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Asienhaus-Rundbrief 9/2007, 8.6.2007

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In Kürze:
1) Neuerscheinung: Singapur - Globale Stadt und autoritärer Staat
2) 30.6., Bremen: Nordtreffen des Asienhauses

3)
SocialBay: Zwischenbilanz einer pffigen Idee zu spenden
4) Hintergrund: Biodiesel - Gewinner und Verlierer
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ad 1) Neuerscheinung: Singapur - Globale Stadt und autoritärer Staat 
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Neu erschienen ist das Buch von Rolf Jordan: Singapur. Globale Stadt und autoritärer Staat. Horlemannverlag (http://www.horlemann-verlag.de), Bad Honnef 2007. 224 Seiten. ISBN 978-3-89502-237-1, Preis: 14.90 Euro. Der Autor ist Vorsitzender der Südostasien-Informationsstelle im Asienhaus, das Buch ist mit Unterstützung des Asienhauses erschienen.

Singapur – das ist für die meisten Menschen hier zu Lande vor allem eine moderne Metropole in Südostasien, ein Wirtschaftswunderland und ein beliebter Zwischenstopp auf dem Weg zu den Fernreisezielen in Thailand, auf Bali und anderswo in der Region. Gleichzeitig haben drakonische Strafen für bereits kleinste Vergehen und eine anhaltend hohe Zahl von Hinrichtungen dem Stadtstaat über die Jahrzehnte auch im Ausland den Ruf eines autoritären Landes eingebracht. Und während selbst ehemalige Diktaturen wie Indonesien mittlerweile auf dem Weg der Demokratisierung sind, bleiben Meinungsfreiheit und politische Opposition in Singapur weiterhin eingeschränkt.

Autoritäre Politik und Repression sind zentrale Elemente einer Entwicklungspolitik, die Singapur zu einem der reichsten Staaten Südostasiens gemacht habt und die den Menschen im Land einen Wohlstand bescherte, der in der Region ohne Vergleich ist. Doch die sozialen Kosten dieses ‚autoritären Developmentalism’ sind hoch und das Buch zeigt auf, wer die Gewinner und wer die Verlierer dieser Politik sind. In sieben Essays spürt das Buch den vielschichtigen Formen dieser autoritärer Politik in Singapur und ihren Auswirkungen auf das Alltagsleben der Menschen im Stadtstaat nach.

 

ad 2) 30.6., Bremen: Nordtreffen des Asienhauses
Kontakt: klaus.fritsche@asienhaus.de, Einladung als pdf

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Im November letzten Jahres fand erstmalig ein Treffen von ehrenamtlichen Mitar­beiterInnen des Asienhauses und an unserer Arbeit interessierter in Bremen statt. Für den 30. Juni 2007 möchten wir Euch zu einem nächsten Treffen einladen. Das Treffen findet statt im von 11-15 Uhr im Bremer Informationszentrum für Menschenrechte (BIZ), Breitenweg 27 (am Busbahnhof)

Auf der Tagesordnung steht die Diskussion des ASEM-Prozesses (Input von Klaus Fritsche), Überlegungen zu Veranstaltungen in Norddeutschland und das Verhältnis zum Asienhaus.

ad 3) SocialBay: Bilanz einer pfiffigen Idee zu spenden
Kontakt: SocialBay, siehe auch asienhaus.de/sachspenden 

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Wir haben Sie schon im vergangenen auf die pfiffige Idee der Sozial AG hingewiesen, Sachspenden in Geld umzuwandeln. In der Zwischenzeit wurde das auch von Freunden des Asienhauses genutzt und ein Betrag von ca. 200 Euro für unsere Arbeit gespendet. SocialBay hat jetzt eine erste Zwischenbilanz vorgelegt und mitgeteilt, das bis jetzt über 5.000 Sachspenden über ebay versteigert wurden. Der Bericht gibt Ihnen vielleicht Anlass, diesen Spendenweg für eine Organisation Ihrer Wahl zu nutzen.

Vor einiger Zeit haben wir Sie über den Start von "SocialBay" informiert. Dieses Projekt unserer Gründerorganisation Sozial-AG versteigert über das Internet-Auktionshaus ebay Sachspenden zugunsten gemeinnütziger Einrichtungen - eine wirkungsvolle Möglichkeit für Initiativen und Vereine, zusätzliche Spenden zu empfangen.

