Studien und Broschüren

Was bedeutet die Corona-Pandemie für die Menschen in Asien? Die Broschüre gibt Einblicke (Foto: Manoej Paateel via Shutterstock).

Die Auswirkungen der Pandemie sind tiefgreifend. Sie verdeutlichen einmal mehr die Ungerechtigkeiten der globalen Ordnung und verschärfen bestehende soziale Ungleichheiten. Daneben nutzen autoritäre Regierungen Pandemie-Maßnahmen, um Menschenrechte weiter einzuschränken. In einer neuen Broschüre zeigen das philippinenbüro und die Stiftung Asienhaus Folgen für Bevölkerung und Zivilgesellschaft asiatischer Länder und ihre Reaktionen auf.

Zahlreiche Menschen sind dem Virus schutzlos ausgeliefert, während andere sich aufgrund ihres finanziellen und sozialen Kapitals schützen können. Die Pandemie wirkt entlang bestehender sozialer Ungerechtigkeiten und verschärft diese. Die weltweite Kluft zwischen Arm und Reich wird größer.

Pandemie-Maßnahmen beschneiden Freiheits- und Menschenrechte 

Die Pandemie offenbart inwieweit politische Systeme Gesellschaften und deren Freiheitsrechte schützen. Autoritäre Regierungen setzen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus als Repressionsinstrumente gegen die eigene Bevölkerung ein. Menschenrechte werden beschnitten oder entzogen. Dies hat gravierende Folgen für die Zivilgesellschaft, ihre Möglichkeiten sich über das Virus zu informieren und sich davor zu schützen. Macht und deren Legitimation stehen vielerorts über der staatlichen Verpflichtung, die Gesundheit der Bürger*innen zu gewährleisten.

Menschenrechtslage hat sich dramatisch verschlechtert

In vielen Ländern Asiens werden seit dem Beginn der Pandemie regierungskritische Stimmen aus sozialen Minderheiten, marginalisierten Bevölkerungsgruppen, der Opposition und der Zivilgesellschaft besonders bedroht. Zivilgesellschaftliche Organisationen schlagen Alarm. Sie entwickeln Gegenstrategien und bilden Allianzen.

Gleichzeitig muss die jetzige Situation als möglicher Wendepunkt genutzt werden, um die bestehende globale Ordnung zu verändern und menschen-, sozial und umweltgerechter zu machen.

 Länderperspektiven aus Asien

In der vorliegenden Broschüre haben wir Länderperspektiven aus Asien zusammentragen. Im Vordergrund steht dabei die Frage, was die Corona-Pandemie für die Menschen bedeutet und wie internationale Solidarität durch gerechtere globale Strukturen verstetigt werden kann.

Zum Download: Corona in Asien: Menschenrechtsverletzungen und soziale Ungleichheit im Schatten der Pandemie-Bekämpfung

Nicht nur im Westen beherrschen Nachrichten von Wahlsiegen rechter, autoritärer und populistischer Parteien die Medienlandschaft. Auch in vielen Ländern Asiens ist der Autoritarismus auf dem Vormarsch. Militante Royalist* innen in Thailand und reaktionäre islamistische Bewegungen in Indonesien und Malaysia sind mittlerweile ebenso Bestandteil der politischen Landschaft Südostasiens wie der Populismus Dutertes oder die fest etablierten Einparteienherrschaften in Vietnam und Kambodscha.

Der Spielraum progressiver Akteur*innen aus Politik und Zivilgesellschaft bleibt klein oder wird in einigen Ländern nach Jahren der Öffnung und Hoffnung wieder eingeengt. Dies geschieht – vermeintlich – im Namen ‚des Islams’, ‚des Kommunismus’ oder des ‚Kampfes gegen Drogen’. Nicht zuletzt die ‚Riesen‘ China und Indien verstärken den autoritären Trend. China propagiert im Rahmen der Belt and- Road Initiative ihr autoritäres Entwicklungsmodell. In Hongkong geht man gewaltsam gegen Protestierenden vor, die auf den Erhalt von demokratischen Strukturen pochen. In Indien konnten Hindu-Nationalist*innen erst kürzlich ihre Macht ausbauen.

