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BURMA NACHRICHTEN 2/2007, 30. Januar

Meldungen:
Bombe in Rangun
EU: Humanitäre Hilfe in Höhe von 15,5 Millionen Euro
Open-your-Heart-Kampagne
Dichter Tin Moe (1933-2007) im Exil gestorben
Entlassung von Zollbeamten aus der Haft
Erfolge in der Drogenbekämpfung?
Bericht über die Verfolgung des Christentums in Burma

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Bombe in Rangun

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Am 15. Januar explodierte eine Briefbombe an einer Post in Shwegondaing, einem Außenbezirk Ranguns und verletzte dabei einen Postangestellten leicht. Die Bombe war an die burmesische Polizei adressiert und enthielt die Absenderadresse einer Botschaft in Rangun, welche noch nicht bekannt gegeben wurde. Zum Anschlag bekannte sich die Organisation Vigorous Burmese Student Warriors, ebenso für eine Bombe am Büro der staatlichen Wohlfahrtsorganisation Union Solidarity and Development Association (USDA) in Pegu, die jedoch nicht detoniert war. Laut Erklärung der Organisation dienten die Angriffe dazu, die Militärregierung einschließlich USDA, Polizei und Feuerwehr sowie ausländische Regierungen, die das Regime unterstützen, zu warnen. In der Erklärung hieß es darüber hinaus, dass die Gruppe alle Mittel anwenden werde, um das Regime und seine Unterstützer anzugreifen und nannte namentlich China und Russland, die kurz davor gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrates ein Veto eingelegt hatten.
Die Vigorous Burmese Student Warriors sind bekannt für militante Aktionen im In- und Ausland. Die bekannteste Aktion war die Besetzung der burmesischen Botschaft in Bangkok 19999 durch fünf Mitglieder der Gruppe mit Waffen und Granaten, die die sofortige Wiederherstellung der Demokratie forderten. Die Belagerung endete, nachdem die thailändischen Behörden mit den Besetzern über die Rückkehr ins Grenzgebiet verhandelten.
Agence France Presse 16.01.07, Irrawaddy 18.01.07

EU: Humanitäre Hilfe in Höhe von 15,5 Millionen Euro

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Die Europäische Kommission hat für besonders hilfebedürftige Bevölkerungsgruppen in Myanmar und für Flüchtlinge, die entlang der Grenze zu Thailand leben, humanitäre Hilfe in Höhe von 15,5 Millionen EUR zugesagt. Mit diesen Mitteln soll zur Deckung des humanitären Grundbedarfs von rund einer Million hilfebedürftigen Menschen beigetragen werden. Die Hilfe dient der Verbesserung der Versorgungslage in den Bereichen Gesundheit, Nahrungsmittelhilfe, Ernährung, Wasserversorgung und Hygiene sowie dem Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen. Darüber hinaus werden über 150 000 Flüchtlinge aus Myanmar, die an der myanmarisch-thailändischen Grenze leben und im Grunde völlig auf internationale Hilfeleistungen angewiesen sind, aus diesen Mitteln unterstützt. Verwaltet werden die Mittel vom Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO).
Seit 1992 hat die Europäische Kommission bereits 106 Millionen EUR humanitäre Hilfe für Bedürftige in Myanmar und entlang der myanmarisch-thailändischen Grenze zur Verfügung gestellt.
Europäische Kommission, Presseerklärung 10.01.07 IP/07/27
http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/07/27&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en
http://ec.europa.eu/echo/field/myanmar/index_en.htm

Open-your Heart-Kampagne

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Tausende Menschen haben Protestbriefe an Seniorgeneral Than Shwe geschrieben, um sich über die harschen Bedingungen im Land zu beschweren. Diese Briefaktion ist Teil einer Kampagne der 88er Studentenbewegung, in der die Menschen aufgefordert wurden, „ihr Herz zu öffnen“ über das Leben im militärregierten Burma. Die Briefe werden von den Aktivisten der 88er-Studentengeneration gesammelt und sollen schließlich an Than Shwe übergeben werden. In den meisten Briefen geht es um die wirtschaftlichen Probleme im täglichen Leben der Menschen, so Min Ko Naing, prominenter Kopf der Gruppe. Die Kampagne, die am 4. Januar, dem Unabhängigkeitstag, begann und einen Monat andauern sollte, wird nun verlängert. Sie gilt als ein seltener Ausdruck zivilen Ungehorsams in Burma.
Agence France Presse 29.01.07