Miittlerweile ist das Projekt erheblich gewachsen. Fast 20 Langzeitarbeitslose und Behinderte sind jetzt - gefördert durch die Agentur für Arbeit und den Europäischen Sozialfonds - bei eBay tätig und bieten im Internet Sachspenden an. Mit viel positiver Resonanz: Mehr als 5.000 gespendete Artikel sind bereits auf diesem Weg für gute Zwecke verkauft worden, über 30.000 Besucher sehen sich monatlich die Angebote an.

Für die (Sach-)Spender ist das Verfahren denkbar einfach und - das ist das Besondere - kostenlos. Das Paket mit den Sachspenden kann an jeder Postfiliale abgegeben werden, die Paketgebühren übernimmt "SocialBay". Der Erlös der versteigerten Gegenstände wird von SocialBay automatisch an die vom Spender bestimmte gemeinnützige Einrichtung weitergeleitet. Auf Wunsch erhält der Spender eine steuerabzugsfähige Spendenquittung über den Erlös.

Nutzen Sie diese neue Spendenmöglichkeit für Ihren Verein! Sicher gibt es unter Ihren Mitgliedern und Freunden viele, die über Gegenstände verfügen, die sich für Ihren Verein versteigern lassen. Werben Sie in Ihrem verein für SocialBay!

ad 4)  Hintergrund: Biodiesel - Gewinner und Verlierer
von John Vidal (Artikel als pdf-Datei), Bericht von UN-Engergy

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Der Kampf gegen den Klimawandel ist in aller Munde. Eines der Rezepte zur Reduzierung des Ausstosses an Treibhausgasen: die Verwendung von Bioenergie. Schon häufig haben NRO auf die negativen Folgen dieser Entwicklung hingewiesen. Diese Sorgen untermauert ein von UN-Energy veröffentlichter Bericht, den der folgende Artikel am 18.5. im Guardian veröffentlichte Bericht von John Vidal zusammenfasst. Die Übersetzung besorgte Chantal Jessica Füllbeck, Praktikantin im Asienhaus. Der Bericht ist zu finden im Internet unter http://esa.un.org/un-energy/pdf/susdev.Biofuels.FAO.pdf

Der globale Ansturm, statt Öl aus Pflanzen gewonnene Energie zu nutzen, wird die Entwaldung beschleunigen, Kleinbauern von ihrem Land vertreiben und zu ernsthaften Nahrungsmittelknappheiten und wachsender Armut führen, wenn diese Entwicklung nicht sorgfältig gehandhabt wird. Das ist das Ergebnis der bisher umfassendsten Studie die bisher zu zur für die Energieerzeugung nutzbarer Pflanzen erstellt worden ist. 

Der Bericht der Vereinten Nationen, zusammengestellt von 30 weltweiten Agenturen, umfasst Quellen zur Ölgewinnung wie Palmöl, Mais, Zuckerrohr, Soja und Purgiernuss. Reiche Länder sehen den intensiven Anbau dieser Pflanzenarten als alternativen Brennstoff als einen Weg, ihren eigenen CO²-Ausstoß zu reduzieren. Ihre Produktion kann helfen, den Ölpreis zu stabilisieren, neue Märkte zu öffnen - und wird zu höheren Warenpreisen für die armen Bevölkerungsteile führen. 

Aber die UN hält die Regierungen dringend dazu an, sich vor den humanitären und ökologischen Auswirkungen in Acht zu nehmen, denn manche von ihnen werden irreversibel sein. 

Der Bericht, der am 8. Mai 2007 veröffentlicht wurde, zeigt die Gewinner und Verlierer auf, und wird sicherlich sorgfältig von der aufstrebenden Millionen-Dollar-Industrie in diesem Bereich gelesen, die auf diesem Weg in 20 Jahren ihren Anteil an der Weltenergieproduktion auf 25 Prozent steigern wollen.

Die weltweite Produktion von Pflanzen zur Energiegewinnung verdoppelt sich alle paar Jahre, und bis heute haben sich 17 Länder zu einem Anbau in großem Umfang verpflichtet. 

Im letzten Jahr wurde mehr als ein Drittel der gesamten Maisproduktion der USA zur Herstellung von Ethanol, der Basis für Brennstoff, verwendet. Das bedeutet einen Anstieg um 48% im Vergleich zum Jahr 2005. Brasilien und China bauen diese Pflanzen auf über 20 Mio. Hektar an. Die Europäische Union hat festgelegt, dass bis zum Jahr 2020 10% der Ölproduktion aus der Biodiesel-Gewinnung stammen sollen. 

Es soll konventionelles Öl und Benzin substituieren und  kann eine große Rolle dabei spielen, die im Transportwesen entstehenden Emissionen zu verringern.