Unter die Räder kommen dabei nicht nur die Rechte von Minderheiten, die für autoritäre Akteure dankbare Sündenböcke darstellen. In Indonesien polarisieren religiöse Gruppen gegen angeblich abtrünnige Sekten und die LGBTIQ+-Gemeinschaft. In den Philippinen richtet sich Dutertes Rhetorik gegen politische Gegner*innen und in Myanmar stehen muslimische Gruppen im Fadenkreuz fanatischer Nationalist*innen. Generell werden fundamentale Menschenrechte wie das Recht auf Meinungsäußerung im Zuge autoritärer Politiken eingeschränkt – Autoritarismus betrifft somit alle. Daher widmen sich einige Beiträge in dieser Broschüre den Folgen autoritärer Politik und Ideologie in verschiedenen Ländern Asiens. So wirft beispielsweise Praphakorn Wongratanawin einen Blick auf vigilante Monarchist* innen in Thailand, und Kia Meng Boon analysiert in seinem Kommentar die autoritären Tendenzen in Malaysia seit den letzten Wahlen. Andreas Harsono, eine prominente Stimme der Menschenrechte in Indonesien, wirft einen kritischen Blick auf die Rolle von Journalist*innen in einer immer konservativer werdenden Gesellschaft.

Auf der anderen Seite gibt es in Asien viele Menschen, die autoritäre Politik nicht einfach hinnehmen und Widerstand organisieren. In dieser Broschüre widmen wir uns daher nicht nur der Analyse von autoritären Bewegungen, sondern auch der Gegenbewegungen: Umweltschützer*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen, Gewerkschaften, soziale Bewegungen, Minderheiten und Oppositionelle, die sich mutig für den Ausbau und die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Standards engagieren, sollen vor allem im Fokus stehen. So haben wir eine Reihe von Beiträgen zusammengetragen, die sich besonders den progressiven Akteuren widmen. Es kommen beispielsweise LGBTIQ+-Aktivist*innen aus Kambodscha zu Wort, Frauenrechtlerinnen aus Timor-Leste und Pro-Demokratiekämpfer* innen aus Hongkong und Süd Korea. Su Pham Thi und Julia Behrens erläutern, wie Umweltaktvist*innen den autoritären Staatsapparat in Vietnam herausfordern.

Wir wünschen allen Leser*innen eine informative Lektüre und danken allen an dieser Ausgabe Beteiligten!

Timo Duile, Raphael Göpel, Christina Grein, Joanna Klabisch, Mirjam Overhoff, Monika Schlicher, Hannah Wolf

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Der 25. November ist der »Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen«. Zu diesem Anlass zeigt das Bündnis Internationale Advocacy Netzwerke (IAN), an dem die Stiftung Asienhaus beteiligt ist, in diesem Dossier die unterschiedlichen Ebenen von Gewalt gegen Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika auf.

Gewalt gegen Frauen ist eine globale Realität und gehört zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Die Strukturen ähneln sich: Patriarchale Sichtweisen sind in vielen Ländern nach wie vor tief verankert. Obwohl viele Regierungen inzwischen Gesetze zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt verabschiedet und die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) ratifiziert haben, wird Recht in der Praxis häufig nicht angewendet. Soziale und kulturelle Gewohnheiten schützen die Täter und hindern Frauen daran, ihre Rechte wahrzunehmen. Frauen, insbesondere Angehörige marginalisierter Gruppen, scheuen die Anzeige geschlechtsspezifischer Gewalt aus Angst vor Stigmatisierung und Repression.

