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Das Auftauchen des ersten pornographischen Internetunternehmens Kambodschas rief starke Empörung hervor. Regierungsverteter betonten, die Webseiten, die von einem Amerikaner hergestellt wurden, sollen sofort wieder geschlossen werden.aus: The Nation (Bangkok), 15.10.1999, S. 3
Unter dem Titel "Willkommen im Vergewaltigungslager" zeigten die Webseiten nackte asiatische Frauen in sexueller Erniedrigung. Die Besucher wurden aufgefordert, "diese asiatischen Sexsklaven nach eigenen Wünschen zu missbrauchen".
Oum Daravuth, Staatssekretär des Informationsministeriums, sagte, dass die Regierung gegenüber diesen Dingen unerbittlich sei. Die Meinungsfreiheit solle nicht eingeschränkt werden, es gebe jedoch eine Grenze, wenn dadurch die Kultur und die Traditionen eines Landes betroffen seien.
Die Regierungsvertreter debattieren derzeit, wie sie die Internetseiten schließen können. Frauenministerin Mu Sochua meinte, das Gesetz über Menschenhandel oder die kambodschanische Verfassung allgemein könnten als rechtliche Grundlage für gesetzliche Maßnahmen dienen.
Die Internetadresse, die vom amerikanischen Geschäftsmann Dan Sandler eingerichtet wurde, zeigt pornographische Bilder von nackten vietnamesischen Frauen bei sexuellen Handlungen. Oft sind sie gefesselt und ihre Augen verbunden.
Der Geschäftsmann hatte vor, zu einem späteren Zeitpunkt auf seiner Internetadresse Live-Sexshows mit erniedrigten Frauen aus Kambodscha zu übertragen. Dabei sollte den Besuchern, die dafür bezahlen (pay per view), ermöglicht werden, ihre Wünsche und Befehle direkt und per E-Mail durchzugeben.
"Es handelt sich hierbei um schwerste Sklaverei, Erniedrigung und Folter und provoziert Gewalt gegen Frauen", so Bill Herrod, Koordinator eines Nichtregierungs-Forums von in Kambodscha tätigen Entwicklungsorganisationen. "Das Ganze hat nichts mehr mit hübschen Bildern von nackten Frauen zu tun."
Herrod, der sich immer dafür eingesetzt hat, das Internet nach Kambodscha zu bringen, ist entsetzt: "Das ist ein Schritt in eine falsche Richtung. Zur Zeit haben wir eine wachsende Zivilgesellschaft, ein ernsthaftes Problem mit innenpolitischer Gewalt und diskutieren die Legalisierung von Prostitution, um die Rechte dieser Frauen besser zu schützen. Nun kommt jemand außerhalb von Kambodscha und versucht, eine neue Art der Ausbeutung zu praktizieren."
Völlig anders sieht das der Besitzer der Internetseiten, Dan Sandler. Er verteidigt seine Darstellungen als legitimes Geschäft, das der kambodschanischen Wirtschaft schließlich helfe.
"In den USA gibt es einen großen Markt für asiatische Frauen", zitiert ihn die Zeitung Cambodia Daily. "Wenn ich dann Geld verdiene, zahle ich ja auch zehn Prozent Steuern. Außerdem kann mein wirtschaftlicher Erfolg auch noch zahlreiche Nachahmer finden, so dass schließlich noch mehr Steuereinnahmen für Kambodscha übrig blieben."
Sandler hat keine Bedenken, dass seine Internetseiten Gewalt gegen Frauen in Kambodscha nach sich ziehen. Schließlich sei seine Zielgruppe ja die Vereinigten Staaten und im technologisch schwach entwickelten Kambodscha würden nur wenige seine Seiten sehen.
"Naja, vielleicht fördere ich Gewalt gegen Frauen in den USA. Aber das ist ja nicht weiter schlimm", wird Sandler zitiert, "im Moment lasse ich mich gerade scheiden. Ich hasse amerikanische Frauen."
Die drei wahrscheinlich vietnamesischen Frauen, die auf seiner Internetadresse abgebildet seien, hätten außerdem jeweils 20 US-Dollar erhalten, so Sandler.
Übersetzung aus dem Englischen von Patrick Ziegenhain
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Stand: 15. Juni 2000, © Asienhaus Essen / Asia
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