Die Stipendiatinnen und Stipendiaten

Im Frühjahr 2004 wurde das Stipendium, damals dotiert mit 750 Euro, erstmalig vergeben. 2009 wurde es auf 990 Euro, 2010 auf 1.000 Euro aufgestockt. Durch Ihre Zustiftung kann der Betrag noch weiter erhöht werden. Mehr Einzelheiten finden Sie hier.
Wir bedanken uns auch bei den Bewerberinnen und Bewerbern, die nicht berücksichtigt werden konnten, für ihr Interesse an dem Stipendium.

2016

Anke-Reese-Stipendiatin 2016: Franziska Linke

Franziska Linke studiert Südasienstudien und Politikwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Ihr Schwerpunkt liegt neben dem Erlernen von Sprachen im Bereich der Konfliktforschung. Von September bis Januar wird sie für viereinhalb Monate in Indien sein und ein Praktikum bei der Nichtregierungsorganisation Prayatn in Rajasthan machen. 

 

Praktikumsbeschreibung

Trotz des seit 1986 existierenden gesetzlichen Verbots von Kinderarbeit arbeiten noch heute etwa 12,6 Millionen minderjährige Kinder in Indien. Gemessen an der Gesamtbevölkerungszahl von 1,2 Milliarden mag das ein geringer Anteil sein; dies ändert jedoch nichts an der harten Lebensrealität der Betroffenen.

Kinderarbeit ist weiterhin Realität, die sich mehr oder minder im Schatten der Gesellschaft abspielt. Dabei gilt das im Norden gelegene Rajasthan als einer der Bundesstaaten, in denen die Praxis der Kinderarbeit am häufigsten vorkommt. Das hat vielfältige Hintergründe, zu denen extreme Armut, eine stark ausgeprägte Geschlechterungleichheit, Kindesheirat, Diskriminierung von Frauen und Kindern und eine mangelnde Bildungsinfrastruktur zählen. Diese Probleme werden teils durch die Betreibung illegaler Minen verschärft, in denen Frauen und Kinder schwerste körperliche Arbeit für einen geringfügigen Lohn verrichten. In den Projektdörfern arbeiten fünfzehn Prozent der Kinder unter 16 Jahren in illegalen Rotsteinminen unter prekären Arbeitsbedingungen.

An dieser Stelle setzt die Nichtregierungsorganisation (NRO) Prayatn, die sich für Gerechtigkeit und soziale Gleichheit innerhalb der Gesellschaft einsetzt, an. Durch wirksame Öffentlichkeitsarbeit wird einerseits in den Dörfern und Städten das (Un-)Rechtsbewusstsein für Kinderarbeit gestärkt. Andererseits sollen die Betroffenen so unterstützt werden, dass sie durch die Projekte in die Lage versetzt werden, selbst  Initiative zu ergreifen, um eigenständig den Teufelskreis der extremen Armut und Abhängigkeit zu entkommen. Dies geschieht durch einen starken Einbezug der Betroffenen selbst. In sogenannten "Bal Manchs" (ein Forum, das Kraft stiften soll) finden sich Kinder zusammen, die über ihre widerfahrenen Probleme und über ihnen zustehende Kinderrechte diskutieren. In den "Bal Adhikar Manchs", dem entsprechenden Zusammenschluss von Erwachsenen, werden diese Probleme ebenfalls aufgegriffen. Darüber hinaus kontrollieren sie die Wahrung der eigens aufgestellten Kinderrechte in ihren Dörfern.
Aus der Sicht vieler Familien "lohnt" sich ein Schulbesuch aufgrund eines Mangels an oder des Nichterscheinens von Lehrern, häufig langer Schulwege und fehlender sanitärer Anlagen, nicht. Die Anzahl der Schulabbrecher ist noch immer sehr hoch. Dem wird im Rahmen des Projektes ebenfalls entgegengewirkt, indem die Bildung qualitativ verbessert wird.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die Brückenkurse: für Kinder, die durch schwerste körperliche Arbeit zum Familieneinkommen beigetragen haben, ist der für Kinder "normale"  Alltag fern. Häufig haben sie große Schwierigkeiten, sich wieder daran zu gewöhnen Kind zu sein und an den Schulallag, der häufig mit langem disziplinierten Stillsitzen und Büffeln verbunden ist. Die Brückenkurse stellen einen Raum dar, in denen Versäumtes wiederholt und auf die Belange der Kinder eingegangen wird, damit sie sich (wieder) daran gewöhnen können. Außerdem versucht Prayatn durch die Förderung einkommensschaffender Maßnahmen, den betroffenen Familien eine Alternative zu bieten, sodass sie nicht mehr auf die teils unter sklavenähnlichen Bedingungen stattfindende Minenarbeit angewiesen sind.