Dichter Tin Moe im Exil gestorben

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Burmas bekannter Dichter Saya Tin Moe (1933 - 2007) starb am 22. Januar in seinem Exil in Kalifornien im Alter von 74 Jahren. Tin Moe gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Dichtern Burmas. Er veröffentlichte mehr als 30 Bücher und Essays und gewann zahlreiche Literaturpreise, darunter den Nationalpreis für Literatur 1965 für sein erstes Buch „The Lantern“ und 2004 den Prinz-Claus-Preis in den Niederlanden für seine „außerordentlichen literarischen Erfolge und seine Rolle die Kultur als Quelle von Kraft, Inspiration und Identität zu bewahren“. Tin Moe unterstützte die Demokratiebewegung seit 1988, stellte sich auf die Seite der Opposition und ihrer Führerin Aung San Suu Kyi, mit deren Mutter Khin Kyi er eng befreundet war. Die Militärregierung verbot seitdem die Neuauflage seiner Bücher, obwohl zuvor seine Gedichte in staatlichen Schulbüchern gelehrt wurden. Zwischen 1991 und 1995 saß Tin Moe eine Gefängnisstrafe ab, 1999 verließ er sein Land. Studentenführer Min Ko Naing sagte in einem Interview über Tin Moes Tod: „es heißt, ein Stern sei letzte Nacht gefallen; doch er wird für Tausende Lichtjahre leuchten“.
Irrawaddy 23.01., 26.01.07

Entlassung von Zollbeamten aus der Haft

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Burmas Militärregierung hat etwa 370 Zollbeamte aus der Haft entlassen, die im vergangenen Jahr wegen Korruption verhaftet worden waren. Das Sonderuntersuchungsbüro begann im vergangenen Mai mit Razzien in der Zollbehörde und nahm mehr als 500 Beamte, darunter den Chef der Behörde fest. Im Oktober waren Gefängnisstrafen zwischen sieben und 66 Jahren wegen Bestechung und Korruption an mehr als 100 Personen verhängt worden, größtenteils Mitarbeiter der Zollbehörde. Diese Strafen stellten die größte Aktion gegen Korruption seit Absetzung von Geheimdienstchef Khin Nyunt 2004 dar. Khin Nyunt war wegen eines angeblichen Korruptionsskandals zu 44 Jahren Haft verurteilt worden, er steht zur Zeit unter Hausarrest. Tatsächlich soll er Khin Nyunt aufgrund politischer Differenzen mit der Führungsriege entlassen worden sein. Korruption und Bestechung sind in Burma weit verbreitet, obwohl die Junta sich zu einer „sauberen Regierung“ bekennt. Verschiedene Ministerien haben letztes Jahr öffentliche Hotlines eingerichtet, unter denen Beschwerden über Korruption von Angestellte der Ministerien eingereicht werden können.
Associated Press 26.01.07

Erfolge im Kampf gegen Drogen?

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Burmas Militärregierung hat bekannt gegeben, dass im vergangenen Jahr 19 Millionen Amphetamin-Tabletten beschlagnahmt wurden, eine fünffache Steigerung zum Vorjahr. In den offiziellen Medien hieß es außerdem, die Regierung habe 3.900 kg Opium sichergestellt und 4.360 Drogenhändler verhaftet. Diese Erfolgsmeldungen über den Kampf gegen die Drogen wurden inmitten der Versuche aus den USA und Großbritannien, eine Sicherheitsratsresolution zu verabschieden, bekannt gegeben. Im Resolutionsentwurf war von den Drogenströmen über Burmas Grenzen in die Nachbarländer die Rede, die laut USA eines der größten Probleme Südostasiens darstellen. Laut Büro für Suchtstoff- und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC) habe Burma zwar die Opiumproduktion seit 2002 um mehr als die Hälfte reduziert, doch die Amphetaminproduktion sei in der gleichen Zeit sprunghaft angestiegen.
Agence France Presse 23.01.07

Bericht über die Verfolgung des Christentums in Burma

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Die Organisation Christian Solidarity Worldwide (CSW) hat einen Bericht herausgegeben, der unter dem Titel „Carrying the Cross: The Military Regime's Campaign of Restriction, Discrimination and Persecution against Christians in Burma“ die Taktiken des Militärregimes in Burma zur Unterdrückung des Christentums beschreibt. Es ist die umfassendste Analyse dieser Art und die erste, die die Politik des Regimes gegenüber Christen allen Konfessionen und Ethnien beschreibt. Er folgt Berichten aus jüngster Zeit über die Verfolgung von Muslimen und die Inhaftierung von Mönchen. Weitere Informationen www.csw.org.uk oder pennyhollings@csw.org.uk 
Christian Solidarity Worldwide 23.01.07

Bereits erschienene Burma-Nachrichten sind auf der Asienhaus-Homepage und in der Online Burma Library nachzulesen.

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