Das Bündnis Internationale Advocacy Netzwerke (IAN) engagiert sich für eine Verbesserung der Menschenrechtssituation in Afrika, Asien und Lateinamerika. Seine Mitgliedsorganisationen arbeiten seit vielen Jahren mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen zusammen. Dieses Dossier enthält aktuelle Berichte von IAN-Expert*innen zur Lage der Frauen in 14 Ländern. Jeder Bericht bietet Hintergrundinformationen und praxisorientierte Handlungsempfehlungen für alle Abgeordneten und Mitglieder des Bundestages, die Außenpolitik (mit-)gestalten. 

Mit Beiträgen der Stiftung Asienhaus zu Myanmar und Timor-Leste und dem Aktionsbündnis Menschenrechte - Philippinen (AMP).

Das Dossier wurde am 25.11.2019 der Presse und am 26.11.2019 Abgeordneten und Mitarbeiter*innen des Deutschen Bundestages vorgestellt.

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Eine Analyse von Rahmenbedingungen und Optionen zur Stärkung von Zivilgesellschaft, Demokratie und Menschenrechten.

Diese Studie möchte einen Beitrag zur Entwicklung von Strategien leisten, um die Zivilgesellschaft in Kambodscha zu stärken. Seit der Fertigkstellung hat sich die Situation im Vorfeld der Wahlen für einheimische und internationale Nichtregierungsorganisationen, Menschenrechtsorganisationen und selbstbewusste Gewerkschaften dramatisch verschlechtert.

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Am 15.03.2018 informierten wir im Bündnis Internationale Advocacy Netzwerke (IAN) Abgeordnete und Mitarbeiter*innen des Deutschen Bundestages über die aktuelle Menschenrechtslage in 16 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas.

Nur noch ein Bruchteil der Länder weltweit verfügt über eine freiheitliche Zivilgesellschaft. In den meisten Ländern sind die Menschenrechte bedroht. Diskriminierungen, Repressionen, Gewalt, Zensur sowie Straflosigkeit für Täter*innen nehmen zu.

Das Bündnis Internationale Advocacy Netzwerke (IAN), an dem die Stiftung Asienhaus beteiligt ist, engagiert sich seit vielen Jahren für eine Verbesserung der Menschenrechtssituation in Afrika, Asien und Lateinamerika.

In enger Zusammenarbeit mit den zivilgesellschaftlichen Akteur*innen der jeweiligen Länder setzt sich IAN u. a. für eine Stärkung der Zivilgesellschaft, Meinungsfreiheit und Demokratieförderung ein. Der Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen sowie eine Verbesserung von Beteiligungsmechanismen für die Zivilgesellschaft werden wesentlich über die Zukunft der betroffenen Länder entscheiden.

In einigen Ländern hat sich die Menschenrechtslage in jüngster Zeit enorm verschlechtert. Es kam zu Vertreibungen und zum massiven Einsatz von Gewalt mit Hunderten von Todesopfern. Das Eintreten für Menschenrechte ist oft mit Gefahren verbunden. Menschenrechtsverteidiger*innen und Aktivist*innen  sind zunehmend Repressionen, Drohungen und Gewalt ausgesetzt. Auch die Meinungsfreiheit gerät immer stärker unter Druck. Journalist*innen und unabhängige Medien werden für kritische Berichterstattung mit Zensur und Gewalt bedroht. Gerade auch gegen online geäußerte Kritik wird mit »maßgeschneiderten« Gesetzen vorgegangen. Zudem besteht in einigen Ländern die akute Gefahr, dass zaghafte, aber wichtige Schritte hin zu mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zunichte gemacht werden.

Das vorliegende Dossier gibt komprimiert Informationen über die Menschenrechtslage in 16 Ländern.  Handlungsempfehlungen richten sich an alle, die Außenpolitik (mit-)gestalten. Auf ihnen ruhen die Hoffnungen vieler Menschen weltweit, dass sie ihren politischen Einfluss auf die Regierungen geltend machen.

