaus.de/ars

ad 2) 1.000x350 - Das Asienhaus durch Ihre Zustiftung fördern
Kontakt: klaus.fritsche@asienhaus.de, mehr unter www.asienhaus.de/zustiften

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Liebe Leserinnen und Leser,

als Abonnent und Abonnentin des Asienhaus-Rundbriefes aben Sie einen Eindruck von der vielfältigen Arbeit des Asienhauses gewinnen können. Wir möchten Sie zum diesjährigen Jahreswechsel für ein ehrgeiziges Ziel gewinnen. 2010, wenn das Asienhaus sein 15jähriges Jubiläum feiert, soll das Haus uns gehören. Wir werden dann jährliche Zahlungen von 30.000 Euro an die Bank sparen, die wir für die weitere Förderung unserer Arbeit einsetzen können.

 

Dieses Ziel können wir erreichen, wenn Sie uns helfen: Sie können einen oder mehrere Bausteine im Wert von 350 Euro durch eine Zustiftung erwerben. Durch Ihre Zustiftung stärken Sie ein auf Dauer angelegtes Projekt, denn das Geld wird dauerhaft angelegt und nur die Erträge werden für die Arbeit verwendet.

 

Ihre Zustiftung trägt dazu bei, unser gemeinsames Eintreten für eine sozial gerechte, menschengerechte und umweltgerechte Welt zu stärken, um die grundlegenden ungerechten Strukturen der heutigen Weltordnung zu ändern. Konkret helfen diese Mittel u.a.

·        die Arbeit der Mitgliedsvereine des Asienhauses abzusichern, an die 25 Prozent der Erträge fließen werden.

·        die Arbeit der Burma-Initiative, der China-AG und anderer Projekte auf eine festere Grundlage zu stellen (Sie können festlegen, welches Projekt Sie unterstützen möchten).

·        das Ehrenamtlichen-Programm des Asienhauses zu stärken.

 

Dieses Ziel wollen wir bis Anfang 2010 erreichen, da dann der zum Kauf des Hauses aufgenommene Kredit zurückbezahlt werden soll. Aber Ihre Zustiftung jetzt wird andere Menschen motivieren, Ihrem Beispiel zu folgen und wir können sofort mit den Erträgen aus Ihrer Zustiftung die Arbeit des Asienhauses stärken. 

 

Wir freuen uns, wenn Sie sich entschließen, an der Verwirklichung dieses Ziels durch eine Zustiftung und die Werbung dafür mitzuarbeiten.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Klaus Fritsche, Geschäftsführer

PS: Ihre Zustiftung können Sie steuerlich geltend machen. Zu diesem Zweck erhalten Sie umgehend eine Spendenbescheinigung.

 

ad 3) 9.12., Bonn: Tagesseminar "Migration und Entwicklung"
Anmeldung: jordan@asienhaus.de, Flyer zum Seminar

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10.30 - 17:00 Haus der Kirche, Adenauerallee 37, 53113 Bonn

Eine Veranstaltung des Asienhauses und Fernweh-iz3w, Freiburg
Ziel des Tagesseminars ist es, angesichts der erhöhten Aufmerksamkeit, die internationale Entwicklungsagenturen der Migration schenken, den Unwägbarkeiten unterschiedlicher Migrationsregime in den Ländern des Südens - und hier besonders in Südostasien - nachzugehen.

ad 4)  Neue Publikationen aus dem Asienhaus

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ad 5) China und der internationale Klimaschutz - ein Gespräch mit Wen Bo
von Sven Hansen

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Vom 6.-15. November hielt sich der chinesische  Umweltaktivist Wen Bo zu einer vom Asienhaus organisierten und der Heinrich-Böll-Stiftung geförderten Besuchsreise in Deutschland auf. Während seines Aufenthaltes in Berlin führte Sven Hansen (TAZ) mit Wen Bo das folgende Gespräch über die Rolle der chinesischen Regierung beim internationalen internationalen Klimaschutzes.

Zur Zeit wird in Nairobi über den künftigen globalen Klimaschutz verhandelt. Von China wird gefordert, mehr dafür zu tun. Ist die Forderung berechtigt? 

China verhält sich nicht angemessen, weil die Regierung nicht von sich aus aktiv wird. Er hat für sie keine Priorität. Sie ist vom Wirtschaftswachstum besessen und kümmert sich sonst eher um Bereiche, welche die Menschen direkt betreffen wie die städtische Wasser- und Luftverschmutzung oder die Reform des Renten- und Krankenversicherungssystems. In der internationalen Klimapolitik wartet die Regierung ab. Sie unternimmt nichts, blockiert aber auch nichts. China genießt noch seinen Status aus Entwicklungsland, der es von Verpflichtungen befreit. Bald ist China aber der größte Emittent von Treibhausgasen und kann sich dann nicht mehr hinter anderen verstecken. 

Schon heute wird China für seine stark wachsenden Emissionen kritisiert.

Ja, China ist stark in der Kritik, aber die internationale Gemeinschaft sollte China beim Klimaschutz stärker einbeziehen statt nur zu kritisieren. So sollten mehr Umwelttechnologien, Managementfähigkeiten und saubere Produktionsverfahren nach China transferiert werden. Wir Chinesen haben erlebt, wie westliche Firmen uns veraltete Technologien brachten. Das hilft dem Umwelt- und Klimaschutz in China nicht. Manchmal hat die Regierung auch den Verdacht, Klimaschutz soll dafür missbraucht werden, um Chinas wirtschaftliche Entwicklung zu verhindern. Diesen Eindruck sollte Kritik verhindern.

