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BURMA NACHRICHTEN 8/2007, 1. Juni

Meldungen:
Burma verlängert Hausarrest von Aung Sann Suu Kyi
Proteste in Rangun gegen Hausarrest
Burma beim ASEM-Außenministertreffen kritisiert
Viel Handel mit Asien
Europäisches Filmfestival in Rangun

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Burma verlängert Hausarrest von Aung San Suu Kyi

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Die burmesische Militärregierung hat den Hausarrest von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi um ein weiteres Jahr verlängert. Im Mai 2003 war sie zuletzt unter Hausarrest gestellt worden, die Frist sollte am 25. Mai ablaufen.
Die Nationale Liga für Demokratie (NLD), deren Generalsekretärin Suu Kyi ist, reagierte enttäuscht auf die Entscheidung. Auch die Europäische Union und die USA übten scharfe Kritik am Vorgehen der Machthaber in Rangun. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft verurteilte die Verlängerung des Hausarrests. In einer Erklärung der Präsidentschaft wird beklagt, alle internationalen Appelle zur Freilassung von Suu Kyi seien „ungehört verklungen“. Auch der UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte seine tiefe Enttäuschung.

Im Vorfeld der Entscheidung waren weltweit Aufrufe an die Militärregierung ergangen, den Hausarrest der Oppositionsführerin nicht zu verlängern, u.a. auch von den südostasiatischen Nachbarn, die sich sonst eher zurückhaltend gegenüber Burma verhalten.
Aung San Suu Kyi hat fast zwölf der vergangenen 18 Jahre unter Hausarrest verbracht. Außer ihrem Arzt und ihrer Hausangestellten darf niemand zu ihr. Das letzte Mal durfte sie ihr Haus im November 2006 verlassen, als die Militärregierung ihr ein einstündiges Treffen mit dem nigerianischen Uno-Gesandten Ibrahim Gambari gestattete.
NZZ Online 25.05.07, Associated Press 22.05.07, , Agence France Presse 26.05.07, UN-News Centre 25.05.07, CFSP Statements 25.05.2007

Proteste in Rangun gegen Hausarrest

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Hunderte Aktivisten versammelten sich zwei Tage nach Bekanntwerden der Verlängerung des Hausarrests von Oppositionsführerein Aung San Suu Kyi im Hauptbüro der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), entzündeten Kerzen und gedachten des Wahlsieges der NLD von 1990. Anwesend waren auch ausländische Diplomaten, darunter aus den USA, Frankreich und Australien, sowie Studentenaktivisten der 88er Generation.  Anschließend wurde eine Gruppe von 300 bis 500 Menschen auf dem Weg zur Shwedagon-Pagode, wo sie ein Nachtgebet für Suu Kyi halten wollten, von einer Pro-Junta-Gruppe aufgehalten.
Am Vortag wurden sechs NLD-Mitglider festgenommen, nachdem sie eine Pagode aufgesucht hatten, um für die Freilassung Aung San Suu Kyis zu beten. Insgesamt sind in den vergangenen Wochen etwa 60 Aktivisten festgenommen worden, während sie auf dem Weg zu Pagoden waren, um für Aung San Suu Kyis Freilassung zu beten.  
Am 30. Mai hielt die NLD eine Zeremonie im Gedenken an das Depayin-Massaker vor vier Jahren, bei dem der Konvoi von Aung San Suu Kyi vom Junteanhängern angegriffen wurden. Bis zu 100 Menschen sollen bei der Auseinandersetzung ums Leben gekommen sein.
Agence France Presse 26., 27.05.07, Irrawaddy 30.05.07

Burma beim ASEM-Außenministertreffen kritisiert

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Während des ASEM-Außenministertreffens in Hamburg am 28. und 29. Mai haben die anwesenden Staaten deutlich ihre Besorgnis über den Mangel an messbarem Fortschritt in Burma ausgedrückt. In der Abschlusserklärung des Treffens, dessen Vorsitz Deutschland hatte, wurde Burma zu mehr Entwicklungen bei der nationalen Versöhnung und die konstruktive Einbindung aller politischen Parteien und ethnischen Gruppen aufgefordert. Weiterhin wurde die Aufhebung der Restriktionen auf politische Parteien und die Freilassung der politischen Gefangenen, einschließlich Aung San Suu Kyis, gefordert. Beim Asia Europe Meeting (ASEM) treffen mit den Außenministern der 27 EU-Mitglieder die Außenminister Japans, Chinas und Südkoreas sowie der zehn Staaten der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) zusammen. Burma wurde durch Außenminister Nyan Win vertreten.
Die im ASEM-Kreis vertretenen Staaten stehen für 58 Prozent der Weltbevölkerung, 60 Prozent des Welthandels und rund 50 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts. Themen des Außenministertreffens vor allem Fragen des Klimaschutzes, die Situation in Afghanistan, im Irak und im Nahen Osten, sowie Atomkonflikte.
Chair Statement Eighth Asia Europe Meeting, ASEM-Foreign Ministers’ Meeting, Hamburg 28.-29.Mai 2007, Handelsblatt 27.05.07, Reuters 29.05.07

Viel Handel mit Asien

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Im Fiskaljahr April 2006 bis März 2007 hat Burma mit Asien den meisten Handel betrieben. Haupthandelspartner ist Thailand mit einem bilateralen Handelsvolumen vom 2,659 Milliarden US-Dollar. Thailand ist auch der größte Exporteur mit 2,409 Milliarden US-Dollar. Thailand folgen China mit 1,274 Mrd. US-Dollar, Singapur (1,217 Mrd. US-Dollar), Indien (895 Millionen US-Dollar) und Chinas Hong Kong (424 Millionen US-Dollar). Überschuss erwirtschaftete Burma vor allem durch den Export von Erdgas.
Laut offiziellen Angaben betrug das Handelsvolumen 2006-07 acht Milliarden US-Dollar, ein neuer Rekord. 2005-06 lag das Handelsvolumen noch bei 5,54 Milliarden US-Dollar. Laut Statistik erfolgen 90 Prozent des Handels mit asiatischen Ländern (51 Prozent mit ASEAN-Staaten), europäische Länder machen 4,8 Prozent, Amerika 1,5 Prozent aus.   
Xinhua General News Service 28.05.07

Europäisches Filmfestival in Rangun

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Die Europäische Union (EU) veranstaltet im Juli ein europäisches Filmfestival in Rangun, um den 50. Jahrestag der Gründung der Europäischen Union zu feiern. Vom 9. bis zum 16. Juni werden Filme aus Italien, England, Frankreich und Deutschland gezeigt. In diesem Jahr wird das zum weiderholten Male stattfindende Festival von Deutschland ausgerichtet, das zur Zeit den EU-Vorsitz inne hat. Die gezeigten Filme sind Produktionen der letzten zehn Jahre. Gezeigt werden aus Italien „Pane e Tulipani“ und „Tornado a casa“, aus Deutschland „Alles auf Zucker“ und „Das Leben der Anderen“. England wird mit „Sisters in Law“ sowie „Stormbreaker“ präsent sein, und aus Frankreich werden „Les Brigades du tigre“ und „Mon petit doigt m`a dit“ vorgestellt. Alle Filme werden im Original mit englischen Untertiteln gezeigt.
Xinhua News 21.05.07

Bereits erschienene Burma-Nachrichten sind auf der Asienhaus-Homepage und in der Online Burma Library nachzulesen.

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