Publikationen

Call for Papers Zeitschrift südostasien 4/2016: Zu wenig, zu viel, oder in den falschen Händen? Das Recht auf Wasser in Südostasien, 2016

Es sind lediglich ein Teil Sauerstoff und zwei Teile Wasserstoff, aber das kleine Wassermolekül könnte zukünftige Konflikte dominieren. Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, aber Kontrolle und Zugang zu Süßwasser ist ungleich verteilt. Gerade die ASEAN-Staaten mit ihrer Küstenlage bzw. -nähe bekommen die Bedeutung dieses 'blauen Goldes' mehr und mehr zu spüren.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist nicht nur für unseren alltäglichen Konsum und eine ertragreiche Landwirtschaft lebensnotwendig, sondern nimmt durch zunehmende Privatisierung, Kommerzialisierung und Monopolisierung verstärkt Konfliktpotenzial an. Die Klimaerwärmung wird in den kommenden Jahrzehnten zusätzlich dazu beitragen, eine Ressourcenkrise herbeizuführen. Im geographisch diversen Südostasien spielt schon heute das Missverhältnis zwischen wasserreichen und -armen Ländern und Regionen eine bedeutende Rolle. Temporäre Dürre- oder Flutperioden mögen zwar nicht lange anhalten, doch kann das zeitweilige Über- oder Unterangebot an Wasser längerfristig Einfluss auf das Leben betroffener Menschen nehmen. Uns interessieren die gesellschaftlichen Naturverhältnisse von Wasser, die Produktion von Wasserknappheit, die Akteurskonstellationen und Machtverhältnisse, die zu einer Politisierung von Wasser führen und die sozialen Bewegungen, die für ein Recht auf Wasser eintreten.

Wir suchen Artikeln, die (auch) folgende Themen behandeln:

1. Die Kommerzialisierung und Privatisierung von Wasser: welche Akteure sind und dominieren auf dem Wassermarkt, wie hängt dies mit Freihandelsabkommen zusammen, wie verändert die Plastikflaschenkultur Südostasien?

2. Urbane Wasserprobleme: warum funktionieren oft urbane Trinkwasserversorgung und Abwassersysteme nicht, obwohl Wasser in Südostasien reichlich vorhanden ist?

3. Was ist die kulturelle Bedeutung des Lebens mit, nahe und auf dem Wasser?

4. Wasser als Handelsweg: Flüsse, Strasse von Malaka, geopolitische Kontrolle

5. Meer als Rohstoffraum: Fischereikonflikte, Öl, Tiefseebergbau

6. Politische Ökologie der Verschmutzung von Gewässern: Verursacher, Regulierung, Bewegungen

7. Politisierung von Staudammprojekten: Akteure, Auswirkungen, Bewegungen

8. Flut und Dürre: wie werden diese gesellschaftlich produziert?

9. Wie wirkt sich der Klimawandel auf regionale Wasserverhältnisse, Wetterveränderungen (Taifune u.a. Katastrophen) aus und wie reagieren Staaten oder Kommunen auf die Gefahr untergehender Städte und Regionen?

Hier können Sie den Call for Papers 4/2016 in Deutsch herunterladen.
Hier gibt es den Call for Papers 4/2016 in Englisch.

Artikel sollten entweder eine Seite (bis 4500 Zeichen inkl. Leerzeichen), zwei Seiten (bis 9000 Zeichen) oder drei Seiten (bis 13500 Zeichen) lang sein (bevorzugt mit themenrelevanten Fotos) und sollten bis zum 30. Oktober 2016 eingehen. Autoren aus Südostasien sind besonders erwünscht.

Kontakt: oliver.pye[at]uni-bonn.de

Download: