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Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

Massenverhaftungen und Umgang mit Geflüchteten in Malaysia

Geschätzte 3-4 Millionen Migrant*innen und Geflüchtete ohne Ausweispapiere in Malaysia haben erschwerten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Dies verschärft deren Situation innerhalb der Pandemie, viele haben durch den Lockdown ihre Arbeit verloren.

Seit Ausbruch des Viruses gab es in den sozialen Medien, auch durch Politiker, Stimmungsmache gegen Geflüchtete mit Gerüchten, sie würden den Coronavirus verbreiten. Im April wurde ein Boot mit geflüchteten Rohingya abgewiesen; laut Behörden wegen COVID-19. Die malaysischen Behörden haben in Razzien um die 700 Personen ohne Papiere verhaftet. Menschenrechtsorganisationen protestieren seither gegen die Kriminalisierung der Migrant*innen und das scharfe Vorgehen. Insbesondere Rohingya werden seit Ausbruch der Virus diskriminiert.

Kategorien Corona | Menschenrechte | Malaysia

Pandemie und Klimanotstand bekämpfen

Seit der Corona-Pandemie gibt es einen allgemeinen Konsens darüber, dass ein Aufschwung nach der Krise umweltfreundlich und nachhaltig sein muss. Schließlich steht Gesundheit im direkten Zusammenhang mit Wirtschaft und Umwelt. Dem stimmen auch Vertreter verschiedener multinationaler Organisationen zu. Doch vor der Krise hatten die meisten südostasiatischen Länder gravierende Probleme im Gesundheitssektor und beim Klimaschutz. Ein langer Weg steht noch bevor.

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Fremdenfeindlichkeit gegen Arbeitsmigrant*innen in Malaysia

Ausländische Arbeitnehmer*innen in Malaysia sind in ihrem Alltag regelmäßig Diskriminierung ausgesetzt. Durch den wirtschaftlichen Abschwung während der Corona-Pandemie wurden die Arbeitsmigrant*innen vermehrt zur Zielscheibe von Fremdenfeindlichkeit. Angeblich sollen sie die Schaffung von Arbeitsplätzen für Einheimische verhindern. Eine aktuelle Studie der Weltbank widerlegt dies. Ein Migrant, der sich in einem Interview kritisch über die Behandlung von ausländischen Arbeitskräften äußerte, wurde des Landes verwiesen. 

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Südostasien: Corona führt zu mehr Plastikmüll

Durch die Corona-Pandemie erleidet Thailand Rückschläge im Kampf gegen sein Plastikmüllproblem. 2020 sollten die Plastikabfälle um 30% reduziert werden, Einwegplastik wurde verboten. Seit den Einschränkungen haben Plastikabfälle wieder drastisch zugenommen. Staaten wie die Philippinen, Indonesien oder Malaysia sehen sich vor ähnliche Probleme gestellt. Einen großen Anteil daran haben Lebensmittellieferungen, z.B. beim Bestellen von Essen, aber auch Online-Shopping im Allgemeinen. 

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Malaysia: Coronakrise bietet Möglichkeit für neues Sozialsystem

Malaysia kämpft seit Jahren mit wachsender sozialer Ungleichheit. 2012 hat die Regierung ein neues System (BSH) etabliert, bei dem besonders bedürftige Familien finanzielle Unterstützung bekommen. Dabei wurden lokale Unterschiede in den Lebenserhaltungskosten jedoch nicht berücksichtigt; Menschen in urbanen Gegenden erhalten die gleiche Unterstützung, obwohl die Kosten in den Städten viel höher sind. Das Leben in urbanen Zentren bleibt daher von Armut geprägt.

Die Coronakrise hat ins öffentliche Blickfeld gerückt, wie wichtig robuste Sozialschutzsysteme sind. Wie auch in anderen Ländern wurden viele Menschen in Arbeitslosigkeit und finanzielle Not gestürzt. Der Autor ruft dazu auf, diese Chance zu nutzen und neue politische Strukturen zu implementieren. Dazu skizziert er, wie ein soziales Sicherungssystem in Malaysia aussehen könnte.

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Solidaritätsaktion für Arbeitsmigrant*innen in Malaysias Ölpalmenplantagen

Im ostmalaysischen Bundesstaat Sabah sind indonesische Arbeiter*innen auf Ölpalmenplantagen besonders von der Pandemie betroffen. Die meisten Ölpalmenplantagen und -mühlen sowie -raffinerien haben den Betrieb eingestellt. Durch eine Verordnung zur Bewegungseinschränkung der Regierung sind die Arbeiter*innen in den Plantagen eingeschlossen und können sie nicht verlassen, um z.B. Lebensmittel zu kaufen. Auch mobile Händler*innen können die Plantagen nicht anfahren. Nahrungsmittel werden knapp. Und Nahrungsmittelhilfen zielen zumeist nicht auf die Migrant*innen ab. 

Eine Arbeitsgruppe der Sabah Plantation Industry Employee's Union (SPIEU), Borneo Komrad, Gabungan Persatuan Belia Bahagian Tawau und der Sabah Family Planning Association hat zusammen mit dem Asia Monitor Resource Centre und der Transnational Palm Oil Labour Solidarity Grundnahrungsmittel an die Arbeiter*innen und ihre Familien sowie Medikamente, Masken und Handschuhe verteilt.

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Malaysia: Regierung verbreitet sexistische Tipps gegen häusliche Gewalt

Aufgrund anhaltender Ausgangssperren in der Coronakrise sind die Fallzahlen häuslicher Gewalt in vielen Ländern extrem angestiegen. So auch in Malaysia. Die Regierung gab daher Anfang April mehrere Tipps, wie Frauen Konflikte mit ihren Ehemänner vermeiden können. Dazu gehört: sich nicht in bequemen Kleidung zeigen, sich schminken und nicht am Ehemann nörgeln. Diese Tipps suggerieren, dass die Frau verantwortlich für den Hausfrieden ist und Schuld hat an häuslicher Gewalt. Entsprechend gab es auch keine Tipps für Männder.  Diese eindeutig sexistischen Hinweise führten zu einem öffentlichen Aufschrei. Das Ministerium löschte daraufhin die Tipps und entschuldigte sich bei der Bevölkerung, jedoch ohne auf die sexistischen Konotation einzugehen. Malaysia schnitt im World Economic Forum's Global Gender Gap Report von 153 Ländern mit Platz 104 schlecht ab, insbesondere bei den Punkten wirtschaftliche Teilnahme und politische Mitwirkung von Frauen.

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