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Asienhaus-Rundbrief 9/2008, 25.9.2008
      
28.9. - Tag der offenen Tür im Asienhaus

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In Kürze:
1) 28.9.: Kultur und Politik im Asienhaus - Tag der offenen Tür
2) Presseerklärung: Ein Jahr nach den Protesten in Burma
3) Neu: Osttimor am Scheideweg - Focus Asien 31 erschienen

4.) Ergebnisse des ASEM Social Partners Forum
5.) Die Thüringisch-Kambodschanische Gesellschaft stellt sich vor
 
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ad 1) 28.9., 13-18 Uhr: Kultur und Politik im Asienhaus - Tag der offenen Tür
Kontakt: Klaus.Fritsche@asienhaus.de, Veranstaltungsprogramm

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Liebe Freunde und Freundinnen des Asienhauses,
sehr geehrte Damen und Herren,

seit mehr als 12 Jahren hat das Asienhaus seinen Sitz im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Zeche Zollverein in Essen Katernberg. Sie haben in der einen oder anderen Weise in den letzten Jahren Kontakt mit uns gehabt - sei es als Spender, als Mitwirkende oder als Leser dieses Asienhaus-Rundbriefs.

Wir laden Sie heute herzlich zu unserem „Tag der offenen Tür“ ein, der am 28.9. im Rahmen des Zechenfestes Zollverein (siehe www.zollverein.de) von 13-18 Uhr stattfinden wird.

Dieser „Tag der offenen Tür“ steht unter dem Motto „Kultur und Politik im Asienhaus“, denn neben Filmen und Vorträgen aus der Arbeit der Asienhaus-Vereine präsentieren wir Ihnen Bilder der Malerin Erika Lomberg, in denen die Künstlerin ihre Erfahrungen in China und Bali verarbeitet.

ad 2) Presseerklärung: Ein Jahr nach den Protesten in Burma
Kontakt: burma@asienhaus.de, Presseerklärung als pdf-Datei 

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Ein Jahr nach der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste in Burma wenden sich ACAT, Aktionsgruppe Burma Berlin, Amnesty International, Asienhaus, Burma Büro, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Frankfurter Burma-Netzwerk, Gesellschaft für bedrohte Völker, Gustav Heinemann-Initiative und Terre des Hommes mit folgender Erklärung an die Öffentlichkeit.

 

Am Freitag, dem 26. September, jährt sich der Beginn der gewaltsamen Niederschlagung der bis dahin friedlichen Proteste in Burma zum ersten Mal: Seit dem 18. September 2007 demonstrierten Zehntausende Menschen unter der Führung von Mönchen gegen hohe Lebenshaltungskosten und das Militärregime. Es folgten Razzien, eine Welle von Verhaftungen und Gewalt; Klöster wurden zwangsweise geschlossen. Viele Mönche und Dissidenten mussten fliehen oder untertauchen.

 

Zwar hat die burmesische Regierung gerade in dieser Woche um die 9.000 Gefangene freigelassen, darunter auch einige wenige politische Gefangene, verbessert hat sich die Lage in dem südostasiatischen Land insgesamt jedoch nicht, im Gegenteil:

 

Kurz vor dem Jahrestag wird vermehrt von neuen Verhaftungen und weiteren Razzien berichtet, so etwa am 5. September 2008 im Malayone Kloster, in Ranguns Thanlin Township. Zuletzt wurde am 10. September 2008 die bek Aktivistin der 88er-Studentengeneration, Nilar Thein, inhaftiert.

 

Noch immer halten die Militärmachthaber mehr als 600 Menschen in Gefangenschaft, die während der Proteste verhaftet wurden. Insgesamt befinden sich mehr als 2.100 Menschen in politischer Haft, berichtet Amnesty International. Allein in den letzten zwölf Monaten wurden über 800 politische Gefangene zu Haftstrafen verurteilt.

 

Mit einem Verfassungsreferendum im Mai dieses Jahres haben sich die Militärs die vorherrschende Rolle im Land festschreiben lassen. Die Abstimmung war von Einschüchterung und Unterdrückung gekennzeichnet, so dass mehr als 92 Prozent der Bevölkerung dem Referendum zugestimmt haben sollen. Oppositionsgruppen wurden von der Erarbeitung der Verfassung hingegen systematisch ausgeschlossen. Diese genügt internationalen Menschenrechtsstandards ebenso wenig wie das Referendum, in dem sie beschlossen wurde.