Während meines Praktikums werde ich in der Brückenschule untergebracht und voraussichtlich hauptsächlich in der Dokumentation tätig sein In diesem Zusammenhang werde ich mich intensiv mit den vielschichtigen Armutsursachen und damit u. a. mit den sozioökonomischen und politischen Verhältnissen auseinandersetzen. Häufig wird, gerade in der "deutschen" öffentlichen Wahrnehmung, mit Armut ein fatalistisches, nicht lebenswertes Leben verknüpft, welches die Betroffenen automatisch in die Opfer-Schublade steckt. Armut ist jedoch, zumindest meiner Erfahrung nach, vielgestaltig und auch in einen spezifischen Kontext eingebettet. Die Betroffenen sind nicht zwangsläufig die "ohnmächtigen Opfer", sondern haben eigene Vorstellungen vom Zustand und den Ursachen ihrer Lage. Mit meinen im Studium erworbenen Sprachfähigkeiten in Hindi würde ich diesen Kontext gerne näher untersuchen und dabei auch die theoretischen und methodischen Kenntnisse  einbringen und kritisch hinterfragen.

Das Praktikum ermöglicht es mir, an der Schnittstelle zwischen den im Studium vermittelten, häufig eher abstrakten Kenntnissen und der praktischen Lebensrealität zu arbeiten. Dieses Wissen werde ich sicherlich in meinen weiteren Studienverlauf integrieren können und in mein gesellschaftspolitisches Engagement einbringen.

 

Kontaktdaten der Organisation:

Prayatn Sanstha
68/337, Pratap Nagar, Sanganer,
Jaipur - 302033, Rajasthan,
India
www.prayatn.org

2015

Anke-Reese-Stipendiat 2015: Bastian Drendel

Bastian Drendel studiert Südasienstudien an der Ruprecht-Karls Universität in Heidelberg. Schon zu Beginn seines Studiums legte er den Fokus auf die tamilische Sprache und im Fach Politische Wissenschaft Südasiens auf die politischen und sozialen Missstände Sri Lankas. Er absolviert ein Praktikum beim Action Forum for Social Development in Sri Lanka.

Praktikumsbeschreibung

Die Entwicklungsmöglichkeiten in dem vom Bürgerkrieg am Stärksten betroffenen nordöstlichen Inselteils Sri Lankas waren in den letzten drei Jahrzehnten erheblich beeinträchtigt. Vor allem das Bildungssystem ist stark marodiert und bietet Jugendlichen und Kindern aus Familien mit geringen finanziellen Mitteln kaum eine Möglichkeit ihren Schulabschluss zu bewerkstelligen.

Ich setze mich daher seit Beginn meines Studiums für Studieren Ohne Grenzen e.V. ein. Dort war ich u.a. am Aufbau eines Stipendienprogramms für vom Bürgerkrieg in Sri Lanka betroffene Jugendliche beteiligt. Mit dem Programm verhelfen wir Jugendlichen im Raum Trincomalee zum Studium der Informationstechnologie am Institut Infinity Centre for Higher Studies. Ein weiteres Stipendienprogramm unterhält der Verein auxilio Venire e.V. Deren Stipendiaten werden vor Ort von ihrer Partnerorganisation dem Action Forum for Social Development betreut. Dieses Programm zielt darauf ab, durch den Tsunami im Jahr 2004 verwaisten Jugendlichen die Schul- und universitäre Bildung wie auch medizinische Versorgung zu ermöglichen. Im Moment beträgt die Zahl der Stipendiaten ungefähr 60.

Zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Organisationen und zur Verbesserung des Stipendienprogramms bewarb ich mich als Praktikant am Action Forum for Social Development. Meine Aufgabe in Nintavur, Sri Lanka wird es sein, mich mit den Stipendiaten und ihrem sozialen Umfeld auseinanderzusetzen. Für mögliche Reibungsfelder interkultureller und sozialer Art sind Lösungsvorschläge zu erarbeiten und zu diskutieren.

Auch zu beachten sind Beschränkungen, die das unzureichend entwickelte Schulsystem Sri Lankas auferlegt, um somit einen Optimierungsprozess zu initiieren, der die Stipendiaten möglichst zielgerichtet und erfolgversprechend an die Universität führt. Denn ungleich dem System in Deutschland erhält ein Bewerber an einer Hochschule in Sri Lanka lediglich eine Chance landesweit immatrikuliert zu werden. Wird der Bewerber abgelehnt, gibt es an keiner anderen Universität eine zweite Chance. Da höhere Bildung für Sri Lanka nach dem Wiederaufbau von enormer Bedeutung ist, muss hier eingegriffen und den betroffenen Schülern auf ihrem Weg geholfen werden. In diesem Zusammenhang ist es mir ein großes Bedürfnis, meinen Teil zur nachhaltigen Entwicklung dieses Landes beitragen zu können. Die Erfahrungen, die ich im Rahmen des Praktikums machen werde, möchte ich sowohl in meine Bachelorarbeit einfließen lassen als auch in meine Freiwilligenarbeit bei Studieren ohne Grenzen e.V. einbringen.

2014

Larissa Ranft
Anke-Reese-Stipendiatin 2014: Larissa Ranft

Larissa Ranft hat ein Bachelorstudium in Germanistik und Kultur- und Sozialanthropologie in Münster absolviert. Seit Oktober 2013 studiert sie Ethnologie und Transcultural Studies im Master an der Ruprecht-Karls Universität in Heidelberg. Schwerpunkte ihres Studiums bilden die Geschlechterforschung und Religionsstudien mit dem regionalen Fokus auf Südasien / Südostasien.

Praktikumsbeschreibung:

Der regionale Bereich Südasien / Südostasien ist – bedingt durch meine bisherige akademische Laufbahn, wie auch meiner persönlichen Erfahrung und Auseinandersetzung mit diesen Regionen – der Forschungsbereich, in dem ich mich hinsichtlich meiner zukünftigen Betätigung als Ethnologin verankert sehe. In meinem Forschungsvorhaben steht die Verflechtungen von sozialen Geschlechtskonstruktionen, Ethnizität, Religion und damit verbundenen Gesellschaftsstrukturen im Vordergrund.

Das von mir angestrebte Auslandspraktikum in Yogyakarta (auf Java in Indonesien) verfolgt diesen Forschungsschwerpunkt. So werde ich in Yogyakarta für den Zeitraum von sechs Monaten (September 2014 – März 2015) ein Praktikum bei der Frauenrechtsorganisation „Rifka Annisa“ absolvieren und die Organisation in allen Belangen unterstützen. Entstanden aus einem Frauenhaus ist die Organisation seit dem Jahr 2005 offiziell als Nichtregierungsorganisation in Indonesien anerkannt und dort derzeit eine der größten nationalen Frauenrechtsorganisationen.

Diskriminierung, Gewaltausübung und Benachteiligung von Frauen in der Gesetzesgrundlage, wie auch im alltäglichen Leben, gehören leider auch im 21. Jahrhundert in Indonesien zur Praxis. Geschlechtsspezifische Diskriminierung und Unterdrückung, sowie der Mangel von Frauen in öffentlichen Entscheidungspositionen (wie in der Politik oder den Medien) sind weit verbreitet. Um an diesem Zustand etwas zu verändern und Frauen mehr Autonomie zuzusprechen, müssen gesellschaftspolitische und soziale Prozesse in den Gang gesetzt werden und beide Geschlechter eng zusammenarbeiten. Durch wirksame Öffentlichkeitsarbeit möchte „Rifka Annisa“ gesellschaftliche Debatten anstoßen und die Öffentlichkeit für Themen wie „Gewalt gegen Frauen“ verstärkt sensibilisieren. Hierzu gehört vor allem das Abbauen von Vorurteilen und Stereotypen bezüglich der Geschlechterrollen, um so eine geschlechtergerechte Gesellschaft möglich zu machen. Durch das Einbeziehen von sowohl Männern als auch Frauen soll Raum für Debatten gegeben und gegenseitiger Austausch und Vernetzung ermöglicht werden. In einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft wie in Indonesien – die sich darüber hinaus noch über eine Vielzahl regionaler Eigenheiten auszeichnet – stellen sich diese Bemühungen als langwierig und schwierig, aber auch als ein sehr spannender und lehrreicher Prozess dar.

