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BURMA NACHRICHTEN 5/2008, 23. April

Meldungen:
Veranstaltungsankündigung: 20 Jahre 8.8.88 in Berlin
Verfassungsreferendum am 10. Mai
54 Burmesen ersticken in Kühlcontainer
Ludu Daw Amar gestorben
Thailand und China vereinbaren Anlagentausch
China liefert Lastwagen an burmesische Polizei
Norwegen erweitert Investitionsverbot
Eine halbe Million Binnenflüchtlinge
Asienhaus erstattet Bericht

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Veranstaltungsankündigung: 20 Jahre 8.8.88 in Berlin

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Am 14. Juni veranstaltet die Burma-Inititative in Zusammenarbeit mit amnesty international, Freies demokratisches Burma e.V. und dem Burma Büro e.V. in der Werkstatt der Kulturen in Berlin einen Gedenktag zum 20. Jahrestag der Proteste vom 8.8.88 in Burma. Am Nachmittag wollen wir die folgenden Fragen diskutieren: Was hat sich in den letzten 20 Jahren getan? Auf welche Weise unterstützen Organisationen in Burma und im Exil, aber auch aus Deutschland Aktivitäten, die zu einer Stärkung der Zivilgesellschaft beitragen können? Was kann jede/r Einzelne tun? Als Referenten haben wir eingeladen: Bo Kyi von der Assistance Association for Political Prisoners (angefragt), Aye Chan Naing vom Radiosender Democratic Voice of Burma (angefragt), n.n. terre des hommes. Ab 19 Uhr ist eine Lesung mit Pascal Khoo Thwe, Autor "From The Land of the Green Ghosts" (in englischer Sprache) geplant. Die Veranstaltung beginnt um 14.00 Uhr
Zum besseren Planen bitten wir um vorherige Anmeldung bei der Burma-Initiative unter: inga.gruendel@asienhaus.de, Tel. 0201-830 38 25, Fax: 0201-830 38 30
Der Eintritt ist frei, Änderungen im Programm vorbehalten!
Brauereikeller der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstrasse 32, 12049 Berlin.
Weitere Informationen und Programm demnächst unter www.asienhaus.de/burma

Verfassungsreferendum am 10. Mai

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Die Militärregierung hat als Termin für das Verfassungsreferendum den 10. Mai gesetzt. An diesem Tag soll die Bevölkerung über den von der verfassungsgebenden Versammlung ausgearbeiteten Entwurf einer neuen Verfassung entscheiden. Dem Referendum sollen laut Sieben-Stufen-Plan im Jahr 2010 demokratische Wahlen folgen. Inzwischen sind auch Kopien des Verfassungsentwurfes veröffentlicht worden, sie werden in Buchläden verkauft.
Die oppositionelle Nationale Liga für Demokratie (NLD) fordert die Bürgerinnen dun Bürger auf, mit "nein" zu stimmen. Die Partei forderte auch, internationale Beobachter zuzulassen, da das Referendum in einem Klima der Einschüchterung und ohne Meinungsfreiheit statt finde. In den vergangenen Tagen wurden laut NLD mehrfach Dissidenten verhaftet, die Flugblätter verteilt hatten oder T-Shirts trugen, auf die "No" aufgedruckt war. Andere oppositionelle Gruppen, darunter die 88er Studentengeneration, die All-Burmese Monks Alliance, der Ethnic Nationalities Council u.a. rufen ebenfalls dazu auf, mit "nein" zu stimmen. In burmesischen Botschaften in Südkorea, Singapur, Japan, Thailand und Malaysia hat die Stimmabgabe bereits begonnen.
Agence France Presse 09.04.08; Associated Press 11.04.08; Irrawaddy 18.04.08; Democratic Voice of Burma 07.04.08; Reuters 20.04.08
 

54 Burmesen ersticken im Kühlcontainer

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Bei dem Versuch, in einem Kühlcontainer illegal nach Thailand zu gelangen, sind 54 Menschen, 37 Frauen und 17 Männer, erstickt. Insgesamt befanden sich 121 Wanderarbeiter in dem für Fisch und Meeresfrüchte vorgesehenen Transporter. Von den Überlebenden brauchten 21 Personen ärztliche Hilfe. Die anderen wurden laut thailändischer Polizei, wegen illegalen Grenzübertritts, festgenommen. Zu diesem Unglück kam es, da im Frachtraum der Sauerstoff ausfiel. Der Fahrer des LKWs flüchtete zunächst, stellte sich jedoch einige Tage später. Für die Schmuggelfahrt bekam er 80 000 BHT (1.482 Euro). Das thailändische Arbeitsministerium berichtet von offiziell 540 000 Wanderarbeitern in Thailand, wovon die Mehrzahl aus Burma stammt. Menschenrechtsgruppen vermuten sogar eine weitere Million nicht registrierter Burmesen in Thailand.
Deutsche Welle 10.04.08; Bangkok Post 16.04.2008