 

Die internationale Gemeinschaft unter Führung der Vereinten Nationen hat das Militärregime mehrfach aufgefordert, den Dialog mit der Opposition und den Repräsentanten der ethnischen Minderheiten zu suchen – ohne Erfolg. Auch die letzten Besuche des VN-Sonderberichterstatters für Menschenrechte in Myanmar, Tomás Ojea Quintana, Anfang August 2008 und des Sondergesandten der Vereinten Nationen, Ibrahim Gambari, Anfang September 2008, endeten ergebnislos.

 

Doch die Proteste in Burma dürfen nicht ungehört verhallen. Die internationale Gemeinschaft darf sich nicht länger von den Machthabern Burmas an der Nase herumführen lassen. Alle beteiligten Kräfte – VN, ASEAN, China, USA und EU - müssen gemeinsam auf konkrete Verbesserungen drängen. Dringend erforderlich ist auch die von VN-Generalsekretär Ban Ki-Moon für Dezember 2008 in Aussicht gestellte Reise nach Burma. Vorrangig müssen sie sich für die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen einsetzen.

 

Darüber hinaus muss die internationale Gemeinschaft deutlich machen, dass sie die neue Verfassung des Landes nicht als Grundlage für weitere Verhandlungen akzeptiert.

 

ad 3) Neu: Osttimor am Scheideweg - Focus Asien 31
Bestellung an:
vertrieb@asienhaus.de, Publikation zum Download (660 KB)

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Die neueste Ausgabe von Focus Asien entstand als Ergebnis eines von der Deutschen Osttimor Gesellschaft (DOTG), Watch Indonesia und dem Asienhaus organisierten Workshops. Sie befasst sich mit den aktuellen Entwicklungen in Osttimor sowie dem internationalen Engagement in Osttimor.
Diese Ausgabe ist in gedruckter Form zum Preis von 5 Euro zu beziehen.

 

ad 4) Ergebnisse des 1. ASEM Social Partners Forum

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Der 7. ASEM-Gipfel wird am 24.-25. Oktober in Beijing stattfinden, verbunden mit weiteren Konferenzen im Vorfeld, darunter auch das 7. Asia-Europe-Peoples'-Forum. Bereits Ende Juni trafen sich in Brüssel 150 Teilnehmer zum "Ersten ASEM Social Partners Forum" aus über 40 ASEM-Mitgliedsländern. Vertreter von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Regierungen diskutierten Fragen einer sozialeren Gestaltung der Globalisierung und einer Verstärkung der Einbeziehung der Sozialpartner in den ASEM-Prozess.

Den Summary Report dieser Konferenz finden Sie hier. 

ad 5) Die Thüringisch-Kamboschanische Gesellschaft stellt sich vor
von
Oda Riehmer, Text als pdf-Datei

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Wie kann der Einzelne einen Beitrag zur Entwicklungshilfe leisten und auch sicher sein, dass sein Engagement sinnvoll ist und bei den Menschen ankommt? Eine Antwort auf diese Frage bietet ein kleiner Hilfsverein aus Thüringen, der sich schon seit vielen Jahren erfolgreich für das südostasiatische Land Kambodscha engagiert. Die Autorin des Beitrages ist Mitglied der Thüringisch-Kambodschanischen Gesellschaft, war 2007 mit Unterstützung des Anke-Reese-Stipendiums der Asienstiftung in Kambodscha und absolviert zur Zeit ein Praktikum im Asienhaus.

Die Anfänge

Die Thüringisch-Kambodschanischen Gesellschaft e.V. (TKG) hat ihren Ursprung in der sozialistischen Solidarität zwischen der DDR und dem südostasiatischem Land. In den 80er Jahren studierten etwa 350 kambodschanische Studenten in der DDR, unter anderem in Ilmenau und Erfurt und die ersten Kontakte wurden geknüpft.

