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Asienhaus-Rundbrief 6/2009, 25.9.2009
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In Kürze:
1) An unsere Leserinnen und Leser
2) Stabübergabe: Personeller Wechsel bei der Burma-Initiative
3) Drei neue Publikationen aus dem Asienhaus
4.) Mailingliste: News aus Kambodscha
5.) Kambodscha: Buddhismus unter Pol Pot und heute
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ad 1) An unsere Leserinnen und Leser
Kontakt: klaus.fritsche@asienhaus.de 

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Liebe Leserinnen und Leser,

seit fast genau vier Monaten haben Sie keinen Asienhaus-Rundbrief erhalten. Wie Sie an der heutigen Ausgabe sehen, ist er nicht eingestellt worden, sondern er war Opfer des krankheitsbedingten Ausfalls der Redaktion geworden. Wir waren leider nicht in der Lage, diesen Ausfall zu kompensieren.

 

Ab jetzt werden Sie den Asienhaus-Rundbrief wieder regelmäßig erhalten. Wir freuen uns, wenn Sie den Asienhaus-Rundbrief bei Ihren Freunden, Bekannten und Kollegen weiterempfehlen (siehe www.asienhaus.de/ahrundbrief). Auch Vorschläge für die inhaltliche Gestaltung sind herzlich willkommen.

 

Schöne Grüße aus Essen wünscht Ihnen Klaus Fritsche.

 

ad 2) Stabübergabe: Personeller Wechsel bei der Burma-Initiative
Kontakt: ute.koester@asienhaus.de  

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Zum 1.September hat Ulrike Bey die Burma-Initiative und das Projekt zur ADB der Asienstiftung verlassen. In den vergangenen sieben Jahren hat Ulrike Bey die Burma-Arbeit aufgebaut und die Burma-Initiative zu einer zentralen Anlaufstelle für Burma-Interessierte in Deutschland entwickelt. 

 

Ihre Nachfolge hat Ute Köster angetreten. Die Südostasienwissenschaftlerin hat nach ihrem Studium in Bonn ein Jahr als Juniorexpertin für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Kuala Lumpur gearbeitet und war dort im Burma-Programm tätig. Neben Burma ist Vietnam ein weiterer Länderschwerpunkt von Ute Köster. 

 

ad 3) Drei neue Publikationen aus dem Asienhaus
Bestellung: vertrieb@asienhaus.de 

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Ende September/Anfang Oktober gibt es drei Neuerscheinungen aus dem Asienhaus, auf die wir Sie hiermit hinweisen. Alle drei Publikationen können bei vertrieb@asienhaus bestellt werden. Die genannten Preise gelten bei den ersten Publikationen zuzüglich Versandkosten.

  1. südostasien 3/2009 zum Thema "Lebenschancen in Südostasien"
    Diese Ausgabe befasst sich mit ihrem Schwerpunkthema mit verschiedenen Aspekten der Lebenschancen von Menschen in Südostasien. Artikel und Nachrichten über aktuelle Entwicklungen runden das 90seitige Heft ab, das zum Preis von 8 Euro bestellt werden kann.
    Das Inhaltsverzeichnis und ausgewählte Artikel werden in der nächsten Woche online unter www.asienhaus.de/suedostasien-neu verfügbar sein.
  2. Trends in der Asiatischen Entwicklungsbank - NGO Perpektiven, Focus Asien 33
    Focus Asien 33, herausgegeben von Ulrike Bey und Katharina Trapp, gibt einen Einblick in aktuelle Politiken der Asian Development Bank, ihre Aktivitäten in Zentralasien, Chinas Rolle in der ADB. Schwerpunkt liegt auf den Umwelt-und Sozialstandards, die gerade überarbeitet wurden. Ein neuer Trend sind die Aktivitäten in risikoreichen Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Die Autorinnen und Autoren dieses Focus Asien sind Mitarbeiter/innen internationaler NGOs, die sich mit der ADB beschäftigen.
    Die Ausgabe ist hier online verfügbar unter www.asienhaus.de/focusasien-aktuell  
  3. Sicherheit kontra Menschenrechte. Antiterrorpolitik in Asien, Horlemann-Verlag 2009 (erscheint zur Frankfurter Buchmesse)
    Dieser Sammelband, herausgegeben für das Asienhaus durch Maike Grabowski (Philippinenbüro), Heiko Herold (Koreaverband) und Rolf Jordan (Südostasien-Informationsstelle) anslysiert und diskutiert die Auswirkungen der Antiterror-Gesetze in verschiedenen asiatischen Ländern auf die Lage der Menschenrechte und der Demokratie. Das Buch umfasst 200 Seiten und ist zum Preis von 14,95 beim Asienhaus, direkt beim Verlag oder im Buchhandel zu beziehen.
    Das Buch ist Rüdiger Siebert gewidmet, der im Januar überraschend starb.
    Mehr Informationen finden Sie hier: Inhaltsverzeichnis, Vorwort

ad 4) Mailingsliste: News aus Kambodscha

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Sie wollen sich regelmäßig über die Entwicklungen in Kambodscha informieren? Dann ist vielleicht dieses Angebot von Interesse.

Die Mailingliste Kambodscha-Politik versendet täglich aktuelle gescannte Artikel aus der kambodschanischen englischsprachigen Presse. Unter folgendem Link finden sie das Forum und die Mailingliste:http://de.groups.yahoo.com/group/kambodscha_politik/. Um das Forum und die dortigen Datenbanken nutzen zu können, ist eine Yahoo ID nötig.

