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Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

Kambodscha: Folgen der Pandemie für Sexarbeiterinnen

Die Organisation International Women’s Development Agency (IWDA) legt die Folgen der Corona Pandemie für Sexarbeiterinnen in Kambodscha dar. Die bereits stark marginalisierte Gruppe leidet aufgrund der Pandemie noch stärker unter sozialer Ausgrenzung, Stigmatisierung und einer allgemeinen Diskriminierung. Nur 8 Prozent der Sexarbeiterinnen sind in Besitz der offiziellen „ID Poor“, welche Zugang zu finanzieller Unterstützung und kostenloser Gesundheitsversorgung ermöglicht. Die anhaltende Schließung von unter anderem Karaoke Bars (KTV), welche in einigen Fällen auch als Bordelle fungieren, führt dazu, dass sich Sexarbeiterinnen in gefährlichere Situationen begeben, um auf der Straße ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Obwohl sie zu den am stärksten von der Pandemie Betroffenen gehören, werden Sexarbeiterinnen immer wieder zum Sündenbock für die Übertragung des Virus gemacht, anstatt ihnen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen.

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Philippinen: Frauenrechte vor, während und nach der Pandemie

Wie in anderen Ländern auch, hat die Pandemie in den Philippinen vor allem vulnerable Gruppen schwer getroffen. Bereits vor der Pandemie zehrten Klimawandel, Finanzkrise, wirtschaftliche Unsicherheit und gewalttätige Konflikte sowie zunehmend schrumpfende demokratische Spielräume an Stabilität und Sicherheitsgefühl der Menschen. All diese Krisen betreffen Frauen besonders und werden durch die Pandemie erheblich verschärft.  Zum internationalen Frauentag am 08. März 2022 werfen Bianca Martinez und Galileo de Guzman Castillo einen eingehenden Blick auf Gender – (Un-)gerechtigkeit im Rahmen der Pandemie. Darin beleuchten die Autorinnen u.a. die Bereiche Beschäftigung, Bezahlung, reproduktiver Gesundheit und reproduktiver Arbeit im philippinischen Kontext. Die Antworten der Regierung auf die pandemische Situation selbst haben bereits erhebliche negative Folgen für die Frauen und ihr wirtschaftliches und gesellschaftliches Überleben, obwohl sie selbst einen großen Beitrag zur Überwindung der Krise(n) leisten. Aber es gibt auch Konzepte aus der Zivilgesellschaft heraus, um die Folgen der Pandemie für Frauen überwindbar zu machen.

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    China: Positiver Test offenbart Abgründe des Wanderarbeiterdaseins

    Für das Magazin VICE hat Viola Zhou über einen Wanderarbeiter in Peking geschrieben. Er wurde Anfang Januar positiv auf das Coronavirus getestet. Routinemäßig haben die Behörden dann, um eine weitere Verbreitung von COVID-19 einzudämmen, sein Bewegungsprofil veröffentlicht. Dabei wurden die Abgründe des Wanderarbeiterdasein offenbart: der Mann mit dem Familiennamen Yue ging in nur 14 Tagen 31 verschiedenen Jobs in der chinesischen Hauptstadt nach.

    Netizens reagieren auf Weibo geschockt, vor allem auch als das Bewegungsprofil des Mannes mit jenen anderer, offensichtlich wohlhabenderen, Menschen verglichen wurde. So berichtet Zhou, wie auch die Journalistin Yan Cong, dass Herr Yue am 10. Januar von Mitternacht bis 1:45 Uhr in der Filiale einer Restaurantkette arbeitete. Um 2 Uhr ging es weiter in die nächste Filiale. Um 3 Uhr nahm er eine Arbeit im zentralen Handelsviertel Pekings auf und schon eine Stunde später war er in einer Industriezone am Stadtrand. Um 9 Uhr arbeitete Herr Yue dann in einem Villenviertel.

    Der Fall löste nicht nur Entsetzen aus, sondern befeuerte die anhaltende Diskussion in China über die wachsende Schere zwischen Arm und Reich im Land, zwischen Stadteinwohner:innen und Wanderarbeiter:innen. Wie konnte es sein, dass Herr Yue von Job zu Job eilte, während andere von Boutique zu Café schlenderten? Zudem äußerten sich Netizens kritisch, ob nicht die Veröffentlichung eines persönlichen Bewegungsprofil, auch im Kontext der Coronabekämpfung, eine ernsthafte Verletzung der Privatsphäre bedeutete.