Mein Tätigkeitsfeld innerhalb der Organisation wird den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit beinhalten, die Unterstützung psychologischer und rechtlicher Beratungen für von Gewalt betroffenen Frauen, die Betreuung des Frauenhauses, das Durchführen von Aufklärungsseminaren und Präventionskampagnen mit der Bevölkerung, sowie die Organisation spezifischer Beratungs- und Aufklärungskurse für Männer. Darüber hinaus führt „Rifka Annisa“ breite aufklärende Anti-Gewalt-Kampagnen in der Öffentlichkeit durch und verbreitet diese via elektronischer Medien (Fernsehshows, Radioshows, Onlinevideos). Eine der Herausforderungen innerhalb dieser Arbeit ist es, nicht nur eine gebildete Oberschicht, sondern auch ärmere Bevölkerungsschichten zu erreichen und mit einzubeziehen. Daher versucht die Organisation mit ihren Projekten und Aktionen sowohl auf einer Makro- wie auch auf einer Mikroebene gesellschaftlich zu agieren.

Ich sehe bei diesem Auslandspraktikum die Chance, den Bereich der sozialen Arbeit, der Frauenrechtsarbeit, als auch meine regionalen und inhaltlichen Schwerpunkte innerhalb der Ethnologie auf sinnvolle Weise miteinander zu verbinden.

So möchte ich die Menschen vor Ort in ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen und ihnen durch meine bisherigen praktischen Erfahrungen innerhalb der Frauenrechtsarbeit, sowie durch meine theoretischen Kenntnisse durch das Studium eine helfende Hand sein. Ein 'in-Bewegung-setzen' tiefgreifender, gesellschaftspolitischer Veränderungen scheint in meinen Augen nur möglich, wenn Frauen und Männer gemeinsam in diese Prozesse und Thematik einbezogen werden – um festgeschriebene Geschlechterbilder und -rollen zu thematisieren, zu reflektieren und zu hinterfragen. In meinen vergangenen Praxiserfahrungen innerhalb der Frauenrechtsarbeit habe ich gelernt, dass Frauen langfristig durch die Stärkung ihres Selbstbewusstseins und ihrer Autonomie sehr geholfen wird. Es ist in meinen Augen ein erster wichtiger Schritt, sie durch spezifische Beratungs- und Betreuungsangebote auf ihre Rechte und Möglichkeiten aufmerksam zu machen und sie darin zu bestärken. Auf diese Weise können sie unabhängiger und eigenverantwortlicher handeln und bestehende unterdrückende Gesellschaftsstrukturen in Frage stellen.

Die Kenntnisse und Daten, die ich in meinem Praktikum in Yogyakarta sammeln werde, werden darüber hinaus eine der Grundlagen meiner abschließenden Studie des Masterstudiums bilden.

Ich plane, während meiner Tätigkeit vor Ort die Möglichkeit zu wahrzunehmen, Daten für meine Masterarbeit zu sammeln, die ich im thematischen Bereich der „gendered spaces“ verfassen möchte. So werde ich innerhalb meiner Praktikumsarbeit Interviews mit den Angestellten und Experten von „Rifka Annisa“ führen und diese hinsichtlich der Thematik der „gendered spaces“, der Frauenrechtslage, Geschlechterbilder und -gleichheit in Indonesien befragen. Auch mit der lokalen Bevölkerung plane ich, Gespräche zu führen, um in meiner Forschung ein Meinungsbild von Männern und Frauen verschiedener Altersstufen und gesellschaftlicher Schichten abbilden zu können.

