Frau Nwe Zar Lwin - Stipendiatin 2019/20 (Public Health)

Studium unter Corona-Bedingungen

Die gegenwärtig noch durch uns geförderte Nwe Zar Lwin muss jetzt ihren Studienabschluss unter erschwerten Bedingungen schaffen. Sie schrieb uns Anfang Juni:

„Nach Abschluss des zweiten Semesters musste ich zur Datenerfassung für meine Abschlussarbeit am 25. März 2020 nach Myanmar zurückkehren. Ich musste ungefähr 14 Tage unter Quarantäne leben, weil ich aus Thailand zurückkam.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich vor, am 30. April 2020 nach Bangkok zurückzukehren, um dort meine Abschlussprüfung abzulegen. Aber wegen der Einstellung des Flugverkehrs konnte ich nicht wie geplant nach Bangkok zurückkehren. Daher arrangierte die Mahidol-Universität eine Online-Diskussion und -Unterricht über Datenanalyse und das Schreiben von Berichten und verschob das Datum des Abschlusses auf den 13. Juli 2020.

Ich habe zunächst alle notwendigen Kurse abgeschlossen und es ist nur noch der  Abschlussbericht übrig, den ich gemäß der Richtlinien der Universität online einreichen muss. Der vorläufige Termin für die Verteidigung meiner Arbeit ist der 30. Juni 2020. Da Thailand nach wie vor internationale Flüge verbietet, muß ich die Verteidigung online von Yangon (Myanmar) aus organisieren.

Zum offiziellen Abschluss des Studiums im Oktober werde ich nochmal nach Bangkok fliegen, sofern dann die Reisemöglichkeiten wieder gegeben sind. "

Höhe des Stipendiums

Die Höhe des Stipendiums beträgt ca. 15.000 Euro für Studiengebühren, Lebenshaltung und Studienmaterial.

In diesem Jahr gibt es die erfreuliche Nachricht, dass es dem KAAD gelungen ist, dass die Hälfte der Studiengebühren in Höhe von 7.500 Euro durch eine Stiftung der Mahidol-Universität übernommen wird.

Frau Nwe Zar Lwin über sich

Ich bin Nwe Zar Lin (Marie Grace), geboren am 8. Juni 1985. Ich wohne in der Ayeyarwady Division des Pathein Township in der Nähe von Rangoon. Ich bin katholisch. Meine Eltern sind U Cho und Daw Than Than Htay sind Buddhisten. Mein Vater ist vor 15 Jahren gestorben. Zu meiner Mutter habe ich keinen Kontakt mehr, ebensowenig zu meinem Bruder.

Meine Eltern haben sich getrennt, als ich ein Jahr war. Ich war zwei Jahre alt, als mich mein Vater im St. Francis Xavier Sisters Convent unterbrachte. Mein Vater wollte mich nach dem Abschluss der Grundschule zu sich zurückholen. Er ist aber leider vorher gestorben. Deshalb haben mich die St. Francis Xavier Sisters aufgenommen und ich wurde mit 10 Jahren katholisch. Sie haben mich dabei unterstützt, die Grundschule, die Mittelschule, die High School und schließlich die Universität zu besuchen.

Von 2003 bis 2005 habe ich die Universität Pathein besucht. Mein Hauptfach war Physik und ich interessierte mich sehr für dieses Fach. Ich lernte auch den Umgang mit Computern und absolvierte 2004 eine Ausbildung in Buchhaltung. Während meines Schulbesuchs sammelte ich ungefähr sechs Monate lang Erfahrungen im Computergeschäft meines Onkels. Ich ging am Morgen zur Schule und arbeitete abends. Gleichzeitig half ich meiner Gemeinde in meiner Freizeit im Kloster. Als ich 2005 die Universität beendete, habe ich von Februar 2005 bis April 2006 freiwillig bei St. Francis Xavier Sisters im Board of Education der Diözese Pathein gearbeitet. Ich arbeitete als Computeroperator.

Im Mai 2006 machten es die Schwestern möglich, Burma zu verlassen und in Mae Sot in Thailand zu studieren, um Englisch und Computing zu lernen. Zum Glück kontaktierte ich dort das Karen Youth Development Center in Mae Pa. Ich wollte diese Schule besuchen, weil ich etwas über die wirkliche Situation in Burma wissen wollte, denn als ich in Myanmar lebte, wusste ich nicht viel über die wirkliche Lage. Ich bin dabei zu dem Entschluss gekommen, dass mein bisheriger Studienschwerpunkt Physik für mich und mein Land nach dem Abschluss der Universität nicht von Nutzen war. Aber ich wollte meine Ausbildung fortsetzen, um meinem Land und meiner Gemeinschaft zu helfen. Ich dachte darüber nach, welches Thema das beste wäre, um dieses Ziel zu erreichen. Ich entschied, dass Pflegewissenschaften die beste Wahl für mich wäre.

Von 2007-2011 habe ich ein Stipendium von der Diversity Foundation bekommen, um dieses Fach an der Assumption University zu studieren. Ich habe im Jahr 2012 meinen Abschluss gemacht. Nach meinem Abschluss war ich etwa sechs Monate als Gesundheitserzieher bei der National Catholic Community für Wanderarbeiter tätig. Dann bin ich nach Myanmar zurückgekehrt und habe bisher als professionelle Krankenschwester in der „Samitivej International Klinik“ in Yangoon gearbeitet.

Nachdem den vielen Jahren Berufserfahrung in der Krankenpflege wurde mir klar, dass ich mehr über das öffentliche Gesundheitswesen wissen muss, um einen Beitrag für die Gesundheit der Bedürftigen in Burma zu entwickeln und zu fördern. Deshalb interessiere ich mich für den Master of Public Health.

Nach meinem Abschluss in Public Health möchte ich meine Fähigkeiten mit den Bedürftigen in meiner Gemeinschaft in Burma teilen. Ich möchte bedürftigen Menschen Gesundheitsförderung und Aufklärung bieten, da die Kosten für die Gesundheitsversorgung sehr hoch sind und normale Menschen wie ich es sich nicht leisten können, unsere Krankheiten behandeln zu lassen. Deshalb weiß ich, dass Public Health sehr wichtig in einem Entwicklungsland wie Myanmar ist. Bis 2021 hoffe ich, dass ich einen Master-Abschluss in Public Health gemacht habe. Wenn ich diese Gelegenheit habe, werde ich nach Burma zur Arbeitssuche zurückkehren.

Ich habe klare Ambitionen und bin entschlossen, erfolgreich zu sein. Ich lerne gern und stecke viel Energie in die Erreichung meiner Ziele.

 (Es handelt sich um eine gekürzte Fassung
der mit der Bewerbung eingereichten Biografie.)

 

Unten finden Sie den Link zum Download der Biografie.

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von Ute Köster, Phuong Le Trong, Christina Grein (Hrsg. für die Burma-Initiative)

Handbuch Myanmar