Über Myanmar

Landesbezeichnung: Die Namensgebung des Landes ist zur Ideologie geworden. Der Name Burma bzw. Birma wurde von Europäern von bestehenden lokalen Namen abgeleitet. 1989 taufte die Militärregierung das Land in Myanmar um. Dieser Name war unter Oppositionellen lange Zeit verpönt, wenngleich er das Land schon vor der Kolonialzeit bezeichnete. Im Oktober 2010 wurde der Name offiziell in "Republik der Union von Myanmar" geändert. Dies ging mit der Einführung einer neuen Staatsflagge einher und wurde in der Verfassung von 2008 beschlossen. (Lesen Sie hier mehr über die Landesbezeichnung)

Fläche: 676.575 qkm (Zum Vergleich: Deutschland, 357.022 qkm).

Bevölkerung: Myanmar ist ein Vielvölkerstaat, in dem ca. 50 Millionen Menschen leben (Zum Vergleich: Deutschland, ca. 82 Millionen Einwohner). Ethnische Birmanen: 68%, Karen: 8%, Shan: 8%, Arakanesen: 3,5%, Rohingyas: 3,2%, Chin: 2,2%, Chinesen, Mon, Kachin, Inder, Wa und sonstige: unter 10%.

Angrenzende Länder: Myanmar teilt seine Grenzen mit Thailand und Laos im Osten, China im Nordosten und Indien und Bangladesh im Westen.

Burma en

 

Regierungssitz: 2005 verlegte die Regierung ihren Sitz von Yangon in die eigens dafür errichtete Stadt, die seit 2006 den Namen Naypyidaw (königliche Stadt) trägt. Wirtschaftliches und Handelszentrum ist nach wie vor Yangon.

Landessprache: Birmanisch/Myanma ist Amtssprache und wird von etwa 70% der Bevölkerung als erste Sprache gesprochen, daneben gibt es zahlreiche Minoritätensprachen.

Religion: Theravada-Buddhismus: 89%, Christentum: 5%, Islam: 4%, Hindus und Animisten: je 1%.

Regierungsform: Präsidialrepublik mit Militäreinfluss; Staatsoberhaupt: Staatspräsident Win Myint (vereidigt am 30. März 2018); State Counsellor: Aung San Suu Kyi.

Wirtschaft: Das Land verfügt über viele natürliche Ressourcen: Erdöl, Erdgas, Nutzhölzer, Kupfer, Edelsteine sowie große Wasserkraftreserven und umfangreiche landwirtschaftliche Nutzflächen. Ca. 2/3 aller Beschäftigten des Landes sind in der Landwirtschaft tätig, Anteile am Bruttoinlandsprodukt (BIP): Landwirtschaft 23,6%, Verarbeitende Industrie 14,6%, Handel und Dienstleistungen 61,8%. Das reale Pro-Kopf-Einkommen wird auf jährlich rund 1.338 USD geschätzt. Anteil der Unterbeschäftigten wird auf mindestens ein Drittel der arbeitenden Bevölkerung geschätzt, ein großer Teil der Bevölkerung arbeitet als Tagelöhner*innen. Insbesondere die ländliche Bevölkerung ist von Armut betroffen. Wichtigste Handelspartner: China, Thailand, Singapur, Indien, Japan und Malaysia. Mehr als 70% der Exporte gehen in die asiatische Region, etwa 90% der Importe kommen aus asiatischen Ländern.

Gesellschaftsstatistiken: Myanmar gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt, 1987 erhielt das Land den Status eines Least Developed Country. Lebenserwartung: 66,4 Jahre, Säuglingssterblichkeit: 40 (je 1000 Neugeborene), HIV-Prävalenz: 0,8%, Alphabetisierungsrate (15 Jahre und älter): 89,9%.

Quellen: WKÖ: Länderprofil Myanmar (April 2018); Auswärtiges Amt: Myanmar (April 2018); UNAIDS: Myanmar; Karte von Myanmar: CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], from Wikimedia Commons

Handbuch Myanmar

von Ute Köster, Phuong Le Trong, Christina Grein (Hrsg. für die Burma-Initiative)

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