Ich erhalte seit einigen Monaten Sprachunterricht in Indonesisch und werde diesen bis zu Beginn meines Praktikums weiterführen. Zudem werde ich vor Beginn meines Auslandspraktikums in Yogyakarta einige Wochen Sprachunterricht erhalten und diesen auch während meiner Arbeit weiterverfolgen, um mich mit den Menschen vor Ort auf optimale Weise verständigen und innerhalb verschiedener Gesellschaftsschichten agieren zu können.

Ferner werde ich nach Beendigung meiner Arbeit einen Bericht und eine Präsentation für das ethnologische Institut der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg verfassen, meine Arbeit dort vorstellen und meine Daten auf der Homepage des Instituts anderen Studierenden zur Verfügung stellen.

Kontaktdaten der Organisation:

„Rifka Annisa“ (Women's Crisis Centre)

Jln. Jambon IV, Kompleks Jatimulyo Indah

Yogyakarta 55242 Indonesia

http://www.rifka-annisa.org/en/

2013

Anke-Reese-Stipendium - Cosima Werner
Anke-Reese-Stipendiatin 2013: Cosima Werner

Cosima Werner ist Studentin an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen/Nürnberg im Masterprogramm Kulturgeographie. Sie absolvierte ihr Praktikum in Jakarta. Ergebnisse ihres Aufenthaltes wurden veröffentlicht in der Zeitschrift "Pacific Geographies" unter dem Titel "Green Open Spaces in Indonesian cities: schisms between law and practice"

 

Projektbeschreibung:
United Cities Local Government Asia Pacific (UCLG ASPAC) ist ein Verband, in dem lokale Regierungen aus der Region Südostasien und Pazifik im Austausch miteinander und zu wissenschaftlichen Institutionen und Organisationen stehen und deren Kommunikation unterstützt wird. Dabei werden Prinzipien des Good Governance forciert sowie ökonomischen Aspekten besonders soziale und kulturelle Themen angesprochen. Gleichzeitig ist es Ziel die Präsenz der lokalen Regierungen gegenüber internationalen Organisation zu stärken.

Derzeit arbeitet UCLG ASPAC an einer Entwicklung eines Projekt, dass die Mitglieder des Verbandes in Fragen rund um den Klimawandel darüber informiert, welche Programme und Projekte in der Region initiiert wurden, um den Klimawandel entgegen zu treten.

Innerhalb der UCLG ASPAC Climate Change Initiative ist es meine Aufgabe darzustellen, inwiefern lokale Regierungen indonesischer Städte versuchen ihre Städte durch das Pflanzen von Bäumen und der Entwicklung von offenen (und öffentlichen) Grünflächen nicht nur zu verschönern, sondern vor durch die Entwicklung solcher (re)greening-Flächen dem Klimawandel auf der Mikroebene entgegenzuwirken. Das indonesische Gesetz 26/2007 sieht vor, dass 30 % urbaner Flächen grün sind. Davon sollen 10 % von auf privaten Flächen verwirklicht werden und weitere 10 % öffentlich zugänglich sein, während die anderen 10 % ungeklärt bleiben. Diese entstehen aber u .a. durch die Bepflanzung von Flussufern und grünen Mittelstreifen auf mehrspurigen Straßen. Diese zeitlich unbestimmte Zielsetzung wurde bisher in keiner der Städte erreicht.

Es stehen drei Akteursgruppen im Fokus des Projekts: lokale Regierungen, Nicht-Regierungsorganisationen und gesellschaftliche Vereinigungen, wie Nachbarschaftsverbände. Positive Beispiele, die versuchen mit den Herausforderungen im Umgang mit urbanen Grünflächen umzugehen, gibt es dennoch und werden im Rahmen meiner Tätigkeit bei UCLG ASPAC im besonderen Fokus stehen. In Form eines Berichtes werden die Ergebnisse den Partnern und Mitgliedern von UCLG ASPAC zugänglich gemacht.

2012

In diesem Jahr ist kein Stipendium vergeben worden.