Auf der einen Seite hebt die UNO positiv hervor, dass durch den Anbau der Ölpreis stabilisiert werden oder sogar sinken könne, wovon ärmere Länder profitieren können. Aber sie räumt auch ein, dass bereits Wälder gerodet wurden, um das Land für riesige Palmöl-Plantagen zu nutzen. Umweltgruppen argumentieren, dass dies katastrophale Auswirkungen auf das Weltklima habeund sich verheerend für im Wald leben Tiere - wie z.B. Orang-Utans in Indonesien - auswirken könne. 

Die UNO warnt: „Wo Nutzpflanzen für Energiezwecke angebaut würden, könne die Nutzung von großflächigem Anbau zu einem signifikanten Verlust der Artenvielfalt,  Bodenerosion und Auslaugen der nährstoffreichen Böden führen. Auch die Anpflanzung verschiedener Arten könne negative Auswirkungen haben, falls sie Urwälder oder Weideland verdrängen.“ 

Aber die Ergebnisse der Studie lassen keine eindeutige Aussage darüber zu, ob die ärmeren Länder, in denen nach aller Voraussicht der größte Teil der Pflanzen angebaut werden wird, darunter eher leiden oder davon profitieren werden. Eine Argumentation lautet, dass für die Plantagen das beste Ackerland benutzt werden wird, und damit die Lebensmittelpreise weltweit steigen. Davon könnten einige Landwirte profitieren, andere benachteiligt werden, und zu einer Verteuerung der Nahrungsmittelnothilfe führen. 

„Die Ausweitung der Produktion (von Biodiesel) bringt Ungewissheit. Es könnte gut die Schwankungen der Nahrungsmittelpreise verstärken und sich negativ auf die Nahrungssicherheit auswirken.“ schließt der von UN-Energy erstellte Bericht. 

„Der Nutzen für die Landwirte ist nicht gesichert, und es könnte zu einer Erhöhung der Kosten kommen. Das Anpflanzen kann besonders nachteilig für Farmer sein, die kein eigenes Land besitzen, sowie für die arme Stadt- und Landbevölkerung, weil für sie der Druck auf ihresohnehin schon eingeschränkt zur Verfügung stehenden  Mittel noch größer wird“. Im schlimmsten können Biodiesel-Programme zu einer Konzentration des Eigentums in wenigen Händen enden, welche die ärmsten der Landwirte ihres Landes beraubt und sie in noch größere Armut stößt.“, so der Bericht. 

Laut dem Bericht können die Pflanzen die landwirtschaftliche Ökonomie sowohl reicher als auch armer Länder verändern, neue Großinvestoren und Kapitalgeber anziehen, aber möglicherweise auch zu Problemen führen. „Große Investitionen in diesem Bereich signalisieren bereits  das Aufkommen einer neuen Bio-Ökonomie, und es besteht die Möglichkeit, dass weitere Großunternehmen den Landwirtschaftssektor für sich entdecken und die Bauern unter Druck setzen, indem sie den Produzenten Preise diktieren und die Gewinne einstreichen.“, so der Bericht weiter. 

Im Bericht heißt es weiter, dass es keine Garantie dafür gebe, dass durch die Verwendung dieser Energie die Treibhausemissionen gesenkt werden. Die Produktion und Verwendung von Biodiesel bringt zwar eine Reduktion der Emissionen, verglichen mit Mineralöl. Allerdings muß sichergestellt werden, dass keine Wälder abgeholzt werden oder Torf gestochen, in dem der Kohlenstoff von Jahrhunderten gelagert ist.   

„Mehr und mehr Menschen realisieren, das schwerwiegende ökologische Fragen und solche der Nahrungssicherheit mit der Bioenergie zusammenhängen. Der Klimawandel ist sicher die gravierendste, aber man kann den Klimawandel nicht aufhalten, in dem man großangelegte Abholzung betreibt“, so Jan van Aken von Greenpeace in Amsterdam. 

„Bioenergie versorgt uns mit einer Fülle von Möglichkeiten, Themen wie den Klimawandel, Energiesicherheit und Landentwicklung anzugehen. Aber Investitionen müssen sorgsam geplant werden, um zu vermeiden, neue ökologische und soziale Probleme zu erzeugen.“, sagt Achim Steiner, Geschäftsführer des UNO Umweltprogramms (UNEP). 

Copyright Guardian News & Media Ltd 2007; http://environment.guardian.co.uk/
Die englische Version des Artikels findet sich unter http://www.chinadialogue.net/article/show/single/en/1017 

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