Kürzlich hat die Internationale Energie Agentur vorausgesagt, dass China bereits 2009 und damit zehn Jahre früher als bisher angenommen die USA als größter Emittent von Treibhausgasen überholen werde.

Das überrascht mich nicht. Pro Einheit des Bruttosozialprodukts verbraucht China viel mehr Energie als andere Länder. Das ist kein effizienter Umgang mit Energie und natürlichen Ressourcen. Chinas Wirtschaft basiert auf ressourcenintensiven Industrien. Alle Produkte, die im Westen zu kaufen sind und aus China stammen, enthalten einen hohen Preis für die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Deshalb muss die Regierung ihre Verpflichtung zur Reduktion des Ausstoßes von Treibausgasen endlich verbindlich anerkennen.

China will sich aber international nicht auf Reduktionsziele festlegen lassen.

Chinas Regierung will jede äußere Begrenzung des Wirtschaftswachstums verhindern, weil es schon heute unter internen Engpässen wie Energie- und Wassermangel leidet. Deshalb argumentiert sie außer mit dem Status als Entwicklungsland auch mit den Emissionen pro Kopf, die in China viel niedriger sind als in Industrieländern. Das ist aber nicht legitim, weil schon die hohe Bevölkerungszahl, die Chinas natürliche Ressourcen stark unter Druck setzt, ein Fehler ist, wenn auch Jahrzehnte alt. Jetzt mit Emissionen pro Kopf zu argumentieren heisst den alten Fehler um einen neuen zu ergänzen. Denn natürlich ist die schiere Masse der Bevölkerung ein großes Problem, weil wir alle vom Ökosystem der Erde abhängen. Deshalb muss China stärker Verantwortung übernehmen.

Was heisst das konkret?

Die Regierung muss anerkennen, dass China die Emissionen von Treibhausgasen senken muss etwa durch höhere Energieeffizienz oder stärkere Nutzung erneuerbarer Energien.

Die Regierung will bis 2010 zehn Prozent des Energieverbrauchs durch erneuerbare Energien decken. Ist das realistisch.

Nein, denn ich sehe keinen Wandel zu erneuerbaren Energien, vielmehr sehe ich Versuche, in anderen Weltregionen wie Afrika oder Lateinamerika den Zugang zu nicht-erneuerbaren Energien wie Öl und Gas zu sichern. Jede Investition in dortige Energiequellen zieht Geld ab, dass in erneuerbare Energien oder die Steigerung der Energieeffizienz gesteckt werden müsste.

Warum gelingt es Umweltgruppen in China nicht, den Klimaschutz auf die Tagesordnung zu setzen?

Sie sind nicht sehr gut informiert, und sicher haben sie nicht die Macht dazu. Viele habe nicht einmal bezahlte Mitarbeiter oder ein Büro. Zum Klimawandel zu arbeiten ist Luxus. Erst wenn die Kapazitäten der Organisationen entwickelt sind, können sie sich darum kümmern. Meist arbeiten die Gruppen zu konkreten Themen, die den Menschen näher sind und letztlich aber doch mit Klimaschutz zu tun haben, ohne dass dies thematisiert wird. So bemüht sich etwa die Organisation "Freunde der Natur" das Fahrradfahren in Peking wieder populär zu machen, andere kümmern sich etwa um Wiederaufforstung.

Im Juli hat Chinas Regierung das Ziel verkündet, in den nächsten fünf Jahren den Ausstoß an Treibhausgasen um zehn Prozent und den Energieverbrauch pro Einheit des Sozialproduktes um 20 Prozent zu verringern. Ist das realistisch?

Das ist Wunschdenken. Schon das jetzige Niveau an Emissionen beizubehalten ist sehr ehrgeizig, wie Chinas Umweltbehörde Sepa selbst einräummt. Es ist gut, den politischen Willen zu zeigen, aber die Implementierung ist in China ein großes Problem.

Hat die Regierung nicht den Willen oder nicht die Macht zur Umsetzung?

Sie hat schon einen gewissen Willen, aber der ist nicht stark genug, um den Mangel an Kapazität auszugleichen. Auch wird die Politik der Zentralregierung in den Provinzen oft nur selektiv umgesetzt.

Zu den Olympischen Spielen 2008 hat Chinas Regierung einen blauen Himmel über Peking versprochen. Hat sie den Mund zu voll genommen?

Das war ein Versprechen, um überhaupt den Zuschlag für die Spiele zu bekommen. Ihm fehlt aber die Grundlage. Die Vorbereitungen für die Spiele sind sehr ressourcenintensiv. Trotzdem haben die Spiele letztlich einen guten Effekt, weil Chinas Regierung international im Rampenlicht steht und sich internationalen Standards entsprechend verhalten und damit ändern muss.

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Wen Bo, 36, ist der in Peking ansässige Berater der Organisation "Pazifik Environment" und arbeitet von dort aus an der Entwicklung des China-Projekts der Organisation. Zudem sitzt er im "China Advisory Board of Global Agreements". Er ist der Gründer des "China Green Student Forum", das heute ein Netzwerk von mehr als 100 studentischen Umweltgruppen darstellt und war im Jahr 2000 an der Gründung des Greenpeace-Büro in Peking beteiligt.

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verantwortlich: Klaus Fritsche
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