2011

Anke-Reese-Stipendium - Alfhild Böhringer

Alfhild Böhringer hat Sozialwissenschaften und Politische Theorie in Berlin und Edinburgh studiert. Sie arbeitet zurzeit beim Cambodian Center for Human Rights in Phnom Penh, einer unabhängigen Organisation, die Menschenrechte in Kambodscha verteidigt und fördert.

Im Rahmen des Praktikums arbeitet sie an einer Studie über den Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) auf Demokratie und Menschenrechte in Kambodscha. ICT’s werden für eine aufgeklärte Zivilgesellschaft und zur Mobilisation von Netwerken immer wichtiger, gleichzeitig versuchen Regierungen deren Nutzung massiv einzuschränken. Auch in Kambodscha begrenzt die Regierung zunehmend die Presse- und Meinungsfreiheit. Welchen Einfluss Online Netzwerke, Blogs aber auch Mobiltelefone haben soll deshalb genauer untersucht werden.

2010

Anke-Reese-Stipendium - Marietta Grimm

Marietta Grimm ist Studentin der Erziehungswissenschaften und Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg. Sie absolviert ihr Praktikum beim Psychosocial Support and Children’s Rights Resource Center (PSTCRRC) in Manila.

Ihre Arbeit ist Teil der vom PSTCRRC geleiteten und koordinierten auf vier Jahre angelegte internationalen Studie über die psycho-sozialen Auswirkungen von ‚Domestic Work’ auf Kinder („Investigating the Psychosocial Effects of Domestic Work on Children“). So genannte ‚Child Domestic Worker“(CDWs) sind Kinder unter 18 Jahren, welche in einem Haushalt außerhalb ihrer eigenen engsten Familie arbeiten und dort Hausarbeiten verrichten oder sich beispielsweise um die Kinder der Arbeitgeber kümmern. Die CDWs sind häufig von Ausbeutung bedroht und werden meist schlecht oder gar nicht entlohnt.

2009

Anke-Reese-Stipendium - Stefanie Peter

Mitte Februar wurde zum sechsten Mal das Anke-Reese-Stipendium vergeben, mit dem Praktika junger Menschen in einer asiatischen NRO unterstützt werden. Dieses Jahr fiel die Entscheidung auf Stephanie Peter, die für sechs Monate das Projekt "Growing Together" in Yangon (Burma) unterstützt. Es handelt sich dabei um eine Organisation, die Vorschulkindern aus einkommensschwachen Familien Betreuung und Unterricht in englischer Sprache anbietet. Leider mußte das Praktikum frühzeitig abgebrochen werden, da die Schule von den Behörden geschlossen wurde. Ihnen war der Besuch der Schule durch Ausländer ein Dorn im Auge.

2008

Anke-Reese-Stipendium - Lilli Breininger

Lilli Breininger ist Studentin der Soziologie und Ethnologie. Sie schreibt: "Mein Fokus liegt auf Internationalen Beziehungen und Entwicklungsländer. Angesichts meiner philippinischen Wurzeln interessiere ich mich für indigene Gruppen auf Mindanao, der südlichsten Insel der Philippinen.

Die lokale NGO „Initiatives for International Dialogue“ (IID) bietet mir einen direkten Kontakt zu einheimischen Gruppen. Zusammen mit IID möchte ich verschiedene Dörfer besuchen, Experten befragen und an aktuellen Projekten teilnehmen, wie dem „Knowledge, Information and Communications Program“ und dem „Right to Self-determination Program“. Ich möchte die NGO soweit es geht einerseits mit meinen fachlichen Kenntnissen meines Studiums und andererseits mit der Sichtweise einer Halb-Filipina unterstützen.

Nach dem Praktikum werde ich meine Erfahrung und die gesammelten Daten an das Philippinenbüro weitergeben."

2007

Anke-Reese-Stipendium - Oda Riehmer

In diesem Jahr hat Oda Riehmer das Stipendium erhalten. Die Studentin der Kommunikationswissenschaft und Germanistik aus Bamberg wird von Ende März an für drei Monate in Kambodscha sein. In der Hauptstadt Phnom Penh macht sie ein Praktikum bei der lokalen NRO COMPED.

