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Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

Frieden in der Pandemie: Wie COVID-19 Konflikte in Asien beeinflusst und verschärft

Die Coronakrise dringt bis in Konfliktregionen vor und bewirkt Veränderung. Auf der einen Seite werden anhaltende Konflikte durch Quarantäne und Lockdowns pausiert. So zum Beispiel die seit Jahren andauernden Konflikte zwischen dem thailändischen Militär und lokalen bewaffneten Gruppen. Aufgrund der Pandemie habe man sich zu einem temporären Waffenstillstand entschlossen. Auf der anderen Seite bewirkt die Coronakrise das verstärkte Aufkommen von Rassismus und Gewalt. Insbesonders gefährdet sind dabei vertriebene Menschen. Auch friedenstiftende Missionen werden durch die Krise erschwert. Die Folgen der Coronakrise werden auch nach deren Bewältigung den globalen Frieden beeinflussen. In der nächsten Dekade wird sich zeigen, wie die Krise die Welt verändern und was dies für die politischen Systeme und den Frieden bedeuten wird.

Kategorien Menschenrechte | Politische Systeme | Asien

Shutdown in Timor-Leste

Die Corona-Pandemie trifft Timor-Leste, das zu den ärmsten Ländern Asiens gehört, mitten in einer Regierungskrise. Zur Bekämpfung von Corona wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, die Grenzen geschlossen und der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Im Gesundheitswesen mangelt es an lebenswichtigen Medikamenten, Preise für Grundnahrungsmittel (etwa Reis) steigen rapide. Die Organisation Casa Produsaun Audiovisual (CPA) vermittelt Präventionsmaßnahmen zu COVID-19 in animierte Aufklärungsfilme auf Tetum – der indigenen nationalen Sprache Timors.  

Kategorien Timor-Leste | Corona | Soziale Ungleichheit

Finanzielle Unterstützung für Textilarbeiter*innen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise treffen Myanmars Textilarbeiter*innen besonders hart: Rund 250.000 Arbeiter*innen wurden entlassen und ihre Zukunftsperspektiven sind bis auf Weiteres unklar. Die Europäische Union hat nun ihre Unterstützung zugesichert und stellt ab Mai fünf Millionen Euro für die Textilarbeiter*innen bereit. Die EU ist die wichtigste Handelspartnerin für Myanmars Textilsektor, rund 70 Prozent der Exporte gehen in europäische Staaten.

Kategorien Corona | Internationale Solidarität | Myanmar

Was bedeutet Freiheit in Zeiten der Pandemie? Philippinische Perspektiven

Durch diverse Einschränkungen zur Verringerung des Infektionsgeschehens, wurden individuelle und kollektive Rechte teils stark beschnitten. Mag der Großteil der Gesetze für viele Menschen gerechtfertigt sein, gibt es jedoch auch Maßnahmen, die an humanitären Grundrechten rütteln. Wie sich verschiedene Regelungen auf den Alltag von Menschen auf den Philippinen auswirken und was ihre Gedanken und Gefühle dazu sind, wird in Form eines Videos der Friedrich-Naumann-Stiftung dargestellt. 

Kategorien Corona | Menschenrechte | Philippinen

Malaysia: Regierung verbreitet sexistische Tipps gegen häusliche Gewalt

Aufgrund anhaltender Ausgangssperren in der Coronakrise sind die Fallzahlen häuslicher Gewalt in vielen Ländern extrem angestiegen. So auch in Malaysia. Die Regierung gab daher Anfang April mehrere Tipps, wie Frauen Konflikte mit ihren Ehemänner vermeiden können. Dazu gehört: sich nicht in bequemen Kleidung zeigen, sich schminken und nicht am Ehemann nörgeln. Diese Tipps suggerieren, dass die Frau verantwortlich für den Hausfrieden ist und Schuld hat an häuslicher Gewalt. Entsprechend gab es auch keine Tipps für Männder.  Diese eindeutig sexistischen Hinweise führten zu einem öffentlichen Aufschrei. Das Ministerium löschte daraufhin die Tipps und entschuldigte sich bei der Bevölkerung, jedoch ohne auf die sexistischen Konotation einzugehen. Malaysia schnitt im World Economic Forum's Global Gender Gap Report von 153 Ländern mit Platz 104 schlecht ab, insbesondere bei den Punkten wirtschaftliche Teilnahme und politische Mitwirkung von Frauen.

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Die Folgen von COVID-19 in Timor-Leste

Ein Ausbruch des Coronavirus würde in Timor-Leste nicht nur das Gesundheitssystem überfordern, sondern auch die Armut des Landes vertiefen, warnt Guteriano Neves in seinem Beitrag in The Interpreter vom 3. April 2020: Die bestehenden sozialen und wirtschaftlichen Probleme werden verstärkt.

Die Regierung hat eine Reihe von Präventionsmaßnahmen ergriffen und für die Dauer von 4 Wochen (28.3. - 24.4.2020) den Ausnahmezustand verhängt.

Aufgrund der innenpolitischen Krisen - vorgezogenen Neuwahlen in 2018 und einem Auseinanderbrechen der Regierungskoalition im Januar 2020, begleitet von einer Nicht Verabschiedung von Haushaltsplänen – erlebte das Land seit 2017 deutliche Einbrüche im Wirtschaftswachstum. Mit der Corona-Pandemie wird Timor-Leste in die Rezession zurückkehren. Das jüngste World Bank East Asia and Pacific Economic Update prognostiziert für 2020 eine Wachstumsrate von minus 2,8%.

Dies wird sich unweigerlich auf die Beschäftigung, das Einkommen und das allgemeine Wohlergehen der Menschen auswirken. Es gibt nur wenig Arbeitsplätze im formellen Sektor. Rund 250.000 Menschen droht der Verlust ihrer Einkommensquelle. Die Armut im Land wird sich weiter verschärfen.

Kategorien Corona | Soziale Ungleichheit | Timor-Leste

Binnenflüchtlingskrise in Kachin und Shan

Seitdem der Waffenstillstand zwischen der Kachin Independence Army und dem Militär 2011 aufgekündigt wurde, wurden über 100.000 Zivilist*inn innerhalb Myanmars vertrieben. Sie leben in Binnenflüchtlingscamps im Norden, wo sie nur wenig Perspektiven auf eine bessere Zukunft haben. Die bewaffneten Konflikte halten weiterhin an und die Corona-Pandemie verschärft nun zusätzlich ihre Unsicherheit und prekäre Situation. Ein Kommentar und Redeauszüge von Lahpai Seng Raw, Mitbegründerin der Metta Development Foundation and der NGO Airavati.

Kategorien Corona | Soziale Ungleichheit | Myanmar

Corona und die Systembrille

In ihrem Gastkommentar für die NZZ kritisieren Doris Fischer und Maximilian Mayer den Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus auf Basis eines Systemwettbewerbs mit der Volksrepublik China. Sie entlarven die Kurzsichtigkeit einer politischen Instrumentalisierung des Virus und richten den Blick auf einen globalen Wissenstransfer, um das Virus besser bekämpfen zu können. Zu einem ähnlichen Fazit kommt Leonie Schiffauer in ihrem Nachrichtenbeitrag über Chinas Krisenmanagement im Blick der deutschen Medien für die Rosa-Luxemburg-Stiftung .

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