Menschen(ge)recht, Sozial(ge)recht, Umwelt(ge)recht"
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China-Informationen 1/2008, 25.1.2008
www.asienhaus.de/china-informationen

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In Kürze:
1) Oktober 2008: Asia-Europe-People's-Forum in Beijing

2) Olympia in der Diskussion: Veranstaltung in Berlin und Publikationen
3) Neu als DVD: Losers and Winners
4.) Buchvorstellung: Das andere China - Autorenrrundreise mit Jutta Lietsch und Andreas Lorenz
5.) Veröffentlichungen zu neuem Arbeitsgesetz/Arbeitsbedingungen in Steinindustrie
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ad 1) Oktober 2008: Asia-Europe-People's Forum in Beijing
Kontakt: klaus.fritsche@asienhaus.de


2008 ist ein Jahr der Großereignisse in China. Den Olympischen Spielen (8.-24.8.) folgen die Paralympics ( 6.-17.9.). Im Oktober (24.-25.) wird dann mit dem 7. ASEM-Gipfel (Asia-Europe-Meeting) ein politisches Großevent in Beijing stattfinden. Auch für zivilgesellschaftliche Organisationen in Asien und Europa stellt dieses Ereignis eine Herausforderung dar. Nach langwierigen Gesprächen wurde jetzt von Vertretern des "Asia-Europe-People'-s Forum" mit dem "Chinese Network for International Exchange (CNIE) vereinbart, vom 15.-17. Oktober 2008 in Beijing eine Konferenz durchzuführen, um zivilgesellschaftlichen Stimmen aus Europa und Asien Gehör zu verschaffen.

 

Das Asia-Europe-People's Forum wurde 1996 als Antwort auf die Bildung des Asia-Europe-Meeting in Bangkok gegründet. Seitdem hat es zu jedem ASEM-Gipfel, die alle zwei Jahre stattfinden, alternative Konferenzen organisiert: London, Seoul, Kopenhagen, Hanoi, Helsinki. Die Organisation eines solchen zivilgesellschaftlichen Forum in China stellt natürlich unter den dortigen politischen Bedingungen eine besondere Herausforderung dar. Befürchtungen, als Alibi für ein undemokratisches System herhalten zu müssen, wurden formuliert. Ebenso die Besorgnis, sich in Themen und Teilnehmenden einschränken zu müssen.

 

Trotz der Beschränkungen, die es sicherlich geben wird, überwogen die Stimmen, die in der Durchführung eines Asia-Europe-People's-Forum die Möglichkeit sehen, die Verbindungen mit den sich entwickelnden zivilgesellschaften Strukturen in China zu vertiefen und Grundlagen für eine darüber hinausgehende Zusammenarbeit zu legen. Auf der Grundlage dieser Abwägung wurde Anfang Dezember in Kuala Lumpur beschlossen, weitere Gespräche mit dem vorgegebenen chinesischen Partner zu führen.

 

Und dann ging es schnell. Bereits am 7.-8. Januar konnte in Beijing eine Vereinbarung getroffen werden. Und jetzt wird es darum gehen, die inhaltlichen und finanziellen Grundlagen für die Durchführung dieser Konfernz zu schaffen. Der Zeitplan sieht vor, dass bis Ende März Themenvorschläge für die dreitägige Konferenz gesammelt werden sollen, auf deren Basis dann Workshops gemeinsam organisiert werden. Dabei gehört es zur Tradition des AEPF, dass die Themen aller Workshops einen "europäisch-asiatischen Bezug" haben müssen. 

 

In diesem Sinne rufen wir auch andere deutsche NRO auf, sich aktiv an der Vorbereitung und Durchführung des People's Forum zu beteiligen. Themenvorschläge können an das Asienhaus geschickt werden. Außerdem werden wir in absehbarer Zeit zu einem Treffen einladen, um mögliche gemeinsame Aktivitäten zu diskutieren.

 

ad 2) Olympia in der Diskussion: Veranstaltung in Berlin und Publikationshinweise

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Es sind nur noch wenige Monate bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele am 8.8.2008 in Beijing. Die Frage, welche Folgen dies für die weitere Entwicklung in China, insbesondere auch von Demokratie und Menschenrechten haben wird, wird in den kommenden Monaten zunehmend diskutiert werden. Wir weisen hier auf eine Veranstaltung in Berlin und auf einige Publikationen zum Thema hin.

ad 3) Neu als DVD: Losers and Winners
mehr zum Film, mit einer Bestellung bei Libri das Asienhaus fördern

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Der Film "Losers and Winners" dokumentiert den Abbau der Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund durch 400 chinesische Arbeiter. Die in Einzelteilen zerlegte Fabrik wurde nach China verschifft und dort durch den staatlichen Konzern Yangkuang in Jining (Shandong) wieder aufgebaut und 2006 wieder in Betrieb genommen. Seit Anfang Januar ist der Film auch auf DVD erhältlich. Eine Kurzfassung kann für die Bildungsarbeit über Landeszentralen für politische Bildung bezogen werden, in NRW z.B. über http://www.lzpb.nrw.de. Die DVD ist zum Preis von ca. 19 Euro erhältlich.

