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BURMA NACHRICHTEN 5/2006, 16. März

Meldungen:
Erster Vogelgrippefall
Burma und Indien schließen Erdgasabkommen
Indonesien benennt Sondergesandte für Burma
Journalist Win Tin wird im Gefängnis 76
Rückgang der Opiumproduktion
Salween-Staudämme Bedrohung für Karenni
Vaclav-Havel-Preis für Dokumentarfilm über Unocal-Verfahren
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Erster Fall von Vogelgrippe

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In Burma ist der erste Fall der Vogelgrippeerkrankung gemeldet worden. Wie die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) am 13. März in Bangkok mitteilte, wurde die gefährliche Tierseuche bei Geflügel in einem Zuchtbetrieb in der Nähe von  Mandalay im Zentrum des Landes nachgewiesen. Die FAO zeigte sich zufrieden über die Zusammenarbeit mit der Regierung bei der Bekämpfung der Vogelgrippe. "Wir haben eine enge Kooperation", erklärte Tang Zhengping, der die Organisation in Rangun vertritt. Internationale Experten hatten befürchtet, dass das abgeschottete Land Infektionen verschweigen würde. Allerdings wurden im Land selbst keine Nachrichten über den Ausbruch der Krankheiten gemeldet.
AFP 13.3., n-tv 13.03.06

Burma und Indien schließen Erdgasabkommen

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Bei seinem Besuch in Rangun hat der indische Premierminister Abdul Kalam mit Burma Abkommen zur bilateralen Kooperation in den Bereichen Satellitentechnik, religiöser Austausch, militärische Zusammenarbeit und Erdgas abgeschlossen. Burma, das über bedeutende Erdgasreserven verfügt, hat bereits im letzten Jahr ein ähnliches Abkommen mit China unterzeichnet, so dass nun beiden Energiegiganten Vorzugsrechte beim Erdgasimport in Aussicht gestellt wurden.
Zwar standen politische Themen wie der Hausarrest der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi nicht explizit auf der Agenda, doch sicherte Indien zu, einen Beitrag zum Aufbau der Demokratie in Burma zu leisten. Außerdem war die Errichtung einer Eisenbahnverbindung im Gespräch. Im Gegenzug erhofft Indien sich Hilfe bei der Bekämpfung von Aufständischen im an Burma grenzenden Nordosten des Landes.
Agence France Presse 09.03.2006 und 12.03.2006, Deutsche Presse Agentur 10.03.2006, Associated Press 08.03.2006, PTI via BBC 05.03.2006, Irrawaddy 08.03.2006, Reuters 08.03.2006

Indonesien benennt Sondergesandte für Burma

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Indonesien, das seine freundschaftlichen Beziehungen mit Burma festigen will, beabsichtigt künftig eine führende Rolle innerhalb der ASEAN-Staaten einzunehmen, um politische Veränderungen in Burma voranzutreiben. Einer der zwei Sondergesandten, die mit der Militärjunta über die Zukunft eines Demokratisierungsprozesses in Burma beraten sollen, wird Ali Alatas sein, der ehemalige Außenminister Indonesiens und Repräsentant des UN-Generalsekretärs Kofi Annan. Erst kürzlich hatte er als Mitglied der indonesischen Delegation Gesprächen mit General Than Shwe beigewohnt.
Der internationale Druck auf Rangun wächst beständig an, seit die Militärregierung sich weigert, einen konkreten Termin für den Besuch des malaysischen Außenministers Syed Hamid Albar zu benennen, der eigentlich noch vor dem nächsten ASEAN-Gipfel im April stattfinden sollte.
Irrawaddy 03.03. 06, Associated Press 10.03.06, Malaysiakini via BBC 08.03.06

Journalist Win Tin wird im Gefängnis 76

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Anlässlich des 76. Geburtstags des Journalisten Win Tin am 12. März haben die Organisation Reporter ohne Grenzen, die Burma Media Association und der UN-Sondergesandte für Menschenrechte Pinheiro die burmesische Regierung erneut dazu aufgerufen, den seit 1989 Inhaftierten und die anderen politischen Gefangenen freizulassen. Win Tin ist einer der prominentesten politischen Gefangenen Burmas. Er war vor seiner Verhaftung und Verurteilung zu 20 Jahren „harter Arbeit“ eine der Schlüsselfiguren der Oppositionsbewegung, und stand Aung San Suu Kyi als Berater sehr nahe. Seit Anfang 2006 konnte er keine Besuche des Internationalen Komitees des Roten Kreuz empfangen, sein Gesundheitszustand soll schlecht sein. Bereits zweimal hatten die Behörden seine Freilassung angekündigt. Petition zur Unterzeichnung seiner Freilassung http://www.rsf.org/article.php3?id_article=2059
Reporters Without Borders 10.03.06 www.rsf.org, Mizzima 13.03.06

Rückgang der Opiumproduktion

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Laut Drogenbericht 2006 des amerikanischen Außenministeriums ist die Opiumproduktion in Burma während der letzten 10 Jahre zurückgegangen. Die Entwicklung und der Export von Amphetamintabletten in den Grenzgebieten des Shan Staates sollen jedoch dramatisch zugenommen haben. Immer noch gilt Burma als zweitgrößter Opiumproduzent hinter Afghanistan.
Die Shan State Army South (SSA) hat Anschuldigungen zurückgewiesen, denen zufolge die Amphetaminproduktion in Gebieten stattfindet, die von der Armee kontrolliert werden. Die United Wa State Army, aus deren Region rund 40 Prozent des gesamtburmesischen Mohns stammt, hatte 2005 ein Totalverbot für den Mohnanbau sowie für Opiumproduktion und –handel verhängt.
Irrawaddy 02.03.06, Shan Herald Agency for News 03.03.06          

Salween-Staudämme Bedrohung für Karenni

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Ein gerade veröffentlichter Bericht der Karenni Development Research Group (KDRG), „Dammed by Burma's Generals“, zeigt die Parallelen zwischen den zerstörerischen Auswirkungen des ersten groß angelegten Wasserkraftprojekts Lawpita und den Plänen für die Salween-Staudämme. Die Karenni Development Research Group rechnet mit erneuten Zwangsumsiedlungen, Wassermangel sowie Landminen und gesteigerter Militärpräsenz zum Schutz des Projekts. Einer der vier geplanten Dämme wird über 640 Quadratkilometer Land im Karenni-Staat überfluten, wovon 28 Dörfer und Kleinstädte mit insgesamt 30.000 Menschen betroffen sind. Gemäß einem 2005 geschlossenen Abkommen mit Thailand, dem Hauptabnehmer der durch die Staudämme produzierten Energie, soll mit dem Bau 2007 begonnen werden. Der Bericht drängt darauf, dass das Projekt gestoppt wird. Er kann über www.salweenwatch.org heruntergeladen werden.

Vaclav-Havel-Preis für Dokumentarfilm über Unocal-Verfahren

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Am 2. März wurde der Film „Total Denial“ (Regie: Milena Kaneva) beim One-World Filmfestival in Prag mit dem Sonderpreis persönlich von Vaclav Havel geehrt. Der Film erzählt die Geschichte des Gerichtsverfahrens Doe gegen Unocal, in dem es 11 vom Yadana-Pipeline-Projekt betroffene burmesische Dorfbewohner mit den Energieriesen Total und Unocal sowie der burmesischen Militärregierung aufnahmen.
Für mehr Informationen über „Total Denial“ und Milena Kaneva: www.totaldenialfilm.com
Earthrights International 05.03.06

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