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    Südoastasien: "Portraits of the Pandemic" - Kurzfilme über die Corona Pandemie

    Die COVID-19-Pandemie stellt weiterhin eine große globale und lokale Herausforderung dar und wirkt sich besonders stark auf Gruppen in prekären Situationen aus, darunter Arbeiter:innen, Menschen, die in Armut leben, politische Aktivist:innen und indigene Gemeinschaften. Seit Beginn der Krise haben marginalisierte Gruppen die Hauptlast der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie getragen. Während sich das zweite Jahr des globalen Ausbruchs dem Ende zuneigt, bleiben diese Probleme ungelöst. Umso notwendiger wird es, die Zeit, in der wir leben, weiterhin festzuhalten und zu dokumentieren. 

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    Philippinen: Letztes Land bei der Rückkehr zum Präsenzunterricht

    Als letztes Land der Welt haben die Philippinen vor kurzem begonnen, den Präsenzunterricht in den Schulen im Rahmen von Politprojekten wieder aufzunehmen. Diese waren seit Beginn der Pandemie im März 2020 geschlossen, was sich laut Bildungs-und Kinderexpert:innen sehr negativ auf die Entwicklung und mentale Gesundheit der Kinder ausgewirkt hat. Kinder aus armen und/oder bildungsfernen Familien spüren die Konsequenzen besonders hart, da sie außerhalb der Schule kaum eine Chancen zum unterstützten Lernen haben. Über eine Millionen Schüler:innen wurden außerdem zum letzten Schuljahr nicht neu angemeldet, was befürchten lässt, dass viele die Schule abgebrochen haben. Neben den Schulschließungen mussten die Kinder auf den Philippinen auch strenge Ausgangsbeschränkungen ertragen. In einem Pilotprojekt hat die Regierung im November begonnen, einige Schulen unter strengen Bedingungen wieder zu öffnen.

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    Kambodscha: Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Familien in Sihanoukville

    Der Bericht “The Impact of COVID-19 on Children, Young People, and Families in Sihanoukville, Cambodia” fasst Daten aus drei von der in Sihanoukville ansässigen NRO M’Lop Tapang zwischen Mai 2020 und Juni 2021 durchgeführten Umfragen zusammen. Er gibt Einblicke, mit welchen Herausforderungen Kinder und Familien in Sihanoukville während der frühen Phase der Pandemie zu kämpfen hatten und geht insbesondere auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie ein. Außerdem beinhaltet der Bericht eine Evaluation der von M’Lop Tapang durchgeführten Interventionen, anhand der von der Organisation selbst geführten Interviews.  

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    Kambodscha: Lebensbedingungen von Menschen ohne formale Arbeitsverträge

    Die COVID-19-Pandemie hat Menschen, die durch keine formalen Arbeitsverträge abgesichert sind (Non-Standard Forms of Employment Workers (NSEWs)) besonders hart getroffen, da ihnen Einkommensquellen entzogen wurden. Ein Bericht der Sahmakum Teang Tnaut Organization (STT) zeigt, dass fast alle NSEW’s aus der Umgebung um Phnom Penh, Kambodscha durch COVID-19 einen Einkommensverlust von mehr 60 % erlitten haben. STT formuliert Maßnahmen, mit denen Menschen ohne formale Arbeitsverträge geholfen werden kann. Als zentral werden vorübergehende Zahlungen sowie Lebensmittelspenden für betroffene Gruppen genannt. Die kambodschanische Regierung sollte das ID-Poor-Programm weiter ausbauen. Zusätzlich dazu sollte der National Social Security Fund (NSSF) stärker zugänglich werden für Menschen ohne formale Arbeitsverträge. Hierfür wird die Zusammenarbeit der Regierung mit zivilgesellschaftlichen Organisationen gefordert.

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    Südasien: Corona-Autoritarismus

    Speak Up! ist ein Medienprojekt des Redaktionsnetzwerks Südasien, einer Kooperation zwischen der Stiftung Asienhaus und dem Südasienbüro. Die ersten Beiträge widmen sich Themen rund um COVID-19.

    Das Themenspektrum umfasst dabei die Auswirkungen der Pandemie auf Geschlechtergleichstellung,  Demokratie und Gesundheitswesen, Gefahren durch neoliberalen Datenkapitalismus, Zuspitzung der sozialen Ungleichheit innerhalb des Kastensystems und die politische Instrumentalisierung der Corona-Schutzmaßnahmen.

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