Mit Beiträgen der Stiftung Asienhaus zu China, Myanmar und Thailand.

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Die europaweiten Proteste gegen die Handelsabkommen TTIP, CETA und TiSA haben erstmals einer größeren Öffentlichkeit die erheblichen sozialen, ökologischen und demokratischen Defizite der europäischen Handelspolitik vor Augen geführt. Die Verhandlungen zu TTIP und TiSA liegen derzeit auf Eis, während einerfolgreicher Abschluss der nationalen Ratifizierungvon CETA in den EU-Mitgliedsstaaten als fraglich gilt.

Die tiefe Legitimationskrise der EU-Handelspolitik wurde im Oktober 2016 unübersehbar. Der Protest gegen die EU-Handelspolitik trieb Hunderttausende Menschen auf die Straße, drei Millionen unterzeichneten die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiativegegen TTIP und CETA. Zivilgesellschaftliche Aufklärungskampagnen verdeutlichten, wie die Handelspolitik durch die Privilegierung von Unternehmensinteressen die Demokratie gefährdet. Zudem erfahren immer mehr Menschen am eigenen Leib, wie die von Brüssel und den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten forcierte einseitige Weltmarktorientierung ihren Lebensstandard verschlechtert. 

Die vorliegende Publikation möchte auf entwicklungspolitische Leerstellen in der aktuellen handelspolitischen Debatte hinweisen. Denn jegliche Reform der europäischen Handelspolitik muss vor allem eine konsequente Orientierung an den entwicklungspolitischen und menschenrechtlichen Verpflichtungen der Europäischen Union vollziehen. Wie zahlreiche Untersuchungen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zeigen, genügt die EU-Handelspolitik diesen Anforderungen derzeit jedoch nicht. Mitunter steht sie gar im Widerspruch zu den entwicklungspolitischen Verpflichtungen der EU.

Eine Studie von Thomas Fritz.

Herausgegeben von: Forum Umwelt und Entwicklung, Stiftung Asienhaus, FDCL e.V., Attac Deutschland und PowerShift e.V.

 

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Die Broschüre, herausgegeben von Stiftung Asienhaus und philippinenbüro e. V., wirft einen kritischen Blick auf das Wirtschaftswachstum in Asien und analysiert politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen in einzelnen Ländern der Region. Dabei kommen verschiedene lokale Stimmen zu den Entwicklungen zu Wort und fachliche Beiträge gehen vertiefend auf einzelne Themen ein.

 

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Powershift und die Rosa-Luxemburg-Stiftung haben mit Unterstützung der Stiftung Asienhaus und des Philippinenbüros eine Studie über den Einfluss der europäische Handelspolitik auf die Rohstoffausbeutung weltweit veröffentlicht.

Die Investitions- und Handelspolitik Europas zeigt weltweit Auswirkungen, nicht zuletzt durch Freihandels-, bilaterale und multilaterale Abkommen. Diese Abkommen und Auswirkungen zu untersuchen ist das Ziel der neu erschienenen Studie, die die Verkleinerung demokratischer Räume zugunsten der Industrie aufzeigt.

 

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Bücher

Kambodscha. Ein politisches Lesebuch

Nach dem kambodschanischen Bürgerkrieg und Pol Pots Genozid steigt das Land seit 1990 wie ein Phönix aus der Asche. Doch die blutige kambodschanische Geschichte ist noch längst nicht aufgearbeitet. Bis zum heutigen Tag befindet sich Kambodscha in einem Heilungsprozess. Politisch steht es an einem Scheideweg: Bleibt es eine Quasi-Demokratie oder wird es zur Diktatur?

Kambodschanische, deutsche und internationale Autor*innen beleuchten in diesem hochaktuellen Buch die jüngere Geschichte und Gegenwart des Landes aus vielerlei Perspektiven. Das Buch richtet sich an jene, die etwas anderes suchen als einen typischen Reiseführer für dieses südostasiatische Land, bei dem viele allein an die faszinierenden Anlagen von Angkor und die Khmer Rouge denken. Doch die Tempel und das Trauma definieren Kambodscha bei Weitem nicht. Das zeigt dieses Buch.