Nach der Wende nahm der Freistaat Thüringen Kontakt zum Königreich Kambodscha auf und verschiedene Projekte wurden vereinbart, unter anderem eine Pilotkompostierungsanlage in Phnom Penh. Dieses Projekt gibt es noch heute, aus den damaligen Projektpartnern wurden Freunde. Im Jahr 2000 beschloss man, der zukünftigen Zusammenarbeit mit der Gründung der Thüringisch-Kambodschanischen Gesellschaft e.V. einen Rahmen zu geben. Als Ziel der setzte man sich, in Kambodscha für die ärmsten Schichten der Bevölkerung Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und in Deutschland das asiatische Land mit seiner Kultur und seinen Menschen bekannt zu machen. Der am Anfang kleine Kreis von Umweltexperten aus Deutschland und Kambodscha hat sich mit der Zeit enorm vergrößert und auch die Aktivitäten haben sich mittlerweile ausgeweitet.

Die Pilotkompostierungsanlage

Wie in allen Entwicklungsländern gibt es ein massives Problem mit der Umweltverschmutzung in Kambodscha. Alles wird dort in Plastiktüten verpackt und landet auf der Mülldeponie in Phnom Penh, wo sich der ganze unsortierte Müll zu riesigen Bergen auftürmt, die immer wieder angezündet werden, dazwischen verwahrloste Kinder auf der Suche nach Wertstoffen, die man noch zu Geld machen kann. Die giftigen Sickerwässer aus der ungesicherten Deponie werden vom Regen in den anliegenden See gespült, an dessen Ufer viele arme Phnom Penher Familien leben. 

Die Kompostierungsanlage leistet einen Beitrag dazu, die Menschen für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Es wird gezeigt, dass Mülltrennung Sinn macht und man aus biologischen Abfällen wertvollen Kompost herstellen kann. Der Kompost findet guten Absatz bei vielen kleinen Bauern, die durch den Einsatz von Kompost statt mineralischem Dünger ihre Einkommenssituation teils deutlich verbessern können. Außerdem arbeiten und leben auf der Kompostierungsanlage zwei Familien, die ehemals als „Wastepicker“ auf der Deponie gearbeitet haben. Mittlerweile ist die Förderung des Projektes durch den Freistaat Thüringen ausgelaufen und die kambodschanische NGO COMPED hat die Leitung dieses Projektes übernommen.  

Die Patenschaften und Schulprojekte

Um sich vor Ort in Kambodscha auf einen verlässlichen Partner stützen zu können, gründete die TKG gemeinsam mit den kambodschanischen Partnern im Jahr 2002 die kambodschanische NGO COMPED (www.comped-cam.org). COMPED ist als die Partnerorganisation der TKG Dreh- und Angelpunkt für die Arbeit in Kambodscha, z.B. um Hilfsprojekte vorzuschlagen.

Der Direktor der Organisation, Chau Kim Heng, studierte einst auch Physik in Berlin. Weil er einen Teil seiner Kindheit in den Arbeitskollektiven des damaligen Diktators Pol Pot verbringen musste, liegen ihm besonders die Kinder am Herzen. Mit Chau Kim Heng als Koordinator vor Ort hat die TKG als zweites Hauptprojekt u.a. bisher 6 Schulgebäude an 4 Schulen renoviert oder neu gebaut und betreut mehr als 50 direkte Schul- und Ausbildungspatenschaften. Dabei werden Kinder in verschiedenen Provinzen des Landes finanziell unterstützt, damit ihre Eltern sie zur Schule schicken können. Oft ist es so, dass gerade die Mädchen nur ein paar Jahre zur Schule gehen können, um dann die Eltern bei der Versorgung der Familie zu unterstützen. Die Finanzierung erfolgt durch Spenden und Zuwendungen, bei den Patenschaften durch den Beitrag der deutschen Pateneltern.

Wie wichtig und sinnvoll eine Förderung von begabten, aber sozial benachteiligten Kindern ist, zeigt das Ergebnis einer landesweiten Mathe-Olympiade vom letzten Jahr: Gleich zwei TKG-Patenkinder nahmen als die besten Schüler ihrer Provinz teil und glänzten mit guten Ergebnissen. Ein anderes Mädchen konnte mit Hilfe der deutschen Pateneltern eine Ausbildung als Schneiderin machen: Sie ernährt mit ihrem Verdienst mittlerweile ihre gesamte Familie und hat versprochen, später selber Mädchen aus armen Verhältnissen auszubilden. An diesem Beispiel wird deutlich, wie „Hilfe zur Selbsthilfe“ – das Hilfs-Konzept der TKG – funktionieren kann.