Eineinhalb Jahre lang begleiteten die Filmemacher Ulrike Franke und Michael Loeken die Demontrage. Es entstand ein intesiver Film, der wie im Mikrokosmos die unterschiedlichen (Arbeits)-Welten Deutschlands und Chinas vor Augen führt.

Unterschiedliche Arbeitszeiten (8-Stunden-Tag auf deutscher versus 10-12 Stunden und dazu noch 7 Tage die Woche und eineinhalb Jahre ohne Urlaub auf chinesischer Seite), große Lohnunterschiede (die chinesischen Arbeiter verdienten 400 Euro/Monat), strenge Arbeitsschutzbestimmen versus Unterlaufen dieser, um den Abbau in der vorgegebenen Zeit vornehmen zu können, das Einplanen schweren Betriebsunfällen.

Aber mehr noch fallen die Stimmungsunterschiede auf. Die am Abbau verbliebenen deutschen Arbeiter, die den Niedergang bzw. das Verschwinden ihrer industriellen Arbeitsplätze begleiten müssen und die mit Sorge in die Zukunft blicken, auf der anderen Seite zumindest ein Teil der chinesichen Arbeiter, für die der Aubbau und dann der spätere Aufbau Teil einer nationalen Zukunftsvision darstellt. Einer Zukunftsvision, die kaum einer der deutschen Arbeiter den Chinesen zutraut. Die werden den Wiederaufbau nie schaffen. Es ist deshalb schade, dass im Film Bilder über den Wiederaufbau bzw. über die Inbetriebnahme der Kokerei in Shandong fehlen.

Wer sind aber die Verlierer - wer die Gewinner? Mein persönlicher Eindruck war, dass es für den Film die deutschen Arbeiter sind, obwohl die Filmemacher auf diese Frage in der Pressedokumentation die folgende Antwort geben: "Wir haben den Eindruck gewonnen, das zumindest auf der Ebene der Arbeiter die Verlierer auf beiden Seiten sind, im Gegensatz zu ihren Arbeitgebern in den höheren Konzernetagen. Einerseits die Chinesen, die unter brutalen Bedingungen und beinahe blind der Vision von einer besseren Zukunft nachjagen ... Andererseits die Deutschen, denen nicht nur der Arbeitsplatz, sondern auch ihre Perspektive und Heimat genommen wird."

ad 4) Buchvorstellung: Das andere China - Autorenlesungen mit  Jutta Lietsch und Andreas Lorenz
Kontakt: Klaus.Fritsche@asienhaus.de, Buchbestellung bei Libri

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"East meets West" heißt eine Initiative in Düsseldorf, die getragen wird von der Asienstiftung, der GDCF-Düsseldorf und der Teelounge Shuyao. Zum 12. Februar lädt die Initiative zu einer Autorenlesung mit Andreas Lorenz (Spiegel-Korrespondent in China) und Jutta Lietsch (freie Journalistin) ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Teelounge Shuyao, der Eintritt beträgt 8 Euro. Das Buch "Das andere China" ist beim wjs-Verlag erschienen und zum Preis von 19,90 Euro erhältlich.

Mit ihrem Buch "Das andere China" beschreiben die beiden Autoren, die seit vielen Jahren in China leben und das Land immer wieder bereist haben, ihre Begegnungen mit Menschen in verschiedensten Teilen des Landes. Sie gehen der Frage nach, wie sich die großen Umwälzungen auf das alltägliche Leben von Menschen haben. Das Buch thematisiert aber auch die Fragen nach der Zukunft Chinas, seiner inneren Verfasstheit wie seinen Widersprüchen. 

Jutta Lietsch und Andreas Lorenz sind jedoch nicht nur in Düsseldorf zu begegnen. Die Möglichkeit der Diskussion mit den Autoren gibt es auch am
1.2., Urania Berlin, 19.30
6. Februar, 19.30 Uhr im taz.presso, Kochstr. 19, 10969 Berlin; 7.2., Siegen, 19.30; 11.2., Speyer, 20.00; 12.2., Düsseldorf, 19.00; 13.2., Konfuzius-Institut, Berlin, 18 Uhr

Nähere Einzelheiten finden Sie im Veranstaltungskalender des Verlages. 

ad 5) Veröffentlichungen zu Arbeitsgesetz/Arbeitsbedingungen

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Das Thema Arbeitsbedingungen hat mit dem Inkrafttreten eines neuen Arbeitsgesetzes in China an neuer Aktualität gewonnen. Wir weisen hiermit auf folgende Artikel/Publikationen hin.

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Asienstiftung Essen/Asienhaus Essen, Bullmannaue 11, D-45327 Essen,
Tel.: +49-201-8303838, Fax: +49-201-8303830

Asienstiftung: asienstiftung@asienhaus.de 
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