Mit Beiträgen von Ali Al-Nasani, Tilman Baumgärtel, Craig Bradshaw, Bastian Bretthauer, Clothilde Le Coz, Michaela Doutch, Duong Keo, Daniela Fendt, Moritz Henning, Dominik Hofzumahaus, Marina Kem, Katrin Luise Laezer und Elizabeth Högger Klaus, Susanne Lenz, Wibke Lobo, Reaksmey Yean, Sam Samnang, Britta Schweighöfer und Roman Herre, Sun Narin,  Jutta Werdes, Timothy Williams, Yang Saing Koma.

 

Kambodscha. Ein Politisches Lesebuch

herausgegeben von: Bastian Bretthauer, Susanne Lenz und Jutta Werdes für die Stiftung Asienhaus.

Herausgeber*inneninfo

 

"Wie es den Menschen [in Kambodscha] heute geht, beschreibt überaus informativ 'Kambodscha. Ein politisches Lesebuch'" (zur Rezension der Berliner Zeitung)

"Das Buch bietet einen lebendigen, kritischen und facettenhaften Überblick, indem es politische, geschichtliche, ökologische und sozioökonomische Perspektiven gleichermaßen in den Vordergrund rückt" (zur Rezension von FriEnt)

"Die Beiträge bestechen durch ihre vielfältige Mischung aus Sachberichten, Erzählungen, persönlichen Erlebnisberichten und wissenschaftlichen Artikeln. [...] Der Sammelband ist eine ausgewogene, gut recherchierte und geschriebene Einführung, die zur Lektüre nur empfohlen werden kann" (zur Rezension von iz3w)

 

Details:

regiospectra Verlag Berlin, Dezember 2017
Format 225 x 155 mm, 211 Seiten
ISBN 978-3-940132-99-4
Preis € 19,90 (D)

zu bestellen bei regiospectra

Besiegt der Ostwind den Westwind? Führt Chinas Initiative »Neue Seidenstraßen« zu mehr Wohlstand und Sicherheit weltweit? Oder bringt dieses Entwicklungsmodell mehr Autoritarismus und Konflikte?

Pekings »Belt and Road«-Initiative knüpft an die einstige weltpolitische Bedeutung des »Reichs der Mitte« an und entwirft gleichzeitig einen Bauplan zukünftiger Größe. Durch den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und Wirtschaftskorridoren zwischen Asien, Afrika und Europa soll ein »neues Goldenes Zeitalter der Globalisierung« eingeleitet werden.

Innenpolitisch steht dahinter der Versuch, durch ein Konjunkturprogramm, das von Konzernen voran­getrieben und durch den Staat gefördert wird, das Wachstum innerhalb Chinas aufrechtzuerhalten und die Legitimation der Regierung zu sichern. Außenpolitisch hat Beijing damit zumindest in Asien und Eurasien die Meinungsführerschaft im globalen Entwicklungsdiskurs übernommen. Die wirtschaftliche Modernisierung, die Sicherung von Rohstoffversorgung und Absatzmärkten sowie die Schaffung neuer, auf China ausgerichteter multilateraler Institutionen bedeuten einen weiteren Machtzuwachs.

Uwe Hoering zeichnet in elf Kapiteln zentrale Aspekte des Projektes nach und hinterfragt, ob diese Entwicklungsstrategie mit demokratischen Verhältnissen, sozialer und ökologischer Gerechtigkeit, der Wahrung von Menschen- und Minderheitsrechten und dem Abbau von Konflikten vereinbar ist.

Hier kann man das Inhaltsverzeichnis & Leseprobe: Der Lange Marsch 2.0 – Chinas Neue Seidenstraßen als Entwicklungsmodell ansehen.

