24.03.2016

Call for Papers Zeitschrift südostasien 3/2016: Wahlen, Parteien, Mitbestimmung

Witze wie die, dass Wahlen verboten wären, wenn sie etwas ändern könnten beziehungsweise Beteuerungen, dass man nicht bereit sei, seine Stimme abzugeben,sind in kritischen Kreisen weit verbreitet. Begriffe wie "cacique democracy," , die Charakterisierung von Parteien als reinen Wahlplattformen oder allgemeiner der Ansatz von Colin Crouch, der von "Postdemokratie" spricht, zeugen von einem tiefen Misstrauen gegenüber der real existierenden Demokratie im allgemeinen und von Zweifeln, ob Staaten in Südostasien mehr sind als bloße "formelle Demokratien."

Nicht desto trotz ist der Wunsch nach demokratischen Verhältnissen gerade auch unter denen, die von ihr in einem oligarchischen Set-Up am wenigsten zu profitieren scheinen, weit verbreitet. Und das trotz eines unter Intellektuellen weit verbreiteten"negativen Narrativs" über die demokratischen Verhältnisse im jeweiligen Land. Von Wahlmüdigkeit ist in Südostasien weit weniger etwas zu bemerken als etwa in Deutschland.

Die Themenausgabe "Wahlen, Parteien, Mitbestimmung" im Herbst 2016 möchte diesen Widersprüchen nachgehen.

Zudem ist die Themenausgabe daran interessiert, Diskurse, die im europäischen Raum eine wichtige Rolle einnehmen, mit südlichen Perspektiven zu kontrastieren. Colin Crouch's Postdemokratie wäre davon nur einer. Eine andere Fragestellung wäre, ob der in Europa grassierende Rechtspopulismus ein globales Phänomen ist -und etwa auch verstärkt in Südostasien zu beobachten ist.

Menschen und Gruppierungen, die an gesellschaftlicher Veränderung interessiert sind, fragen sich zudem immer wieder, wie Veränderung vonstatten gehen kann. Von Revolutionen abgesehen, die etwas aus der Mode gekommen zu sein scheinen,glauben die einen an die Reformfähigkeit der Institutionen und der "strategischen Gruppen" und setzen auf einen Marsch durch die Institutionen. Andere wiederum setzen alles auf Basismobilisierung und Graswurzeldemokratie. Was ist davon heute in den Gesellschaften Südostasiens zu beobachten?

Mögliche Foki für einzureichende Artikel wären:

- Die Konstruktion der Masse im Mittelschichtsdiskurs
- Die große Politik und die 'kleinen Leute '
- Expertokratie: Zum Konflikt von Entwicklung und Demokratie
- Patronage, Feudalismus, Familienzentrierung - Blockaden der Demokratisierung
- Öffentlichkeit und öffentlicher Raum - räumliche Ausdrücke von Demokratie
 - Bürgersinn (Citizenship) - ein westlicher Importartikel?
- Change advocates (revolutionäre Bewegungen, NGOs, Mittelklasse und Basisorganisationen) und ihr Partizipationsverständnis in Südostasien
- Geschlechterdemokratie und Frauen an der Macht
- Bieten die neuen Medien neue Formen der Partizipation - und wer nutzt sie?
- Postdemokratie, Neoliberalismus und der "demokratische Raum" aus südlicher Perspektive
- Führt Dezentralisierung zu Demokratisierung?

Anlass der Themenausgabe sind die Präsidentschaftswahlen in den Philippinen im Mai 2016. Der Philippinenteil wird aus diesem Anlass ausführlicher als gewöhnlich.

Artikel sollten entweder eine Seite (mit einem Bild bis 4.000 Zeichen inklusive Leerzeichen), zwei Seiten (mit zwei Bildern bis 6.900 Zeichen) oder drei Seiten (mit drei Bildern: 11.000 Zeichen) lang sein.

Autor*innen aus Südostasien sind besonders erwünscht. Artikel sollten in einer genderneutralen Sprache verfasst sein. Die Zeichenanzahlen beinhalten die Überschrift, Zwischenüberschriften und ein Foto pro Seite.

Formatierungen: keine, bzw. nur Absatzzeichen; Fußnoten und Anmerkungen als Fließtext, nicht als Fußnoten formatieren, max. 4 Literaturangaben.

Bitte zum Artikel passende, qualitativ gute Fotos/Illustrationen mitsenden (etwa 300 dpi). Copyrightfragen klären und Bilder beschriften (Fotograf und Bildtitel).

Hier können Sie den Call for Papers 3/2016 in Deutsch herunterladen.
Hier gibt es den Call for Papers 3/2016 in Englisch.

Redaktionsschluss ist der 15. Juni 2016.

Kontakt:

Artikel: Niklas Reese, soa3-16(at)mail.de

Rezensionen: Marlene Weck, machitsude(at)gmail.com