Ohne Yahoo-ID geht es zum Teil auch. Um die Artikel aus The Cambodia Daily oder auch Phnom Penh Post per E-Mail zu erhalten, schickt man einfach eine E-Mail an kambodscha_politik-subscribe@yahoogroups.de (ohne Betreff)  und man erhält die Artikel bequem per E-Mail.

ad 5) Kambodscha: Buddhismus unter Pol Pot und heute
von Robert Luchs

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Der Autor berichtet über die Verhandlungen des internationalen Tribunals in Kambodscha und die dort bekannt gewordene Zahl von während der Pol-Pot-Zeit ermordeten buddhistischen Mönchen. Er geht zudem der Frage nach der Bedeutung des Buddhismus im heutigen Kambodscha ein.

 

Tribunal in Kambodscha zu ermordeten buddhistischen Mönchen

 

Das internationale Völkermord-Tribunal in Kambodscha hat bei den buddhisti-schen Institutionen des Landes die Diskussion über das Leid der vielen tausend Mönche und die Zerstörung der Pagoden während des Pol-Pot-Regimes von 1975 bis 1979 wieder aufleben lassen. Gab es bis heute nur vage Schätzungen über den Verlust an Leib und Leben bei den praktizierenden Buddhisten, so haben die Anhörungen vor dem Tribunal gegen Anführer der Roten Khmer konkretere Zahlen ans Tageslicht gefördert. 

 

Während der katholische Bischof in Phnom Penh, Emile Destombes, kürzlich in einem Interview mit unserem Autor die Meinung vertrat, es seien unter dem Regime der Roten Khmer mehr Kirchen als Pagoden zerstört worden, so nannte ein vom Tribunal geladener Zeuge völlig andere Zahlen. Der im Buddhistischen Institut in Phnom Penh arbeitende Zeuge, der unter einem Pseudonym vor dem Gericht auftrat, berief sich auf jüngste Untersuchungen des renommierten Instituts, die von 25 167 ermordeten Mönchen und 1 968 zerstörten Pagoden ausgehen.

 

Bisher war von einer weit höheren Anzahl von unter Pol Pot gnadenlos verfolgten und grausam getöteten Mönchen ausgegangen worden, nämlich von rund 50 000. Diese Zahl steht in einem in den 90er Jahren veröffentlichten UNICF-Bericht. Insgesamt starben fast zwei Millionen Menschen unter der Gewaltherrschaft der Roten Khmer.

 

Werden in Statistiken des Buddhistischen Instituts lediglich 4116 Mönche aufgeführt, die das Terrorregime überlebt haben, so gibt es heute mit ca. 58 800 wieder fast so viele Mönche in dem südost-asiatischem Land wie vor der Machtübernahme der Roten Khmer. In 1969 praktizierten 66 000 Mönche in  3 370 Pagoden, und 1993 waren es rund 30 000 Mönche in 2 800 über dem ganzen Land verstreuten Pagoden. 

 

Mutterboden gleichsam für die „Religion der Tempel“ ist der Hinduismus, der sich im Gebiet von Kambodscha bis in das 11. und 12. Jahrhundert gehalten hat. Doch dann hat der Buddhismus den Hinduismus ablösen können und zwar in der Form des Theravada-Buddhismus. Dieser Buddhismus fragt nach den alten Glaubensgrundsätzen und nach dem „Ursprünglichen“.  Die Religion der ehemals thailändischen Besatzer ist gleichsam zurückgeblieben und hat die Kategorien geliefert, auch das kambodschanische Verhältnis von Staat und Religion zu prägen. Der Theravada-Buddhismus kommt aus Sri Lanka, hat aber Wurzeln eben auch in Thailand geschlagen, von wo die Religion weiter nach Kambodscha transportiert worden ist.

 

Mönche in ihren gelben, zum Teil auch orangefarbenen Gewändern bestimmen heute wieder das Straßenbild in Kambodscha. Frühmorgens gehen sie mit ihren Beuteln und metallenen Behältern von Geschäft zu Geschäft, von Restaurant zu Restaurant, um Spenden einzusammeln. Nicht die meist jungen Mönche bedanken sich für die Gaben, sondern die Kambodschaner knien nieder, legen die beiden Handflächen zum Gruß aneinander und verneigen sich demutsvoll vor den Bettelmönchen. 

 

Schon daran ist zu sehen, dass das Spenden eine ganz andere Bedeutung hat als in den westlichen Ländern. Niemand, bei dem ein Mönch morgens vorbeikommt, würde sich der unausgesprochenen Bitte nach einer Gabe oder einer Schüssel mit Reis entziehen. Übrigens sind die Kambodschaner, die selbst mit wenigen Dollar am Tag auskommen müssen, auch den Ärmsten der Armen gegenüber sehr großzügig.

 

Ob die Bürgerkriege und der Terror der Roten Khmer dem buddhistischen Alltag etwas von der Verankerung im Volk genommen haben, ist schwer nachzuweisen. Unabhängig von der geistlichen Orientierung der Kambodschaner, dienen die Klöster und Tempel im wahrsten Sinne des Wortes als Wegmarken in den unübersichtlicher werdenden Städten. Taxifahrer können mit Straßennamen oft wenig anfangen; sie orientieren sich an den großzügig angelegten Pagoden, von denen es vor allem in der Hauptstadt Phnom Penh zahlreiche gibt.

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Tel.: +49-201-8303838, Fax: +49-201-8303830
weitere Kontakte unter www.asienhaus.de/ansprechpartner 
verantwortlich: Klaus Fritsche
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