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BURMA NACHRICHTEN 10/2008, 08. August

Meldungen:
Weltweites Gedenken an 8888
Burma-Besuch des UN-Menschenrechtsbeauftragten
Burma ratifiziert Menschenrechtscharta der ASEAN
Zwei Drittel der Todesopfer des Zyklon sind Frauen
Keine Importe von Edelsteinen in die USA
Engagement von Versicherungen in Burma
Weniger Auslandsinvestitionen
Entschädigung für Erstickungsopfer
Rohingya-Flüchtlinge sterben Hungertod
Sechs Sportler bei Olympiade
Ankündigung 10. August 2008, Offenbach: Eröffnung des buddhistischen Tempels

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Weltweites Gedenken an 8888

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Weltweit haben Demonstranten heute, am 8.8.2008, der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung in Burma vor 20 Jahren gedacht. Viele Protestaktionen fanden vor chinesischen Botschaften statt, um am Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele in Beijing an Chinas Verantwortung zu appellieren. China gilt als der wichtigste Unterstützer der Militärjunta, liefert Waffen, ist in lukrative Geschäfte involviert und ergreift auf internationalem Parkett immer wieder Partei für Burma.
In Burma waren die Sicherheitsmaßnahmen im Vorfeld erhöht worden und Hunderte Bereitschaftspolizisten im Einsatz.
Vor 20 Jahren führten in Burma Studenten landesweite Proteste gegen die Militärregierung an. Ärger und Frustration über die Militärherrschaft und Misswirtschaft seit 1962 mündeten in friedlichen Demonstrationen. Das Militär reagierte darauf mit Gewalt. Am 8.8.1988 fand die Niederschlagung der Proteste ihren blutigen Höhepunkt. Durch Militärgewalt wurden mindestens 3000 Studenten, Mönche und andere Zivilisten getötet.

Burma-Besuch des UN-Menschenrechtsbeauftragten

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Der neue UN-Sonderberichterstatter zur Menschenrechtssituation in Burma, Tomas Ojea Quintana, reiste am 3. August nach Burma, um sich ein Bild von der aktuellen Situation zu verschaffen. Während seines Besuches traf er neben Regierungsoffizieren auch Mönche, Vertreter ethnischer und politischer Gruppen sowie Vertreter von NGOs in Rangun. Außerdem besuchte er prominente politische Gefangene im Insein-Gefängnis, darunter den Journalisten Win Tin, die Arbeitsrechtsaktivistin Su Su Nway und den Mönch U Gambira, eine führende Figur während der Demonstrationen im vergangenen Jahr. Quintana besuchte darüber hinaus Teile des vom Zyklon verwüsteten Irrawaddy-Delta. Amensty international hatte im Vorfeld Quintana aufgefordert, sich für die Freilassung der fast 2000 politischen Gefangenen einzusetzen.
UN News Centre 31.07.08, Agence France Presse 04.,05.08.08

Burma ratifiziert Menschenrechtscharta der ASEAN

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Burma hat als siebtes der zehn Mitglieder des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN die neue Menschenrechtscharta ratifiziert. Die neue Charta der ASEAN sieht die Schaffung eines Menschenrechtsgremiums vor, über dessen Mandat noch verhandelt wird. Burma habe jedoch angedeutet sich allen Bemühungen, einem Menschenrechtsgremium die Möglichkeit zu geben, die Menschenrechtssituation in Burma zu überwachen, entgegenzusetzen. Zwar hat die Regierung für 2010 freie Wahlen in Aussicht gestellt, doch noch immer gibt es in Burma laut amnesty international 1.900 politische Gefangene, darunter die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.
Der Tagesspiegel 22.07.08, Reuters 18.07.08, Associated Press 22.07.08

