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Wieder nach China reisen?

Chengdu Shuangliu International Airport
Chengdu Shuangliu International Airport, Photo by W on Unsplash

"Werde ich wieder nach China reisen?" Diese Frage eröffnete ein ChinaFile-Gespräch vom 21. Juni 2021. Die Antwortenden waren sich einig: die Risiken sind gestiegen. Unterschiedlich sind jedoch die Schlüsse, die sie aus dieser Erkenntnis für sich selbst und China-Wissenschaftler*innen ziehen.

Mehrere ChinaFile-Autor*innen können sich eine Rückkehr nach China in naher Zukunft nicht vorstellen. Zu ihnen gehört auch der Direktor des Global Public Policy Institute in Berlin, der dies bereits im Mai in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel deutlich machte.

Andere wollen, basierend auf ihrer eigenen bisherigen Erfahrung, nach wie vor nach China reisen und dort forschen. Dies wird jedoch noch dauern, wie das Wall Street Journal berichtet. Die chinesische Regierung hat die Einreisebeschränkungen aufgrund der Pandemie um ein weiteres Jahr verlängert.

Was das Nichtreisen für die eigene Arbeit bedeutet, hat Christian Straube vom China-Programm der Stiftung Asienhaus in einem Standpunkt bei China.Table klargemacht. Die Politikwissenschaftlerin und Sinologin Katja Levy folgte mit ihrer Einschätzung über die Notwendigkeit des Reisens für die deutsche China-Wissenschaft.

Der Kern der Diskussion dreht sich letztlich um die Frage, welchen Wert die Tatsache des "Vorortseins" für Dialog, Kooperation und Wissensbildung in Anbetracht der restriktiven politischen Strukturen in China überhaupt noch hat. Kann "vor Ort" den eigenen Werten entsprechend noch gearbeitet werden? Schränken die von der chinesischen Regierung definierten thematischen Fenster für internationale Kooperationen die Arbeit mit Chines*innen nicht zu sehr ein bzw. sorgen sie lediglich für Kontrolle, Diskursverschiebung und einseitigen Wissensabfluss?

Diese Fragen standen auch während des Treffens der China-AG am 15. Juni 2021 im Raum. Feststeht, dass unser Blick auf China ohne Reisen ins Land in Zukunft unschärfer sein wird.

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