Ludu Daw Amar gestorben

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Die bekannte burmesische Journalistin, Schriftstellerin und Sozialkritikerin Ludu Daw Amar ist am 7. April 2008 im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie erlag einem Herzleiden in einem Krankenhaus in Mandalay.
Daw Ludu Amar, geboren am 29. November 1915, studierte in den 1930er Jahren an der Universität Rangun und gründete zusammen mit ihrem Ehemann U Hla 1945 die linksgerichtete Zeitschrift Ludu (Das Volk). Sie übersetzte 1938 die Memoiren von Maurice Collins "Trails in Burma". International bekannt wurde sie seit 1953 durch Teilnahmen an der "World Democratic Women's Conference" in Kopenhagen, an der "World Peace Conference" in Budapest und dem "International Youth Festival" in Bukarest. 1964 bekam sie den burmesischen Literaturpreis für ihr Buch "The Artists whom People Love". Weitere bekannte Arbeiten sind die Biografien über die Autoren Thakin Kodaw Hmaing, über den Artisten Shwe Mahn Tin Maung und über die Karrikaturisten Shwe Yo und Ba Kalay. Außerdem schrieb sie Bücher über burmesische klassische Musik und Malerei und zahlreiche Artikel. Ihre Arbeiten standen immer wieder unter der Zensur der Behörden. Ein weitere Verdienst ist ihr unermüdlicher Einsatz für Gerechtigkeit und Demokratie in ihrem Land. Fast 4000 Menschen nahmen an der Beerdigung von Ludu Daw Amar teil, die zwei Söhne, zwei Töchter und sechs Enkel hinterlässt.
Irrawaddy, 08.04.08;  Reporters Without Borders 11.04.08
 

Thailand und China vereinbaren Anlagentausch

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Thailands staatliches Ölförderunternehmen PTTET und das chinesische Energieunternehmen CNOOC gaben eine Abmachung über den Tausch ihrer Anlagen in den Öl- und Gasblöcken Burmas bekannt. Wie beide Unternehmen verlauten ließen, will PTTEP 20% seiner Anteile in den küstennahen Blöcken M3 und M4 für CNOOCs A4 und C1 Blöcke abgeben. PTTEP, ein Zweigunternehmen des Energiekonzerns PTT, ist bestrebt neue Gas und Öl-Anlagen im In- und Ausland zu erwerben um die Reserven zu vergrößern und der steigenden inländischen Nachfrage nachzukommen. Der beabsichtigte Tausch bedarf noch der Genehmigung durch die Regierung Burmas.
Deutsche Presse-Agentur 09.04.08; Reuters 09.04.08

China liefert Lastwagen an burmesische Polizei

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Die Volksrepublik China hat Anfang April 80 FWA Transportlastwagen an Polizeistationen am Stadtrand Yangons ausgeliefert. Informierten Quellen zufolge sollen weitere 100 Lastwagen für den Transport von Polizeitruppen demnächst folgen. Es wird spekuliert, die Lastwagen seien Teil der Vorbereitungen auf mögliche Unruhen im Hinblick auf das in Mai stattfindende Verfassungsreferendum.
Deutsche Presse-Agentur 03.04.08
 

Norwegen erweitert Investitionsverbot

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Norwegens Finanzminister gab bekannt, der staatliche Pensionsfond werde nicht länger in Unternehmen investieren, die Waffen oder Waffentechnologie an Burma verkaufen.
Eine vorläufige Überprüfung deute allerdings darauf hin, dass es gegenwärtig keine Investitionen in solche Unternehmen gäbe, teilte das Finanzministerium mit. Das Verbot solle mehr symbolischen Charakter haben. Damit wurden die Beschränkungen weiter ausgeweitet, nachdem die norwegische Regierung bereits letztes Jahr Investitionen in von der burmesischen Regierung kontrollierte Unternehmen als auch in Unternehmen, die Naturholz, Mineralien und Edelsteine fördern, untersagte. Seitdem die Investitionen des Fonds seit 2004 moralischen Standards unterliegen, hat Norwegen seine Anteile an 27 Unternehmen aus moralischen Gründen veräußert.
Dow Jones 04.04.08; Associated Press 04.04.08

Eine halbe Million Binnenflüchtlinge

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Laut des neuen Berichts der Organisation Norwegian Refugee Council's Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) zur Situation von Binnenflüchtlingen lebten 2007 in Burma über eine halbe Million Menschen als intern Vertriebene. Allein zwischen Oktober 2006 und Oktober 2007 sahen sich 76 000 Burmesen gezwungen aus ihrer Heimat zu fliehen. Die Provinzen Nordkaren-Staat und östlichen Pegu Division waren dabei am stärksten betroffen. Weiter berichtet die Organisation von 300 000 Menschen von verschiedenen ethnischen Minderheiten die in Flüchtlingslagern Zuflucht gefunden haben, welche jedoch zeitweise unter Beschuss des Militärs stehen. 100 000 Vertriebene flohen in den Dschungel und weitere 100 000 Menschen leben in staatlich kontrollierten Umsiedlungseinrichtungen. Die Organisation IDMC befürchtet, dass die weltweit steigenden Kosten für Nahrungsmittel, insbesondere für Reis, die Lage der intern Vertriebenen noch deutlich verschlimmern wird. Folgender Link weist auf den Bericht in pdf- Format
Norwegian Refugee Council`s Displacement Monitoring Centre (IDMC) 17.04.08; Mizzima News 18.04.08
 

Asienhaus erstattet Bericht

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Mit dem Bericht "Das Asienhaus 2007" informieren wir über die Aktivitäten des Asienhauses und seiner Mitgliedsvereine im vergangenen Jahr. Der Bericht steht online zur Verfügung. Auf Nachfrage senden wir Ihnen aber auch gerne eine gedruckte Ausgabe zu. www.asienhaus.de/public/archiv/jahresbericht2007.pdf
 

Bereits erschienene Burma-Nachrichten sind auf der Asienhaus-Homepage und in der Online Burma Library nachzulesen.

Burma.Initiative Asienhaus
Bullmannaue 11
45327 Essen
Tel. +49 (0) 201 - 830 38 25
Fax +49 (0) 201 - 830 38 30
www.asienhaus.de/burma