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Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

Bulletin: Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie in Südostasien

In der zweiten Ausgabe des Bulletins von Focus on the global South stehen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus für besodners schutzbedürftige Gruppen. Ähnlich wie in der ersten Ausgabe wird die Problematik anhand verschiedener Medien durchleuchtet. Zunächst formuliert der Focus Gründer Walden Bello ein mögliches neues Global Food System, das nach der Pandemie etabliert werden könnte. In mehreren Artikeln werden außerdem die Notsituationen von indischen Gastarbeiter*innen in der Landwirtschaft, indigenen Gruppen in der Forstwirtschaft und von Frauen in Kambodscha eingegangen. 

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Wie der Lockdown zivilgesellschaftliche Projekte bremst

Die negativen Auswirkungen des Lockdowns treffen zivilgesellschaftliche Initiativen hart, obwohl deren Engagement momentan extrem benötigt wird: Die wirtschaftlichen Folgen konfrontieren viele Menschen in Asien mit Hunger, Armut und Gewalt. Der Lockdown schränkt die Versammlungsfreiheit ein und macht politische Partizipation in Form von Demonstrationen schwer. Viele Regierungen machen sich dies zu Nutze, indem sie unter dem Vorwand von Corona die Meinungs- und Informationsfreiheit einschränken. Der Übergang zum Arbeiten online ist außerdem für viele kleine Organisationen nicht umsetzbar, da diese nicht immer Zugang zu Internet oder technischen Geräten besitzen.  

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Crackdown statt Lockdown: Eine Übersicht der COVID-19 Restriktionen in den Philippinen

Enhanced community quarantine (ECQ) ist eine Maßnahme der philippinischen Regierung, die die Verbreitung des Coronavirus verhindern und die Menschen beschützen soll. Darüber hinaus soll die ECQ bedrohten Gruppen Sicherheit und Zugang zu Nothilfemaßnahmen bieten sowie das Gesundheitssystem entlasten. Nach Wochen der Ausgangbeschränkungen ist der Lockdown zu einem Crackdown geworden. Die Restriktionen sind von massiven Menschenrechtsverletzungen begleitet. Der Artikel bietet einen Überblick über die staatlichen Maßnahmen und beschreibt, welche Konsequenzen sie für insbesondere marginalisierte Bevölkerungsgruppen haben.

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„Corona“-Rassismus in Deutschland

Seit das Coronavirus Deutschland erreicht hat, werden Menschen mit asiatischem Aussehen hierzulande zur Zielscheibe von Rassismus und Diskriminierung wie nie zuvor. Sie erleben übertriebenen Distanzierungen, sie werden beleidigt und attackiert. 

Offenbar meinen immer mehr Menschen, ihrem Drang, jemandem die Schuld an der Ausbreitung des Virus zu geben, freien Lauf lassen zu müssen. rbb24 gibt Betroffenen das Wort. 

Der anti-asiatische Rassismus, der schon immer existierte, tritt jetzt enthemmter zutage, sagt Sina Schindler vom Verein „korientation“, einem Netzwerk für asiatisch-deutsche Menschen, im Tagesspiegel. "Dass die Übergriffe ein so erschreckendes Ausmaß annehmen, liege auch daran, dass sich Täter sicher fühlten. Beigetragen zur Verrohung des Klimas hätten auch die Medien, die mit stereotypen Darstellungen diffuse Ängste weckten, das Virus zu einer Gefahr aus Asien stilisierten. Es begann Anfang Februar, Deutschland hatte gerade seinen sechsten offiziellen Corona-Fall, als der „Spiegel“ seine Titelgeschichte über das Virus mit einem asiatischen Mann im Schutzanzug bebilderte, dazu der Slogan „Made in China“, in gelber Schrift. Die „Bild“ fragte, ob man jetzt noch Glückskekse essen könne." Der Verein korientation dokumentiert „Corona“-Rassismus in der Medienberichterstattung.

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Sicherung der Menschenrechte während der Coronakrise in Nepal

Krisen bieten Möglichkeiten zum Wachstum, aber auch zum Verlust harterkämpfter Rechte. Die Sicherung der Menschenrechte in Nepal ist daher essentiell; Rechte wie Vereinigungsfreiheit, Meinungsfreiheit und Bewegungsfreiheit dürfen nur kurzfristig eingeschränkt werden um Menschenleben zu schützen. Die Autorin fordert eine stetige Kontrolle der Handlungen der Regierung, um sicher zu stellen, dass allen Zugang zu Gesundheitsversorgung gewährleistet wird.  Das betrifft insbesondere den Zugang für benachteiligte und marginalisierte Gruppen. Damit die Regierung diese Standards aufrechterhält, fordert die Autorin Unterstützung von internationalen Partnern.

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Wie sollte die Unterstützung marginalisierter Menschen in den Philippinen aussehen?

Joshua Makalintal und Maria Khristine Alvarez schreiben über Manila unter Quarantäne. Sie diskutieren urbane Ungleicheiten und problematisieren Art und Weise der Nothilfe. Es ist eine Kritik an einer elitären und privilegierten Perspektive auf das, was marginalisierte Menschen in Krisenzeiten an Hilfs- und Versorgungsmaßnahmen (nicht) brauchen und verdienen. Hinzu kommt die autoritäre und gewaltvolle Durchsetzung der Quarantänemaßnahmen, die vor allem in Armut lebende Menschen weiter prekarisiert und verarmen lässt. Die Autor*innen rufen dazu auf, das Gesundheitssystem, die Wohnungspolitik und Soziale Sicherheitssysteme umzustrukturieren und sich insbesondere an den marginalisierten Menschen zu orientieren, anstatt sie zu strafen.

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Arbeiten in Zeiten von Corona: Proteste in China

Weltweit ist es seit dem Ausbruch des Coronavirus zu Arbeiter*innenprotesten gekommen. In als "systemrelevant" eingestuften Bereichen wie dem Gesundheitswesen, dem Einzelhandel und der Nahrungsmittelproduktion sind Arbeiter*innen einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt. In seinem Blogpost zum internationalen Tag der Arbeit richtet Shawn Shieh den Blick auf aktuelle Proteste in China. So protestierten Wanderarbeiter*innen und Krankenhausmitarbeiter*innen für bessere Schutzkleidung und gegen zurückgehaltene Gehälter und Unterstützungsleistungen. Taxifahrer*innen forderten eine Reduzierung ihrer Wagenmiete und Fabrikarbeiter*innen wehrten sich gegen verfrühte Werksöffnungen. Zivilgesellschaftliche Gruppen traten an die Stelle des ineffektiven Gesamtchinesischen Gewerkschaftsbundes und unterstützen seitdem Arbeiter*innen und ihre Familien mit Beratungsleistungen.

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Meinungsfreiheit und repressive Gesetze: Kritik an Thailands König im Netz

Thailands König Rama X. Maha Vajiralongkorn verbringt seit Ausbruch der Viruses die meiste Zeit in Deutschland in einem Hotel mit Sondergenehmigung. Vor allem im Internet gibt es seither zunehmend Kritik am Verhalten des Königshauses und darüber hinaus an der Monarchie. Durch das Majestätsbeleidigungsgesetz kann Kritik in Thailand mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden. Laut Amnesty International nutzen die Behörden die Pandemie, um noch stärker gegen kritische Stimmen vorzugehen. Rechte wie Meinungsfreiheit würden weiter beschnitten, Repressalien nähmen zu.

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