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Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

Indonesien: Mangelernährung in der Pandemie

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zwingen viele Familien dazu, auf nährstoff- und proteinreiche Nahrungsmittel zu verzichten. Dies führe auf Dauer zu Mangelernährungen, welches sich besonders auf das Wachstum von Kindern niederschlage. Dies zeige sich in Indonesien und besonders deutlich auch in Papua Neuguinea. Dort sind über 50% der Kinder in ihrer Entwicklung zurückgeblieben. Die Pandemie überlastet Sozialsysteme und Haushalte. Es gelte nun Wege zu finden, die zusammengebrochenen Ökologien und Ernährungssysteme nachhaltig wieder aufzubauen. 

Kategorien Soziale Ungleichheit | Indonesien

Corona und das Klima: Krisen auf Augenhöhe

Seit Monaten dreht sich die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft um die steigenden COVID-19 Todeszahlen. UN Generalsekretär António Guterres verkündete: „Die neuartige Coronavirus-Pandemie hat jetzt weltweit oberste Priorität, und der Klimawandel muss warten.“ Diese Haltung verkennt allerdings, dass beide Krisen insbesondere den globalen Süden gleichrangig treffen.

So mangelt es beispielsweise in Indonesien an Krankenhausbetten und Personal, um effektiv auf die Corona-Pandemie zu reagieren. Gleichzeitig verlieren zahlreiche Bewohner*innen der indonesischen Inselwelt ihre Lebensgrundlage wegen des steigenden Meeresspiegels.

In der Pandemie sind zum ersten Mal seit Jahrzehnten die globalen CO2-Emissionen signifikant gesunken. Der Smog in chinesischen und indischen Städten hat sich aufgelöst. Ähnlich war es nach der Ölkrise in den 1970ern und nach der internationalen Finanzkrise 2008/09, jedoch ohne langfristige Besserung. Ein Rückfall in dieses Schema würde zu einer Verschlimmerung der Klimakatastrophe führen. Deshalb sollte gerade jetzt ein globaler „Green New Deal“ angestrebt werden. Denn der Klimawandel wartet nicht, wie Guterres es hofft, auf ein Ende der Corona-Pandemie.

Kategorien Umwelt | Asien

Thailand: Zivilgesellschaft dämmt Krise ein

Als die Corona-Krise im Januar 2020 begann, fürchtete Thailand wegen 7.000 chinesischer Tourist*innen aus Wuhan eine rasante Ausbreitung des Erregers. Doch eine handfeste Krise blieb aus. Bis dato sind gerade einmal 57 Menschen in Thailand gestorben und knapp 3.000 infiziert, bei einer Bevölkerung von 70 Millionen. Dieser Erfolg ist vor allem auf zwei Aspekte zurückzuführen: Einerseits achten Thailänder*innen im hohen Maße und gesamtgesellschaftlich auf persönliche Hygiene, was eine Ausbreitung erschwerte. Wichtiger ist allerdings, dass von Anfang an ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Menschen und dem öffentlichen Gesundheitssystem bestand. Empfehlungen für "Social Distancing" oder das Tragen von Masken wurden daher nicht nur ernst genommen, sondern schon im Voraus umgesetzt, als die WHO beispielsweise Masken noch ablehnte. Die Bereitschaft Verantwortung in der Krise zu übernehmen führte auch dazu, dass allein in Bangkok 15.000 Freiwillige im öffentlichen Gesundheitssystem aushalfen. Der Erfolg Thailands ist demnach in erster Linie auf eine massive Anstrengung der Zivilgesellschaft zurückzuführen, die von Anfang auf die richtigen Maßnahmen zur Eindämmung setzte.

Kategorien Politische Systeme | Thailand

Philippinen: Informelle Arbeiter*innen tragen die Hauptlast des COVID-19 Lockdowns

In den Philippinen sind rund 40 Millionen Menschen in formalen und informellen Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Insbesondere informell Beschäftigte wie Straßenverkäufer*innen, Fischer*innen und Landarbeiter*innen mussten auch vor der Corona-Krise um ihr tägliches Überleben kämpfen. Unter dem anhaltenden „Lockdown“ sind die Arbeiter*innen nun von staatlicher Unterstützung abhängig. Joseph Purugganan befasst sich mit den staatlichen Maßnahmen, Stimmen aus der Arbeiter*innenschaft und Forderungen von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. In einem Interview im Rahmen von "Southern Perspectives on the coronavirus pandemic" von Global Justice Now, Luke Espiritu, Präsident des Arbeiter*innenzentrums Bukluran ng Manggagawang Pilipino - BMP (Solidarity of Filipino Workers) beschreibt u.a. Herausforderungen bei der politischen Mobilisierung von Arbeiter*innen.

Kategorien Corona | Soziale Ungleichheit | Philippinen

Singapur: Richter verkündet Todesurteil über Zoom

In Singapur hat ein Richter einen Beschuldigten über eine Zoom-Konferenz zum Tode verurteilt, nachdem dieser für Drogenschmuggel verhaftet worden war. Die Hinrichtung von Straftäter*innen ist nach internationalen Standards menschenrechtswidrig. Human Rights Watch nennt die Verkündung eines solchen Urteils über eine Videokonferenz besonders inhuman: Singapur solle die Todesstrafe abschaffen, anstatt sich neue Wege auszudenken, in der globalen Pandemie Todesurteile zu fällen.

Kategorien Singapur | Corona | Menschenrechte

Coronahilfe gegen wirtschaftliche Zugeständnisse

Mit dem Ausbruch des Coronavirus in Myanmar wurde China zum wichtigsten Unterstützer in der Pandemie-Bekämpfung. Neben diversen chinesischen Behörden leisten insbesondere große Unternehmen einen zentralen Beitrag zur medizinischen Hilfe. Die Zivilgesellschaft fürchtet, dass China damit erfolgreichen Druck auf Myanmars Regierung ausüben könnte, um seine Infrastrukturprojekte zu beschleunigen.

Kategorien Corona | Internationale Solidarität | China | Myanmar

Timor-Leste: Animierte Trickfilme gegen Coronavirus

Mit animierten Videoclips klärt die Casa de Produção Audiovisual (CPA) in Timor-Leste zu Themen rund um Corona auf. „Es liegt in deinen Händen“, lautet zum Beispiel der Titel des Clips, der mit den poppigen Cartoons und einem souligen Händewasch-Song über Hygiene aufklärt. Trickfilme sind besonders geeignet, "um Menschen in ländlichen Gebieten mit eingeschränktem Zugang zu Information und Bildung zu erreichen“, so Direktor Rui Muakandala. "Auch die unsichtbare Gefahr von COVID-19 lässt sich mit Animationen gut visualisieren", ergänzt Anemi Wick, die CPA als Zivile Friedensfachkraft unterstützt.

Kategorien Internationale Solidarität | Timor-Leste

Unternehmen nutzt Pandemie für Landnahme in Kambodscha

Das große vietnamesische Kautschuk-Unternehmen Hoang Anh Gia Lai (HAGL) nutzte die Einschränkungen während der Corona-Pandemie und planierte umstrittene Landflächen von indigenen Gemeinschaften in der nordöstlichen kambodschanischen Provinz Ratanakiri. Der Konflikt des Unternehmens mit mehreren lokalen Gemeinschaften ist seit Jahren ungelöst. Die Firma erhielt 2011 eine Landkonzession, 12 Gemeinden fechten dies an, da es ihr Land sei.

Kategorien Corona | Menschenrechte | Kambodscha