Asienhaus-Rundbrief 7/2003, 14.2.2003

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In Kürze:
1.) Krieg in Mindanao: Aufruf zur Unterstützung einer unabhängigen Berichterstattung
2.) 20.2., 19 Uhr, Essen: Sri Lanka - Bürgerkrieg oder Versöhnung?
3.) 26.2., 20 Uhr, Köln: Neue indonesische Lyrik. Agus R. Sarjono liest aus seinem Werk
4.) 9.3., 17 Uhr, Köln: Gründungsversammlung der Deutsch-Timoresischen Gesellschaft
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ad 1) Krieg in Zentralmindanao: Aufruf zur Unterstützung einer unabhängigen Berichterstattung
Kontakt: philippinenbuero@asienhaus.de

Die philippinische Reigerung hat durch ihren Großangriff auf Stellungen muslimischer Rebellen eine neue Flüchtlingswelle ausgelöst. Sehen Sie den Bericht unter http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel1928.php. Gefährdet ist in dieser Situation auch die unabhängige Berichterstattung. Diese zu stärken dient der folgende Aufruf des philippinenbüros.

Aufruf
Seit dem 8 Januar 2003 scheint sich der Alptraum des totalen Krieges von 2000 in Pikit zu wiederholen. Seit letzen Freitag, mussten bereits über 31.000 Zivilisten aus ihren Dörfern fliehen, um sich von den Angriffen des philippinischen Militärs in Sicherheit zu bringen. Das Militär, welches sich angeblich auf der Suche nach - Kidnap for Ransom- Gruppierungen und anderen Kriminellen befindet, hat drei Infanterieeinheiten in Pikit mobilisiert. Seit dem 11. Januar werden zudem auch Luftangriffe in Pikit ausgeführt. Die bisher aus 11 Barangays evakuierten Flüchtlinge haben verübergehend Obdach in Schulen, Sporthallen und Lagerhäusern gefunden. Die Versorgungslage ist mehr als schlecht. Viele Flüchtlinge leiden aufgrund der sanitären Verhältnisse bereits unter diversen Krankheiten. Die Felder liegen brach.

Mindanews , eine Mindanao-ansässige Nachrichtenagentur - will nun durch eine unabhängige Berichterstattung auf die Lage vor Ort aufmerksam machen und somit die Regierung unter Druck setzen, sich an die Waffenstillstandsvereinbarungen zu halten. Woran es dem relativ kleinen Blatt allerdings mangelt sind logistische Mittel. 

Wer mit einer Spende helfen möchte, die Arbeit von Mindanews zu unterstützen ( und sei es auch nur ein noch so kleiner Betrag) kann dies tun, indem er an eine Spende an das Konto des Philippinenbüros überweist .Konto-Nr. 8218900, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 37020500.

Wir werden das Geld umgehend an Mindanews weiterleiten. Eine Spendenquittung erhalten Sie am Ende des Jahres.
Vielen Dank und mit freundlichen Grüssen, Maike Grabowski, philippinenbüro

ad 2) 20.2.2003, 19 Uhr, Essen: Sri Lanka - Bürgerkrieg oder Versöhnung?
Vortrag mit Dias und Diskussion - Referent Walter Keller, Dortmund
Eine Veranstaltung von Asienhaus, Flüchtlingsrat NRW, pro Asyl Essen
Ort: Kulturzentrum Grend, Westfalenstraße 311, 45276 Essen-Steele
Kontakt: uwe.pfromm@asienhaus.de

Seit genau einem Jahr wird in Sri Lanka nicht mehr gekämpft. Der aktuelle Friedensprozeß, der im Februar letzten Jahres durch ein Waffenstillstandsabkommen eingeleitet wurde, entspringt der neuen Regierung von Premierminister Wickremesinghe. Er kam Ende 2001 an die Macht und versucht seitdem, Frieden zu schließen und das Vertrauen der tamilischen Bevölkerung zurückzugewinnen. Trotz vieler noch zu lösender Probleme ist die Gesamtlage derzeit eher positiv. Nach 20-jährigem Bürgerkrieg ist das kleine Land im indischen Ozean in nur einem Jahr ein großes Stück  vorangekommen. Das ist zum Großteil ein Verdienst des  neuen Premiers. 

Aber auch die Rebellen der Tamil Tigers (LTTE) haben durch ihr Einlenken einen großen Anteil am bisherigen Erfolg, der durch Norwegens Vermittlung erst möglich wurde. 

Hinzu kam eine günstige Konstellation: Auf der einen Seite sah die neue Regierung ein, dass eine militärische Lösung für die nordöstlichen Tamilengebiete das Land in den Ruin treiben würden. Auf der anderen Seite fürchteten die Rebellen, bei Fortführung ihres Kampfes für einen unabhängigen Staat von den USA in deren Kampf gegen den internationalen Terrorismus abgestraft zu werden. Auch scheinen die  Verhandlungspartner jetzt verlässlich zu sein. Die LTTE-Führung hat ihre Organisation so weit im Griff, dass eine Spaltung in Maximalisten und Realisten derzeit  nicht droht. Die Regierung vermochte es wiederum, alle Angriffe aus dem singhalesisch-nationalen Lager abzuwehren. Dort verdammen nicht wenige den Friedensprozess als Ausverkauf an die Tamilen. 