Rezensionen über "der Lange Marsch 2.0"

Tobias Lambert schreibt in seiner Buchbesprechung für 'neues deutschland': "Den Fokus seines Buches legt Hoering denn auch auf die »möglichen Auswirkungen in den beteiligten Ländern und Regionen«, wie etwa Ressourcenkonflikte in Zentral- und Südostasien oder politische Spannungen mit Indien. Auch die Rolle Russlands...wird beleuchtet." Im Buch "trägt der Asienexperte zusammen, was bisher über »Chinas Neue Seidenstraßen als Entwicklungsmodell« bekannt ist", dabei "gelingt ihm eine exzellente Einführung in ein Thema, von dem es bisher nur wenig belastbare Zahlen gibt" (neues deutschland, 7. August 2018).
Zur Rezension der überregionalen Tageszeitung `neues deutschland`

Axel Dessein schreibt in seiner Rezension für 'The China Road': "This timely book touches upon the many and diverse aspects related to the Belt and Road Initiative (BRI), while offering a clear-headed and global analysis of the project. Especially interesting are the different expert interviews that are spread throughout the book, which add a detailed perspective on the related chapters. [...] The wide coverage and rich details provided by the author make this book an interesting read" (The China Road, 10. August 2018).
Zur Rezension in der China Road

Alice Grünfelder hat das Buch für 'kritisch-lesen.de' (9. Oktober 2018) und für die 'taz' (25. November 2018) besprochen. Sie resümiert, dass Uwe Hoering "seine Recherchen überzeugend in einen globalen Kontext [stellt], weshalb das schmale Buch als Einstiegslektüre in das Thema unbedingt zu empfehlen ist. Der geoökonomische Machtpoker hat längst begonnen."
Zur Rezension in der taz
Zur Rezension in kritisch-lesen.de

Christopher Wimmer fasst in der 'südostasien' (8. Oktober 2018) zusammen:"Mit romantischen Bildern von Kamelen, die Gewürze und feine Stoffe transportieren, hat die neue Seidenstraße somit wenig, mit Machtverhältnissen im globalen Kapitalismus dagegen viel zu tun. Dies beschreibt Hoering anschaulich und verständlich. Die 140 Seiten geben einen ersten guten Überblick über das Projekt, denn bisher gibt es wenig (deutschsprachige) Literatur zur Thematik."
Zu Rezension der suedostasien.net

Sophia Allenstein schreibt in "welt-sichten" (23. Januar 2019): Uwe Hoering wirft einen Blick auf die historischen Wurzeln der „Belt and Road“-Initiative, die Demütigung Chinas durch die Kolonialmächte nach den Opiumkriegen sowie das Scheitern Maos mit seinem Konjunkturprogramm „Der große Sprung nach vorn“. Dann geht er auf die komplexen außenpolitischen Verflechtungen der jeweiligen Länder ein und zeigt anhand von Beispielen wie dem Hafenausbau im griechischen Piräus den Fortschritt des Vorhabens auf, das mehrheitlich noch eine große Baustelle ist.
Zur Rezension der welt-sichten

Englische Übersetzung: 'China's Long March 2.0'

Das Buch wurde vor kurzem ins Englische übersetzt. Es kann als PDF komplett & kostenlos heruntergeladen werden.

China's Long March 2.0 - The Belt and Road Initiative as development model, 2018

Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

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Broschüre: Corona in Asien von Stiftung Asienhaus & philippinenbüro e.V. (Hg.), Köln 2020

Zeitschrift südostasien: Jetzt online lesen!

Unser gemeinsames Online-Magazin mit Artikeln der aktuellen Ausgabe "Südostasien – Spielball von Hegemonialinteressen?"

Themen der Zivilgesellschaft in Asien

Das TZA-Portal ist ein Online-Nachschlagewerk zu Themen der Zivilgesellschaft in Asien des philippinenbüros und der Stiftung Asienhaus