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Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

Wie COVID-19 zu einem neuen Klimabewusstsein beiträgt

In der Pandemie treten akute Missstände auf, die sonst nur als diffuse Langzeitfolgen von Klimawandel und Umweltzerstörung wahrgenommen wurden. Viele Stimmen aus Südostasien sehen dies als Weckruf dafür, die eigenen Lebensweisen zu ändern und Entwicklung als Einklang zwischen Mensch und Natur zu begreifen.

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Globale Krisen und individuelles ökologisches Bewusstsein

Vor dem Hintergrund der aktuell grassierenden Pandemie, aber auch mit Blick auf die globale Klimakrise und die anhaltende Plastikverschmutzung zeigt Johanna Son, Herausgeberin und Gründerin von Reporting ASEAN, in ihrem Artikel einen Querschnitt individueller Perspektiven aus dem südostasiatischen Raum. Die beschriebenen Reflektionen von Einzelpersonen fußen nicht selten auf einer Art ökologischer Demut und dem immer stärker werdenden Bedürfnis nach Veränderung des Status Quo.

Der Gedanke, dass der Mensch als dominante Spezies über den Planeten und die Natur herrscht, scheint grotesk in Anbetracht der globalen Herausforderungen unserer Zeit. In verschiedenen Ländern und in unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft scheint sich ein Bewusstsein für Eigenverantwortung und den ökologischen Fußabdruck zu festigen. Neben der Verantwortung die Regierungen, Industrien und Zivilgesellschaften dabei auferlegt wird, zeigt sich nämlich außerdem eine Wahrnehmung für die Auswirkungen kleiner alltäglicher Handlungen.

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Südostasien: Luftverschmutzung durch Haze könnte infolge der Krise steigen

Mehrere Indizien deuten darauf hin, dass die sozioökonomischen Auswirkungen von COVID-19 Brände in der Landwirtschaft und für Rodungen sowie die daraus resultierende Dunstverschmutzung erhöhen werden. Darüber hinaus mehren sich die Hinweise darauf, dass Feinstaubpartikel in dem von den Bränden erzeugten Dunst die Übertragungsraten von COVID-19 erhöhen, die Symptome der Krankheit und die Schwere der Infektion verschlimmern und die Gesamtsterblichkeit erhöhen können. 

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Trotz Grenzkonflikt: Indische Studierende hoffen auf Rückkehr zu chinesischen Universitäten

Trotz des anhaltenden Grenzkonflikts zwischen Indien und China hoffen indische Auslandsstudierende bald wieder an ihre Universität in China zurückkehren zu dürfen. Nach Ausbruch des Coronavirus in China wurden sie in ihr Heimatland evakuiert. Da die chinesische Regierung Ausländer*innen bisher nur sehr eingeschränkt einreisen lässt, müssen die Studierenden ihr Studium virtuell fortsetzen. Das erneute Aufflammen des jahrzehntelangen Konflikts zwischen den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt besorgt sie. Mögliche Sanktionen könnten auch den Forschungsaustausch betreffen und die akademische Zukunft der indischen Studierenden aufs Spiel setzen. Mehr als 23.000 Inder*innen sind an chinesischen Hochschulen immatrikuliert, davon sind 21.000 in medizinischen Studiengängen eingeschrieben.

Die Pandemie trifft Indien besonders hart und zog einen der längsten Lockdowns der Welt nach sich. Derzeit gibt es mehr 4,8 Millionen registrierte COVID-19-Fälle, die weltweit zweithöchste Zahl. Seit Juli öffnet die Regierung wieder schrittweise das öffentliche Leben und die Wirtschaft. Dennoch war im August 2020 fast jede*r zehnte Stadtbewohner*in arbeitslos. Der Studie „COVID-19 Blues“ zufolge führt die Pandemie in Indien zu starken psychischen Belastungen und einem Anstieg der Suizidgefährdung.

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Rasanter Anstieg der Staatsschulden: COVID-19 intensiviert finanziellen Engpass

In Laos geraten durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie große Unternehmen noch stärker unter Druck. Ratingagenturen bewerten die wirtschaftlichen Aussichten des Staates negativ, da ausstehende Rückzahlungen teilweise noch in diesem Jahr fällig sind. Laut Medienberichten soll es deshalb bereits Anfragen des laotischen Finanzministeriums an China gegeben haben, die einen Schuldenerlass betreffen. China gilt als größter Kreditgeber des einzigen Binnenstaates in Südostasien und finanziert dort dutzende Infrastrukturprojekte.

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Kündigung von indischen Textilarbeiter*innen: Zulieferbetrieb verschärft Arbeitsrechtsverletzungen in der Krise

Seit Anfang Juni kämpfen die Gewerkschaft GATWU und die Beschäftigten des H&M-Zulieferers Gokaldas Exports in Srirangapatna, Karnataka um ihren Arbeitsplatz, gegen die Schließung des Standorts und gegen die unrechtmäßige Kündigung von 1200 Arbeiter* innen. In der Fabrik ECC-2 von Gokaldas Exports Limited (GE) wird ausschließlich für H&M produziert. GE hat 20 Fabriken in Karnataka, darunter vier H&M Zulieferer. Dennoch ist ECC 2 das einzige GE-Werk mit einer Gewerkschaft. Zu den Verletzungen von Arbeitnehmer*innenrechten der letzten Wochen zählen Verstöße gegen das Recht auf Vereinigungsfreiheit, auf Tarifverhandlungen sowie Schikanierung, Belästigung und Einschüchterung von Gewerkschaftsmitgliedern und illegale Entlassungen. Die illegale Schließung der Fabrik bedeutet für die Arbeiter* innen den Verlust ihres Arbeitsplatzes und ihrer Existenzgrundlage. Die Kampagne für saubere Kleidung macht auf die Hauptverantwortung von H&M für die Beilegung des Streits aufmerksam und fordert das Unternehmen auf, sich für ein Ende der Verstöße einzusetzen, anstatt seine Aufträge zurückzufahren.

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Benachteiligung von Menschen mit Behinderung während Corona

Menschen mit Behinderungen in Nepal brauchen während der Corona-Pandemie besondere Pflege und Aufmerksamkeit. Der Mangel an angemessenen Gesundheitseinrichtungen macht sie anfälliger für das Virus. Ein lokaler Ausbruch in einem Rehabilitationszentrum zeigte zudem, dass Menschen mit Behinderung einer größeren Gefahr bezüglich des Coronavirus ausgesetzt sind.

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Wirtschaftliche Folgen von Corona: Textilarbeiter*innen in Bangladesch

Bangladeschs Wirtschaft ist extrem abhängig von der Textilindustrie, insbesondere von Exporten in die EU oder USA. Der Lockdown dieser Länder sowie die Unterbrechung der Lieferketten stellt eine ernsthafte Problematik dar: Bestellungen in Höhe von 4 Milliarden Dollar wurden bereits storniert. In der Textilindustrie sind etwa 3,5 Millionen Arbeiter*innen angestellt, von denen ein Drittel Frauen sind. Die Regierung hat als Unterstützung diesen Arbeiter*innen Geldmittel in Form von subventionierten Krediten sowie eine Versorgung mit Lebensmitteln zugesichert. Doch auch Menschen in anderen Berufen mit geringem Einkommen fehlen teilweise die Mittel, um sich zu ernähren. 

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