Dort wird es ihre Aufgabe sein, das Projekt „Medien und Demokratisierung“ der NRO mit Hilfe der Fachkenntnisse aus ihrem Studium zu unterstützen. COMPED will untersuchen, inwiefern die Presse und der Rundfunk den bisher nicht immer gradlinigen Transformationsverlauf begleiten. Können Massenmedien die Demokratisierung in Ansätzen so unterstützen, wie sie es beispielsweise in unserem eigenen Land tun?

Dazu wird die NRO mit der Unterstützung von Oda Riehmer empirische Untersuchungen durchführen, Journalisten und Rezipienten befragen und die Ergebnisse auswerten. Außerdem wird Oda Riehmer auch Einblicke in die anderen Projekte der NRO bekommen: wie z.B. das Umweltbildungszentrum, die Kompostierungsanlage, die Patenschaften und Schulprojekte.

Ihre Erfahrungen wird Oda Riehmer nach ihrer Rückkehr in die Arbeit der thüringisch-kambodschanische Gesellschaft einbringen.

2006

Anke-Reese-Stipendium - Silvia Stockum

Silvia Stockum ist bis Ende des Jahres Praktikantin in der Organisation Nishtha, einem ländlich gelegenen Zentrum für Gesundheitsprävention, Umweltbildung und Frauen-Empowerment. Nishtha befindet sich im Kangra Tal, am südlichen Rand des Himalayas im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh. Ihre Tätigkeiten bestehen hauptsächlich in der ökologischen und kulturellen Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Frauen.

Nishtha möchte ein neues Jugendprogramm für das Bildungs- und Gemeindezentrum entwickeln. Silvia Stockums Aufgaben bestehen darin, die Bedürfnisse und Interessen der lokalen Jugendlichen mit ihnen herauszuarbeiten um daraufhin entsprechende Bildungsprogramme zu entwickeln und durchzuführen. Die Themen umfassen Ökologie, Gesundheit, Ernährung, Sport und Kultur (insbesondere geht es hier auch um die Schaffung eines kulturellen Bewusstseins gegenüber den schwindenden regionalen Traditionen). 

In einem eigenen Projekt möchte sie sich mit dem politischen Bewusstsein der Jugendlichen und jungen Erwachsenen auseinandersetzen, mit ihnen neben den regionalen auch globale politische und wirtschaftliche Tendenzen betrachten und diese auf kreative und anschauliche Weise bearbeiten. Im Bildungszentrum gibt es außerdem eine Bibliothek, die allerdings bisher nicht entsprechend genutzt wird. Silvia Stockum wird bei der Entwicklung eines pädagogischen Konzeptes mithelfen, welches der Frage nachgeht, wie Jugendliche Freude am Lesen gewinnen und sich auf diese Weise weiterbilden können.

2005

Anke-Reese-Stipendium - Henriette Mathieu

In diesem Jahr hat sich das Auswahlgremium für Henriette Mathieu entschieden, die seit Mitte Februar 2005 ein viermonatiges Praktikum in Dhaka (Bangladesh) bei der NGO Nari Maitree absolviert. Im Rahmen ihres Masterstudienganges "Theatre and Media for Development" in Winchester/England setzt sie ihr Wissen in Dhaka insbesondere im Bereich Frauen- und Kinderrechte ein. In Deutschland arbeitet Henriette Mathieu u.a. in der Berliner entwicklungspolitischen Straßentheatergruppe "Piquete" mit.

In ihrem Praktikumsbericht finden Sie Ihre nähere Einzelheiten über das Thema "Theater for Development", die Arbeit von Nari Maitree und die Tätigkeiten, die Frau Mathieu im Rahmen ihres Praktikums absolviert.

2004

Anke-Reese-Stipendium - Janina Dannenberg

Die erste vom Anke-Reese-Stipendium geförderte Praktikantin ist Janina Dannenberg aus Lüneburg. Sie hat jetzt mit dem einjährigen Praktikum bei REAPS (Rural Enlightment & Accretion in Philippine Society Foundation) auf den Philippinen begonnen.

Hier finden Sie Ihre Darstellung der im Rahmen des Praktikums geplanten Aktivitäten.

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von Südostasien-Informationsstelle / philippinenbüro / Stiftung Asienhaus

Titelseite südostasien 1/2016