Eintrag

18.12.2013

Straßenkämpfe in Bangkok und die Krise der Demokratie

19:00
- 21:00 Uhr

Analysen und Einschätzungen zur aktuellen politischen Situation in Thailand

es sprechen und diskutieren

  • Oliver Pye (Abteilung Südostasienwissenschaft, Universität Bonn/ Kuratorium der Asienstiftung) und
  • Wolfram Schaffar (Institut für Internationale Entwicklung, Universität Wien / Kuratorium der Asienstiftung)

Seit mehreren Wochen wird die thailändische Regierung unter Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra von Massendemonstrationen herausgefordert. Die Strategie der selbsternannten „Zivilen Bewegung für Demokratie“ besteht darin, die Regierung mit der Besetzung der Ministerien lahmzulegen und durch eine Eskalation der Gewalt eine “Staatskrise” zu erzeugen, die ein Eingreifen des Königs und des Militärs rechtfertigen würde. Die Regierung von Yingluck Shinawatra, die sich auf Mehrheit der WählerInnen stützen kann, weiß um die Problematik und versucht, die Proteste ins Leere laufen zu lassen. Seit mehreren Wochen beobachten wir ein Hin und Her von taktischen Manövern und eine Lösung scheint nicht in Sicht. 

Doch was sind die Hintergründe dieser Auseinandersetzungen? Wer kämpft gegen wen? Und welche Ziele verfolgen die Kontrahenten? 

Im Zentrum des Konflikts, der das Land seit 2006 schon mehrfach an den Rand eines Bürgerkriegs getrieben hat, stehen fundamentale Fragen nach der politischen Legitimität und dem politischen System: Was ist Demokratie? Wie muss eine demokratische Verfassung aussehen? 

Oliver Pye und Wolfram Schaffar haben lange zu sozialen Bewegungen und zu Demokratisierungsprozessen in Thailand und der Region gearbeitet. In der Veranstaltung stellen sie die einzelnen Akteure und politischen Fraktionen vor und zeichnen die Entstehung des Konflikts nach, in dem sich das Verhältnis zwischen parlamentarischer Demokratie, kapitalistischer Ökonomie und umkämpfter Staatsmacht offenbart.

Die Auseinandersetzungen weisen jedoch auch über eine landes- und regionale Perspektive hinaus. Aus einer globalen Perspektive erscheint der Konflikt in Thailand beispielhaft für das Scheitern eines liberalen Verfassungsmodells, das über internationale Organisationen und Entwicklungszusammenarbeit im Zuge von Demokratieförderung weltweit verbreitet wird. Die Probleme in Thiland sind daher vergleichbar mit den Problemen des Demokratisierungsprozesses in Ägypten und anderen Ländern - sie sind ein Symptom für die weltweite Krise der Demokratie.

Veranstalter: Stiftung Asienhaus

Veranstaltungsort: Stiftung Asienhaus, Hohenzollernring 52, 50672 Köln

Details & Anfahrt: Stiftung Asienhaus

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von Südostasien-Informationsstelle / philippinenbüro / Stiftung Asienhaus

Titelseite südostasien 1/2016