Zwei Drittel der Todesopfer des Zyklon sind Frauen

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61 Prozent der Todesopfer des Burma-Zyklons seien weiblichen Geschlechts gewesen, so der PONJA-Bericht der Dreiparteien-Gruppe bestehend aus ASEAN, Vereinten Nationen und Militärregierung. In einigen der betroffenen Dörfer seien doppelt so viele Frauen wie Männer im Alter von 18-60 Jahren getötet worden. Ein ähnliches Bild zeichne sich bei den Kindern bis 12 Jahre ab. Der Bericht bezieht sich auf die offiziellen Opferzahlen, welche drei Wochen nach dem Zyklon herausgegeben wurden. Danach seien rund 2,4 Millionen der 7,35 Millionen in den betroffenen Gemeinden lebenden Menschen ernsthaft betroffen gewesen, während andere Quellen von mehr als 5 Millionen ausgehen. Zudem seien große Teile der Reisernte sowie ca. 450.000 aller Häuser völlig und 350.000 Häuser leicht beschädigt worden, so der Bericht. Das Post-Nargis Joint Assessment (PONJA) spricht von notwendiger Unterstützung bis April 2009, um ca. 1,4 Millionen Menschen mit sauberen Trinkwasser und sanitären Anlagen versorgen zu können. Auch sei noch mehr Geld nötig für die Unterstützung der Zyklonopfer und den Wiederaufbau. Allerdings sollen durch die Wechselkursregulierungen in Burma 10 Millionen US-Dollar an Hilfe abgeflossen sein (siehe Burma-Nachrichten 9/2008).
Irrawaddy 28., 30.07.08

Keine Importe von Edelsteinen in die USA

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US-Präsident George W. Bush hat ein Gesetz zum Handelsverbot mit Edelsteinen zwischen Burma und den USA unterzeichnet. Nachdem im Dezember 2007 der US-Senat und nun Anfang Juli das amerikanische Repräsentantenhaus für ein Importverbot gestimmt hatten, lag es an Bush das Gesetz rechtskräftig zu unterschreiben. Das Gesetz verbietet Edelsteinhändlern und Juwelieren Rubine und Jade aus Burma zu importieren. Die USA verhängten zwar schon seit 2003 eine Handelssperre mit Burma, jedoch gab es eine Gesetzeslücke beim Edelsteinhandel. So durften bisher Edelsteine deren Ursprung in Burma war, gehandelt werden, sobald sie in einem Drittland verarbeitet wurden und dann erst in die USA gelangten. Die EU und Kanada haben auch ein Importverbot verhängt.
Deutsche Presse-Agentur  29.07.08

Engagement von Versicherungen in Burma

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Die britische Burma Campaign UK hat einen Bericht zu internationalen Versicherungen herausgegeben, die in Burma arbeiten und durch direkte oder indirekte Versicherungen von Geschäften und Risikoübernahmen das burmesische Regime unterstützen. Durch ihre Versicherungstätigkeiten hätten globale Versicherer Geschäfte wie Fluglinien, Erdgaspipelines, Häfen oder Transport ermöglicht. Die Burma Campaign fordert, dass Versicherungsunternehmen über ihre Interessen aufklären. Die Europäische Union sollte Sanktionen verhängen, die es verbieten, Geschäfte mit burmesischen Versicherungen wie die Myanma Insurance zu machen. Ein Rückzug von Versicherungen hat für das Regime schwere Folgen, da ohne Transportversicherungen im Schiffs- und Flugverkehr der Export von Produkten nicht möglich ist. Aus Deutschland ist die Hannover Rück über eine malaysische Tochter in Versicherungsgeschäfte involviert. Des weiteren listet die Burma Campaign UK u.a. Lloyd's, Atrium Underwriting und XL aus Großbritannien und mehrere Versicherungsgesellschaften aus Japan, Singapur, Malaysia und Australien auf.
Bericht der Burma Campaign unter: http://www.burmacampaign.org.uk/insurance.php
Financial Times 29.07.08, The Observer 28.07.08

