Asienhaus-Rundbrief 22/2003, 18.7.2003

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In Kürze:
1.) Bitte um Feedback zum Asienhaus-Rundbrief 
2.) Südostasien 2/2003 erschienen: Sexualität und Homosexualität
3.) Bibliothekskatalog 2/2003 online
4.) "Wohin steuert Nordkorea?" - ein Tagungsbericht
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und Bekannten weiter. Das Archiv 2003 finden Sie hier.
Die Bestellmöglichkeit finden Sie unter www.asienhaus.de/angebote/mailing.htm
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ad 1) Bitte um Feedback zum Asienhaus-Rundbrief
Kontakt: klaus.fritsche@asienhaus.de

Um den Asienhaus-Rundbrief weiter zu verbessern und auf die Bedürfnisse und Interessen der Lesen abzustimmen, möchten wir Sie bitten, sich fünf Minuten Zeit zu nehmen und den online verfügbaren Fragebogen auszufüllen. Nach Ausfüllen des Fragebogens erhalten Sie sofort einen Blick auf den Stand der Befragung. Bitte gehen Sie zu
www.asienhaus.de/angebote/ah-leserumfrage.htm

ad 2) Südostasien 2/2003 erschienen: Sexualität und Homosexualität
Kontakt: soainfo@asienhaus.de, Bestellung an: vertrieb@asienhaus.de

Die neueste Ausgabe der Zeitschrift "südostasien" befaßt sich mit dem spannenden Thema "Sexualität und Homosexualität". Das Inhaltsverzeichnis finden Sie unter
www.asienhaus.de/publikat/soa/soa2_03/soa2_03.htm

Folgende ausgewählten Artikel sind online als pdf- oder doc-Datei verfügbar.

ad 3) Bibliothekskatalog 2/2003 online
Kontakt: Fritz Seeberger, bibliothek@asienhaus.de, 0201/8303823

Der Katalog mit den Neuaufnahmen der Bibliothek des Asienhauses von April bis Juni ist jetzt online recherchierbar. Sie finden ihn unter
www.asienhaus.de/library/03_02/03_02.htm

ad 4) "Wohin steuert Nordkorea" - Ein Tagungsbericht
von Eric Ballbach und Heiko Herold
weitere Informationen und Bestellung der Tagungsunterlagen an
koreaverband@asienhaus.de

„Wohin steuert Nordkorea? Soziale Verhältnisse, Entwicklungstendenzen und Perspektiven“. Zu diesem Thema veranstaltete der Korea-Verband e.V. am 25. Juni dieses Jahres in Berlin ein internationales Symposium, das mit mehr als 130 TeilnehmerInnen auf großen Zuspruch traf.

Das Symposium begann mit einem Vortrag von Prof. Song Du-Yul über „Nordkoreas Wirtschaftslage und die sozio-politischen Folgen“. Professor Song analysierte die vielschichtigen Gründe für die prekäre wirtschaftliche Lage Nordkoreas und zeigte Lösungsstrategien für die derzeitige Misere auf. Gleichzeitig machte er Chancen und Grenzen von Reformen deutlich. Nach einer regen Diskussion schilderte Käthi Zellweger die Erfahrungen humanitärer Hilfsorganisationen mit den Menschen in Nordkorea. Nachdem sie die vielseitigen humanitären Bedürfnisse des Landes dargelegt hatte, zeigte die Direktorin für internationale Zusammenarbeit der Caritas Hong Kong, deren Zuständigkeitsbereich auch Nordkorea umfasst, die Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der humanitären Nordkoreahilfe auf. Sie trat bestimmt dafür ein, dass Nordkorea „in humanitärer Hinsicht nicht anders behandelt werden darf als andere Staaten“. „Menschen, die hungern“, fuhr sie fort, „haben ein Recht auf Hilfe. Unser Engagement kann aber zu neuen, zukunftsorientierten Entwicklungen beitragen“. Zellweger schloss ihren Beitrag mit der Vorführung eines kurzen Films über die schwierige Lage der Menschen und die komplizierte aber notwendige Arbeit der Hilfsorganisationen in Nordkorea.

Der speziell für dieses Symposium verfasste Text des Pjönjanger „Instituts für die Wiedervereinigung des Landes“ über die „Berechtigung der DVRK zum Besitz militärischer Abschreckungskraft“ wurde von Shin Hyo-Eun vorgetragen, die diesen Text gemeinsam mit Yi Hee-Young übersetzt hatte. Kernaussage war die Erklärung Nordkoreas, das eigene militärische Potential diene nicht als Mittel zum Krieg, sondern als Abschreckung zur Verhinderung eines Krieges mit dem Ziel, den Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu wahren und dadurch das koreanische Volk zu schützen. Außerdem sei der Besitz militärischer Abschreckungskraft - es wird nicht von Atomwaffen gesprochen - die Entscheidung des Volkes, welches damit die eigene Sicherheit „als das größte Interesse des gesamten koreanischen Volkes“ verfolge. Die militärische Abschreckungskraft resultiere einzig aus der Bedrohung der DVRK durch die USA. 

Auf diese Bedrohung ging auch Professor Bruce Cumings als nächster Referent ein. Nach bisherigen Untersuchungen sei es derzeit wenig wahrscheinlich, dass Nordkorea Atomwaffen besäße, aber in der Tat fühle sich Nordkorea durch die USA immens bedroht. Er kritisierte die Unberechenbarkeit der amerikanischen Nordkorea-Politik, welche die Krise gefährlicher mache als je zuvor, da so die Gefahr groß sei, dass auch „kleine Krisen“ eskalieren könnten. Die DVRK hingegen, so Cumings, lege die gleichen Verhaltensweisen wie schon bei Clinton an den Tag. Er lobte das zuvor vorgetragene nordkoreanische Papier als ausgewogener und vernünftiger als alles, was bisher von Seiten der Bush-Regierung im aktuellen Konflikt verlautbart worden sei. Viele Regierungsmitglieder seien nur schlecht über die Lage auf der koreanischen Halbinsel informiert. Donald Rumsfeld etwa, so führte er aus, habe sich bei seinem Amtsantritt verwundert geäußert, dass in Südkorea noch immer 37.000 US-Soldaten stationiert seien.

Anschließend stellten Professor Paik (Konkuk University, Seoul) und sein Co-Referent Professor Park von der Yonsei Universität, Seoul, einen „Drei-Stufen-Plan“ zur Verwirklichung des Friedensprozesses auf der koreanischen Halbinsel vor. Zunächst sei es unabdingbar, eine „Basis für den Frieden“ zu schaffen, welche über multilaterale Verhandlungen hergestellt werden könne. In der zweiten Phase würden dann sowohl Frieden als auch Kooperation durch gegenseitige vertrauensbildende Maßnahmen vertieft, bis schließlich ein permanentes Friedensregime auf der Halbinsel „geschaffen“ werden könne.

Der Kölner Publizist Dr. Rainer Werning wies als letzter Referent des Tages in seinem Vortrag  auf die sich verlagernden südkoreanischen Bedrohungsängste hin. So seien es nicht mehr die DVRK, sondern in erster Linie die USA, von denen man sich bedroht fühle. Gründe hierfür seien nicht zuletzt der ungeklärte Status des S.O.F.A.-Abkommens, das die amerikanische Truppenpräsenz in Südkorea regelt, und die unsägliche Rolle der Amerikaner im Rahmen des Kwangju-Aufstandes 1980. „Es ist“, so Werning, „nicht die Frage, wohin Nordkorea, sondern wohin Amerika unter seiner gegenwärtigen Regierung steuert.“

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