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BURMA NACHRICHTEN 4/2006, 3. März

Meldungen:
Indonesiens Präsident fordert Demokratisierungsprozess
Staatsbesuch in China
Burma unterbindet Gefängnisbesuche des ICRC
Menschenrechtsexperte fordert Freilassung politischer Gefangener
Centre for Humanitarian Dialogue schließt Büro in Rangun
Deutsche Firmen erkunden Geschäftsaussichten in Burma
Zahl der Urlauber seit 2000 um 59 Prozent gestiegen
Ausstellung in Berlin: Krise im Paradies - Birma [Myanmar] heute

Indonesiens Präsident fordert Demokratisierungsprozess

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Bei seinem zweitägigen Besuch in Rangun hat der indonesische Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono Burmas Generäle zu einer Demokratisierung in Burma gedrängt und dabei die Hilfe Indonesiens angeboten.
Nachdem die burmesische Regierung im Vormonat ein Treffen mit dem ASEAN-Gesandten und malaysischen Außenministers Syed Hamid Albar abgesagt hatte, war in Gesprächen des UN-Sonderbeauftragten für Menschenrechte Pinheiro mit Vertretern der indonesischen Regierung die Vorgehensweise Susilos beim Treffen mit der Militärjunta augenscheinlich festgelegt worden. Doch zunächst hatte es so ausgesehen, als würden Fragen des Demokratisierungsprozesses und der Menschenrechtssituation in Burma strikt vermieden, standen doch bilaterale Kooperationsverträge im Mittelpunkt des Staatsbesuchs. Die enttäuschte indonesische Presse sprach bereits von einer verpassten Chance, den Druck auf die burmesische Regierung zu erhöhen und die kritische Menschenrechtssituation in Burma anzusprechen.
Malaysias Außenminister Syed Hamid Albar bestätigte inzwischen, dass ein Datum für seinen Besuch in Burma festgelegt wurde. Die Reise soll noch im März stattfinden. Der ASEAN-Gesandte soll Burma zu besuchen, um den Fortschritt im Demokratisierungsprozess einzuschätzen. 
Irrawaddy 01.03.06, World Markets Analysis 22.02.06, Agence France Presse 25.02.06, The Age 02.03.06

Staatsbesuch des burmesischen Premierministers in China

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Burmas Premierminister Soe Win hat eine fünftägige Reise nach China beendet. Im Vordergrund des Treffens von Soe Win und seinem chinesischen Amtskollegen Wen Jiabao in Peking stand die Unterzeichnung diverser Abkommen zur wirtschaftlichen und technischen Kooperation sowie die Festigung der sino-burmesischen Beziehungen. Der chinesische Premierminister rief außerdem zu einem strikteren Vorgehen im Kampf gegen den grenzüberschreitenden Drogenhandel auf. Im Rahmen der Intensivierung der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern soll demnächst über den Projektvorschlag eines chinesischen Unternehmens zur Errichtung einer zollfreien Wirtschaftssonderzone nahe Rangun entschieden werden.
Deutsche Presse-Agentur 14.02.06, Agence France Presse 15.02.06, Financial Times 14.02.06, Irawaddy 17.02.06

Burma unterbindet Internationalem Komitee des Roten Kreuzes Gefängnisbesuche

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Burmas Militärregierung hat ohne Angabe von Gründen Besuche des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (ICRC) in 90 Gefängnissen und Arbeitslagern im ganzen Land bereits seit Ende letzten Jahres untersagt.
Seit 1999 hatte das ICRC sowohl 453 Gefangenen Besuche abgestattet und dabei auch notwendige Medikamente und Seife an die Gefangenen ausgegeben, so dass ein anhaltendes Besuchsverbot gravierende humanitäre Auswirkungen hat.
Laut einer Sprecherin des ICRC haben sich die Arbeitsbedingungen für das Rote Kreuz seit der Absetzung des Premierministers Khin Nyunt im Oktober 2004 enorm verschlechtert. So sollte das ICRC bei Besuchen von politischen Gefangenen stets von Vertretern regierungsnaher Organe wie dem burmesischen Roten Kreuz oder dem Frauenverband begleitet werden, wodurch freie Gespräche mit den Häftlingen ohne Zeugen unmöglich wurden.
Laut Angaben von Menschenrechtsorganisationen gibt es in Burma rund 1.100 politische Gefangene. Der UN-Gesandte für Menschenrechte in Burma, Paolo Sergio Pinheiro, führte die Einstellung der Gefängnisbesuche des Roten Kreuzes als Anzeichen für den sich verschlimmernden Zustand der Menschenrechte in Burma an.
Reuters 27.02.06

Menschenrechtserxperte mahnt zur Freilassung politischer Gefangener

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In seinem neuesten Bericht an die Genfer Menschenrechtskommission hat Paolo Sergio Pinheiro, UN-Sonderbeauftragter für Menschenrechte in Burma, das burmesische Militärregime aufgefordert, sämtliche politische Gefangene einschließlich der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi bis Juni 2006 freizulassen. Neben seiner Besorgnis über anhaltende Menschenrechtsverletzungen und eine Verschlimmerung der humanitären Krise in Burma äußerte er außerdem Kritik an der Ineffizienz der Sanktionierungsmaßnahmen der internationalen Staatengemeinschaft. Pinheiro, dem seit zwei Jahren die Einreise nach Burma verwehrt wurde, scheidet 2006 nach sechsjährigem Mandat aus dem Amt.
Japan Economic Newswire 27.02.06, Reuters 25.02.06, Agence France Presse 24.02.06

