Gefahren globaler Zementproduktion

Vom 24. April bis zum 12. Mai führte die Südostasien-Informationsstelle (SOAI) eine Informations- und Protestkampagne zu den Gefahren globaler Zementproduktion im Allgemeinen und der Bedrohung des Kendeng-Gebirges in Indonesien im Speziellen durch. 

Roadshow „Samin vs. Semen“

Eines der Unternehmen, die am Kendeng-Gebirge eine Zementfabrik errichten wollen, ist HeidelbergCement. Um die deutsche Öffentlichkeit zu informieren, organisierte die SOAI – in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung, Watch Indonesia! sowie Rettet den Regenwald eine Roadshow durch zehn Städte, bei der der Dokumentarfilm „Samin vs Semen“ gezeigt wurde. Der Film war eigens für die Roadshow mit deutschen Untertiteln versehen worden . Die Filmvorführungen wurden begleitet von Gunarti, einer Aktivistin der Bürgerinitiative JMPPK, die in Indonesien (Landkreise Pati und Rembang, Zentraljava) gegen Zementvorhaben kämpft, die ihre Lebensgrundlage als Bauern zu zerstören drohen. Ebenfalls bei der Film-Tour dabei war der Regisseur des Films „Samin vs Semen“ Dandhy Dwi Laksono.

Insgesamt haben in den Städten Göttingen, Hamburg, Bremen, Köln, Berlin, Greifswald, Leipzig, Heidelberg und Freiburg mehr als 500 Menschen den Film gesehen und an der anschließenden Diskussion teil genommen. Das Publikum zeigte sich sehr schockiert von den katastrophalen Auswirkungen der Zementproduktion auf die Umwelt und das Sozialgefüge in den betroffenen Regionen und darüber, dass ein deutsches Unternehmen daran beteiligt ist. Viele Menschen drückten spontan ihre Solidarität aus und versuchten, die Bürgerinitiative JMPPK zu unterstützen – mit Informationen, Spenden und Beteiligung an Protesten.

Protestaktionen im Rahmen der Kampagne

Zwei Protestaktionen wurden im Rahmen der Kampagne durchgeführt. Am 1. Mai sind wir in Berlin im Rahmen der Kundgebung zum Tag der Arbeit auf die Straße gegangen. Am 10. Mai wurde mit Unterstützung der Grünen Jugend Heidelberg eine Protest-Kundgebung vor der Heidelberger Stadthalle durchgeführt, parallel zur dort statt findenden Aktionärsversammlung von HeidelbergCement. In der Aktionärsversammlung nahm unser Gast Gunarti von der JMPPK das ihr von den Kritischen Aktionären eingeräumte Rederecht wahr und gab den Anwesenden ein eindrucksvolles Beispiel, wie massive Ressourcenausbeutung zur Steigerung der Aktionärs-Dividende das Leben der Menschen in Indonesien zerstört . Draußen vor der Stadthalle demonstrierten währenddessen Dutzende Menschen, fünf davon mit einbetonierten Füßen. Mit der Wahl der gleichen Protestform, die JMPPK bereits in Indonesien auf die Straße getragen hatte, drückten wir Solidarität mit dem Kampf der Bürgerinitiative aus – und erregten die Aufmerksamkeit der deutschen Öffentlichkeit. Zahlreiche Medien berichteten über die Aktion und die Film-Road-Show . Die Informationskampagne wurde in Berlin ergänzt durch Gesprächstermine mit Politiker*innen, u.a. mit der Abgeordneten des Europaparlaments, Barbara Lochbihler, die unserem Anliegen ebenfalls Unterstützung zusicherte. 

Die Filmveranstaltungen und Proteste wurden begleitet von intensiver Öffentlichkeitsarbeit. Eine eigens eingerichtete Facebook-Seite wurde fortlaufend mit updates versehen. Grossen Zulauf erhielt während der Aktionen auch die bereits zuvor im Internet eingestellte Petition von Rettet den Regenwald . Auch nach der Film-Tour bleibt der Film „Samin vs Semen“ der deutschsprachigen Öffentlichkeit zugänglich und wurde von Anfang Mai bis Mitte Juni mehr als 900 Mal aufgerufen. Ein umfangreiches Interview mit Gunarti wurde nach der Kampagne in der Monatszeitung graswurzelrevolution und in der vierteljährlich erscheinenden südostasien veröffentlicht, deren Titelbild die Zementproteste in Indonesien dokumentieren. Optische Eindrücke von der Roadshow bietet außerdem ein von einem Unterstützer bei youtube eingestelltes Video.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kampagne sehr erfolgreich und öffentlichkeitswirksam verlief, was sowohl auf die intensive und zeitaufwändige Organisation und Begleitung zurückzuführen ist als auch auf das breite Bündnis mit vielen Organisationen und Einzelpersonen, die unser Anliegen unterstützt haben. Eine fortgesetzte Zusammenarbeit und weitere Info- und Protestaktionen, z.B. vor der nächsten HC-Aktionärsversammlung bzw. bei den jeweiligen Tochterunternehmen, mit denen Zementvorhaben umgesetzt werden sowie eine weitere Vernetzung der Aktiven in mehreren Ländern sind aus Sicht der SOAI äußerst wünschenswert. Dass der Film „Samin vs Semen“ und begleitende Vorträge auch nach Ende der Kampagne von internationalistischen Initiativen angefragt werden, zeigt, dass an der Thematik und an einer Solidarisierung fortgesetzt Interesse besteht.

Wir danken allen Projektpartner*innen und allen Unterstützer*innen für die wunderbare Zusammenarbeit!

 

Laden Sie sich hier die Broschüre zum Projekt herunter.

Bei Interesse an dem Film "Samin vs Semen" bzw. der Informationskampagne wenden Sie sich an Mela Badruddin.

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von Südostasien-Informationsstelle / philippinenbüro / Stiftung Asienhaus

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