Weniger Auslandsinvestitionen

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Laut Regierungsangaben sind die Auslandsinvestitionen in Burma im Finanzjahr 2007-2008 um 77 Prozent gesunken. In den Sektoren Erdgas, Erdöl und Strom waren die Investitionen signifikant niedriger, hier wurde ein Gesamteinkommen von 172,72 Mio. US-Dollar erzielt. Im Vorjahr investierten elf Firmen 471,48 Mio. US-Dollar in Erdöl- und Erdgasgeschäfte und 281,22 Mio. US-Dollar in Stromprojekte. Nach Angaben des Ministeriums für Planung und Entwicklung war Indien der größte Investor in Burma mit 137 Mio. US-Dollar in Erdöl- und Erdgasprojekten. Thailand ist zweitgrößter Investor des Sektors mit 16,22 Mio. US-Dollar. Deutschland investierte 2,5 Mio. US Dollar in die verarbeitende Industrie, Südkorea 12 Mio. US Dollar in den Fischereisektor und Singapur 5 Mio. US Dollar in den Bergbausektor.
Associated France Press / Dow Jones Newswires 25.07.08

Entschädigung für Erstickungsopfer

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Die Angehörigen der im April bei einem Fluchtversuch erstickten Burmesen in Thailand bekommen eine Entschädigung. Laut thailändischen Justizministerium wird eine Versicherungsgesellschaft 35.000 Baht (ca. 800 US-Dollar) an die Verwandten jedes einzelnen burmesischen Wanderarbeiters auszahlen, der bei dem Fluchtversuch in einem Fischkühllastwagen in der thailändischen Provinz Ranong ums Leben gekommen war. 34 Familien wurden bisher Entschädigungen zugesagt. Mögliche weitere Zahlungen folgen nach Prüfung der Unterlagen. Das Unglück ist auf menschliches Versagen zurückzuführen, da der Fahrer die Luftzufuhr im Container nicht angeschaltet hatte. Damals versuchten 121 Menschen von Burma nach Thailand zu fliehen.
Bangkok Post 22.07.08

Rohingya-Flüchtlinge sterben Hungertod

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Aufgrund der schlechten Versorgung sind im Juli fünf Menschen der Rohingya-Ethnie im inoffiziellen Lada Flüchtlingslager verhungert, welches gegenwärtig 1.972 Flüchtlinge beherbergt. Die Flüchtlinge seien nach einem Umzug des Camps in eine stadtferne Gegend durch fehlende Arbeitsmöglichkeiten zur Versorgung ihrer Familien und starken Regen mit einer akuten Nahrungskrise konfrontiert. Die Flüchtlinge seien in der Vergangenheit nicht durch Hilfsorganisationen unterstützt worden. Nach den Todesfällen hätte es jedoch Unterstützung durch die Muslim Aid of UK und die Islamic Relief Organisation gegeben. Laut eines Verantwortlichen der Union Nirbahi solle es in den nächsten Tagen weitere Nahrungsmittellieferungen geben.
Kaladan News 20.,28.07.08
 

Sechs Sportler bei Olympiade

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An den Olympischen Spielen in Beijing werden sechs burmesische Sportlerinnen und Sportler teilnehmen. Die vier Männer und zwei Frauen messen sich in Leichtathletik-, Schwimm-, Bogenschieß- und Rudersportwettbewerben. Bereits im Dezember 2007 gewannen sie Medaillen für Burma bei den Southeast Asian Games (SEA) in Thailand. An den olympischen Spielen von Athen 2004 nahmen zwei burmesische Sportlerinnen an Wettbewerben im Bogenschießen und Gewichtheben teil.
Xinhua 25.06.08

Ankündigung 10. August 2008, Offenbach: Eröffnung des buddhistischen Tempels

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Am 10. August wird der buddhistische Tempel des Buddha Sasana Ramsi Buddhistischer e.V. eröffnet. Ab 9.00 Uhr gibt es Vorträge, Rezitationen, traditionelle burmesische Musik und Tanz mit der Gruppe Shwe Man aus Burma. Anwesend ist u.a. der Mönch U Uttara aus London. Ort: Buddha Sasana Ramsi Buddhistischer e.V., Goethestraße. 51 • 63067 Offenbach am Main, Tel: 069-37409151, 069-37409152 • Fax: 069-37409153

Bereits erschienene Burma-Nachrichten sind auf der Asienhaus-Homepage und in der Online Burma Library nachzulesen.

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