Centre for Humanitarian Dialogue schließt Büro in Rangun

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Das Centre for Humanitarian Dialogue, eine Organisation mit Sitz in Genf, die sich für Verständigung und humanitäres Engagement einsetzt, schließt sein Büro in Rangun. Der Grund hierfür ist, dass die jährliche Arbeitsgenehmigung von der Militärregierung nicht verlängert wurde. Seit 2000 arbeitete das Centre for Humanitarian Dialogue unter der Leitung von Leon de Riedmatten für Versöhnung, unterstützte einen Dialog zwischen Militärregierung und Opposition und arbeitete eng mit UN-Organisationen zusammen. Die Organisation hofft, dass die Schließung nur vorübergehend geschieht.
http://www.hdcentre.org/Myanmar,
HD Centre 01.03.06

Deutsche Firmen erkunden Geschäftsaussichten in Burma

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Delegationen von mehr als 50 deutschen Firmen sind in Rangun eingetroffen, um Geschäfts- und Handelsmöglichkeiten in Burma zu erkunden. Ausgerichtet werden die Zusammenkünfte von Firmen- und Regierungsvertretern vom deutschen Ostasiatischen Verein e.V. (OAV).
Nach einem Treffen mit dem burmesischen Informationsminister Kyaw Hsan erhofft sich das in Hamburg ansässige Handelsunternehmen Rieckermann Machinery Industrial Equipment die Versorgung sowohl der Militärregierung als auch der Privatwirtschaft mit Druckereiausstattung für Bücher und Zeitschriften. Mit Außenstellen in Thailand, Indonesien und Hongkong verfolgt Rieckermann nun die Eröffnung einer weiteren Filiale in Burma.
Der deutsche Ostasiatische Verein e.V. organisiert alle ein bis zwei Jahre Geschäfts- und Handelsreisen nach Burma. Deutschlands direkte Auslandsinvestitionen bleiben mit 15 Millionen US-Dollar am Ende des Jahres 2004 weit hinter denen anderer Länder der Europäischen Union zurück.
Irrawaddy 15.02.06, New Light of Myanmar 15.02.06

Zahl der Urlauber seit 2000 um 59 Prozent gestiegen

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Laut Regierungsangaben ist die Zahl der Touristen vor allem aus Thailand, China und Japan seit dem Jahr 2000 um 59 Prozent gestiegen. Mit über 660.200 ausländischen Besuchern erzielte Burma Einkünfte aus dem Tourismus von 153 Millionen Dollar im letzten Jahr, gegenüber 90 Millionen im Jahre 2001.
Touristen aus Thailand stellten 2005 mit 27.199 Besuchern die größte Gruppe dar, gefolgt von Chinesen (19.596) und Japanern (19.584). Die vermehrte Öffnung von Grenzkontrollstellen dient hier sowohl der Entwicklung des Handels als auch des Tourismus.
Europaweit liegen die Franzosen mit 15.295 Besuchern an erster Stelle, während im Jahr 2005 insgesamt 16.598 Touristen aus den USA gezählt wurden.
Bei der Internationalen Tourimusbörse (ITB) in Berlin vom 8. bis 12. März will sich Burma als Touristendestination mit dem Myanmar Tourism Promotion Board präsentieren und einheimische Fluggesellschaften, Hotels und Reiseagenturen vorstellen.
Agence France Presse 15.02.06, Xinhua General News Service 28.02.06

Ausstellung in Berlin: Krise im Paradies - Birma [Myanmar] heute

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Eine Ausstellung von 06.03. bis 01.04.2006 bei Globetrotter in der Schlossstraße in Berlin
Birma, das goldene Land, Suvannabhumi, ist ein Land der Widersprüche: reich an Ressourcen, reich an Kulturschätzen, aber doch eines der LDCs, Least Developed Countries, dieser Welt. Vier Jahrzehnte Militärregierung, vier Jahrzehnte Bürgerkrieg, über eine halbe Million Flüchtlinge im Ausland und bis zu einer Million Vertriebene im eigenen Land – eine düstere Bilanz in einem Goldenen Land.
Christa Freisewinkel und Miriam Kapp stellen für das Burma-Projekt Berlin das Land Birma/Myanmar in seinen Gegensätzen vor.
Weitere Informationen zur Ausstellung und das begleitende Veranstaltungsprogramm auf der Homepage des Burma-Projektes Berlin e.V. www.burma-projekt.de
 

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Bereits erschienene Burma-Nachrichten sind auf der Asienhaus-Homepage unter http://www.asienhaus.de/index.php?LINK=8&ULINK=5&UULINK=2 und in der Burmalibrary Online unter http://www.burmalibrary.org/show.php?cat=1587&lo=d&sl=0 nachzulesen.

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