Eine weitere wichtige Frage ist, welche Folgen diese Entwicklungen für Asylbewerber aus Sri Lanka in Deutschland hat und haben wird.

ad 3) 26.2.2003, 20 Uhr, Köln, Agus R. Sarjono liest aus seinem Werk "Frische Knochen aus Banyuwang"
Kontakt: Karl Mertes (mertes@netcologne.de)
Ort: Literaturhaus Köln, Im Mediapark 6, Eintritt 4,00/6,00 Euro

Agus R. Sarjono, 1962 in Bandung geboren, ist als Dichter und Publizist bekannt geworden. Er zählt zu den populärsten Autoren der jüngeren Generation Indonesiens und markiert mit seiner Lyrik den Wertewandel zwischen Tradition und Trauma, Innenansichten und Innovation auf dem Weg in die Demokratie.

Als Dichter sowie Mitherausgeber und Redakteur des Literaturmagazins Horison, Präsident des Nationalen Literaturkomitees und Dozent am Theater-Institut in Bandung hat Sarjono maßgeb-lichen Einfluss auf die aktuellen Debatten in seinem Heimatland.

 Seine Literatur sowie seine öffentlichen Stellungnahmen legen beredtes Zeugnis von einer Grat-wanderung ab, die nie ihr Ziel aus dem Auge verliert, aber das neue Terrain eher vorsichtig erobert. Sarjonos Gedichte fehlen in kaum einer der wichtigen Anthologien, die in den krisen-geschüttelten 90er Jahren in Südostasien erschienen,

Gegenwärtig arbeitet Agus R. Sarjono an der Übertragung von Gedichten Bertold Brechts ins Indonesische. 

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung M7 und dem Heinrich-Böll-Haus, Langenbroich e.V. statt, auf dessen Einladung Sarjono gegenwärtig in Deutschland ist. Berthold Damshäuser rezitiert die deutschen Übersetzungen und Martin Jankowski erläutert seine Mitwirkung an der Publikation Sarjonos, Moderation Karl Mertes.

ad 3) 9.3.2003, 17 Uhr, Gründungsversammlung der Deutsch-Osttimoresischen Gesellschaft
Datum:  09. März 2003, 17-18h30,
Ort:   Gesellschaft für Berufliche Bildung, Hülchrather Str. 2, Köln
Kontakt: Andrea Fleschenberg (osttimor@yahoo.de)

Loron diak liebe Osttimor-Freunde!

Am 20.05.2002 ist Osttimor nach mehreren Jahrhunderten kolonialer Fremdbestimmung, jahrzehntelanger brutaler indonesischer Okkupation und zweieinhalbjähriger UNO-Verwaltung unabhängig und 192. Mitglied der Vereinten Nationen geworden. Ende letzten Jahres unterzeichnete der osttimoresische Außenminister, Nobelpreisträger Ramos-Horta, mit der deutschen Regierung ein Entwicklungshilfeabkommen. Auf diese denkwürdigen Momente haben viele von uns lange Jahre gewartet und durch eine Vielzahl von Solidaritätsaktionen hin gewirkt.

Wir möchten weiterhin das osttimoresische Volk begleiten. Für den schwierigen Weg zu Demokratie, Zivilgesellschaft und nachhaltiger Entwicklung wird auch in Zukunft die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft benötigt und gewünscht. Daher möchten wir die Deutsch-Osttimoresische Gesellschaft e.V. mit Sitz in Köln gründen. Als gemeinnütziger, parteiunabhängiger, konfessionsloser Arbeitskreis wollen wir aktiv die deutsch-osttimoresischen Beziehungen in den unterschiedlichsten Bereichen, von der Öffentlichkeitsarbeit bis zur Entwicklungshilfe, mit gestalten. Für Vorschläge, Ideen und Projekte sind wir offen und würden uns über Ihr Engagement als aktives, beratendes oder als Fördermitglied sehr freuen. Deswegen möchten wir Sie herzlich einladen zur Gründungsversammlung der Deutsch-Osttimoresischen Gesellschaft e.V. (DOTG).

Den Satzungsvorschlag können Sie über die o.g. Adresse anfordern. Weitere Informationen über unsere bisherigen Aktivitäten (als informeller Kreis) finden Sie unter www.osttimor.de. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter osttimor@yahoo.de zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Sie und Ihre Ideen!

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Bestellung und Abbestellung des Asienhaus-Rundbriefes
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Asienstiftung Essen/Asienhaus Essen, Bullmannaue 11, D-45327 Essen,
Tel.: +49-201-8303838, Fax: +49-201-8303830

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Koreaverband: koreaverband@asienhaus.de
Philippinenbüro: philippinenbuero@asienhaus.de
SOA-Infostelle: soainfo@asienhaus.de

Spendenkonto des Asienhauses: 8204102, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00
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