Jugendförderung und Forschung

Aber der Aktionsradius der TKG beschränkt sich nicht auf die Umwelt- und Bildungsprojekte: Schon immer unterstützt der Verein junge Leute aus Deutschland, die nach Kambodscha gehen, um dort zu forschen oder ein Praktikum zu machen. Wie zum Beispiel Martin Ritter, der sich seit 2000 mit dem Thema Medien und Demokratisierung auseinandersetzte. Er forschte dazu mehrere Monate in Kambodscha und beendete diese Arbeit in diesem Jahr mit einer Doktorarbeit und einer Exkursion mit Studenten der Universität Erfurt in das Königreich der Khmer. Seit dem sind noch viele andere junge Leute aus Deutschland in Kambodscha gewesen und konnten mit eigenen Projekten oder als Freiwillige bei der NGO COMPED mit Hilfe der TKG viele wichtige Erfahrungen sammeln und ihren eigenen kleinen Beitrag zur Entwicklungshilfe leisten. Seit dem letzten Jahr arbeiten die TKG und COMPED außerdem mit der kleinen Organisation Nothelfergemeinschaft der Freunde e.V. (www.nothelfer.org) zusammen, um weitere Freiwillige nach Kambodscha zu vermitteln. Mit Hilfe der Nothelfergemeinschaft kann die TKG in diesem Jahr auch den ersten Zivildienstleistenden Thüringens nach Kambodscha entsenden: Fabian Gutjahr wird ab September für elf Monate seinen Freiwilligendienst bei COMPED antreten.

Die Arbeit in Deutschland

Derzeit hat die TKG 83 Mitglieder aus Thüringen und Deutschland und 10 Ehrenmitglieder in Kambodscha. Dementsprechend vielfältig sind auch die Aktivitäten des Vereins in Deutschland. Um die Arbeit besser zu verteilen, können sich die Mitglieder in Arbeitsgruppen engagieren, wie zum Beispiel Projekte, Veranstaltungen oder Patenschaften. Der Verein versucht so, auf vielen Wegen über das kleine asiatische Land zu informieren und die Menschen für die Probleme in Kambodscha zu sensibilisieren. 

Der Kambodschanische Abend

Die größte Veranstaltung des Vereins ist der Kambodschanische Abend, der jedes Jahr im Herbst im Erfurter Rathaussaal stattfindet. Der Abend ist als Treffpunkt von Kambodschafreunden aus ganz Deutschland und Unterstützern der TKG-Vereinsarbeit zur festen Institution geworden. Vor allem die musikalische Untermalung durch Musiker der bekannten deutsch-kambodschanischen Band Bayon lockt jedes Jahr viele Neugierige in den Festsaal. Daneben gibt es die Möglichkeit, die kulinarischen Besonderheiten des Landes kennen zulernen und Einblicke in die Kultur der Khmer zu gewinnen, sei es durch Reiseberichte von Besuchern oder Kambodschaner selbst, die von ihrem Land erzählen.

Neue Ziele

Aber die TKG sucht immer nach neuen Wegen, um in Deutschland auf Kambodscha aufmerksam zu machen: So entstand zuletzt ein Kalender mit Zeichnungen kambodschanischer Kinder aus den Schulen, die mit TKG-Hilfe gebaut wurden. Die Setzung eines Aids-Pflastersteines für die vielen Aids-Opfer Kambodschas ist am 1.12.2008, dem Welt-Aids-Tag, in Weimar geplant. 

Als nächstes großes Projekt in Kambodscha sollen in der drittgrößten Stadt des Landes die Arbeits- und Lebensbedingungen der Familien der Müllsammler auf der großen Deponie der Stadt verbessert werden. Das  „Soziale Abfallzentrum Battambang“ wird neben einer kleinen Kompostierungsanlage und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation der Müllsammler auch eine Sozialstation haben, in welcher die durch die Umwelteinflüsse der Deponie oft lernschwachen Kinder betreut werden sollen. Die TKG hofft bei diesem bisher größten Projekt auf die Unterstützung des BMZ.

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Tel.: +49-201-8303838, Fax: +49-201-8303830
weitere Kontakte unter www.asienhaus.de/ansprechpartner 
verantwortlich: Klaus Fritsche
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