07.09.2015

8. Eine-Welt-Filmpreis NRW 2015: Jakarta Disorder

Als Unterstützerin des Eine-Welt-Filmpreis NRW begrüßen wir die Verleihung des 1. Preises für den Dokumentarfilm "Jakarta Disorder".

8. Eine-Welt-Fimpreis NRW: 1. Preis für Jakarta Disorder

Wir möchten Sie und euch herzlich einladen zur Verleihung des 8. Eine Welt Filmpreis NRW im Rahmen des 23. Fernsehworkshops Entwicklungspolitik in Köln mit anschließender Vorführung des Dokumentarfilms JAKARTA DISORDER (1. Preis)  

Eine Welt Filmpreis NRW 2015

Freitag, 11. September 2015, 19 Uhr | Filmforum NRW | Köln

19:00 Uhr – Preisverleihung durch Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren mit Keynote von Prof. Dr. Sabine Rollberg (KHM – Kunsthochschule für Medien, Köln)

20:30 Uhr – Filmvorführung von JAKARTA DISORDER Filmforum NRW im Museum Ludwig Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln, http://www.filmforumnrw.de

Anfahrt / Map: https://goo.gl/maps/1KL9h 

Der Eine Welt Filmpreis NRW wird vom Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet und von Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren überreicht.

Der 1. Preis geht an Ascan Breuer und Victor Jaschke, die Filmemacher des Dokumentarfilms JAKARTA DISORDER, den 2. Preis erhält Hazem Alhamwi für seinen Film AUS MEINEM SYRISCHEN ZIMMER, mit dem 3. Preis wird Carl Gierstorfer für AIDS - ERBE DER KOLONIALZEIT ausgezeichnet.

Zum PROGRAMM DER PREISVERLEIHUNG

Eine Anmeldung wird erbeten unter: anmeldung(at)melanchthon-akademie.de

EINTRITT FREI!

Mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW werden Arbeiten von Autorinnen und Autoren gewürdigt, deren Filme für Probleme in Ländern des Südens sensibilisieren, die aber auch Ansätze zur Veränderung aufzeigen und einen Perspektivenwechsel ermöglichen.

Das unterstützen wir:

Begründung der Jury zur Auszeichung von JAKARTA DISORDER als "Bester Film" beim EINE WELT FILMPREIS NRW 2015:

Dieser einfühlsame und spannende Dokumentarfilm lässt miterleben, wie am Rande von Jakarta lebende Slum-Bewohner ihren Widerstand organisieren, als ihre Behausungen gigantischen Immobilien-Bauvorhaben internationaler Investoren weichen sollen. Aus zunächst offensichtlicher Ohnmacht wird eine relevante politische Stimme von Ausgegrenzten, die auf die noch junge Demokratie in Indonesien wirksam Einfluss nimmt. Im Zentrum dieser Bewegung stehen zwei faszinierende Protagonistinnen, deren Überzeugung und Handeln eindringlich und überzeugend vermittelt wird. Jakarta Disorder zeichnet sich durch eine hervorragende Montage aus, die entscheidend dazu beiträgt, dass ein komplexes Thema nachvollziehbar, bewegend und doch auch unterhaltsam vermittelt wird. Der Film lebt von eindrucksvoll in Szene gesetzten Kontrasten: Hier das Modell des projektierten Luxus-Hochhaus-Wohnparks, dessen Miete selbst für Gutverdienende nicht bezahlbar erscheint. Dort die einfachsten Behausungen von Menschen, die im informellen Sektor versuchen, wenigsten kleinste Einkünfte zu erzielen. Immer wieder sind es die Blicke aus einer „Perspektive am Rande“ auf die nahe Skyline von Jakarta, die zur Dramaturgie des Films gelingend beitragen. Hier die oft machtlos erscheinenden Bewohner, die sich das Recht heraus genommen haben, Land für sich zu beanspruchen, das ihnen formal nicht gehört. Dort die expansive Macht des Kapitals. In diesen ausgezeichnet visualisierten Spannungsfeldern lässt der Film die beiden Protagonistinnen überzeugend auftreten und agieren. Die Kamera begleitet sie dabei engagiert, lässt Nähe und Sympathie zu ihnen entstehen, ohne Grenzen zu überschreiten. Zwei in Ihrer Lebensgeschichte und ihrer gesellschaftlichen Rolle sehr verschiedene Frauen werden zum Kristallisationspunkt für eine Sozialbewegung. Der Film geht dabei ehrlich mit den beiden und damit auch den Zuschauenden um: Die Protagonistinnen werden nicht nur in ihrer erfolgreichen Aktivierung der Bevölkerung gezeigt, sondern auch in sehr persönlichen Sequenzen, in denen ihre Motivation und Kraft, aber auch ihre Ratlosigkeit und Zweifel ins Bild kommen. Dieser Dokumentarfilm ist über Jakarta hinaus bedeutsam. Er rüttelt auf und stellt Anfragen. Es geht dabei um Sensibilität für die Verlierer von Globalisierung weltweit. Wichtig: Handeln statt Klagen ist die Botschaft. Die Potentiale sozialer Organisation zur Artikulierung elementarer menschlicher Interessen und deren politische Relevanz werden überzeugend vermittelt. In Verbindung damit werden Wert und Bedeutung von Demokratie reflektiert. Jakarta Disorder gelingt dies alles in Form einer packenden Dokumentation. Sie motiviert über den Film hinaus: organisiertes Handeln kann augenscheinliche Ohnmacht überwinden.

Jury 2015:

Burkhard Althoff, ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Lucie Bader, outreach gmbh - Wissenschaftskommunikation und Film, Bern
Thomas Belke, Mediathek für Pastoral und Religionspädagogik, Freiburg
Bettina Borgfeld, Filmemacherin, Berlin
Jürgen Hammelehle, Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst, Berlin

Kontakt: EINE WELT FILMPREIS NRW

23. Fernsehworkshop Entwicklungspolitik
Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH
Bettina Kocher
Postfach 500161, 22701 Hamburg
Tel. 040-39900060
info(at)fernsehworkshop.de
www.fernsehworkshop.de

Aktion Weißes Friedensband e.V.
Günter Haverkamp
Himmelgeister Str. 107a, 40225 Düsseldorf
Tel. 0211-9945137
haverkamp(at)friedensband.de

Melanchthon-Akademie
Joachim Ziefle
Kartäuserwall 24 b, 50678 Köln
Tel. 0221-93180323
ziefle(at)melanchthon-akademie.de

Veranstaltungsort: Filmforum NRW im Museum Ludwig , Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln

Schlagworte: Gesellschaft, Kultur