17.02.2020

Bericht: Kundgebung der pro-demokratischen Thai-Netzwerke in Paris

Am 2. Februar 2020 fand in Paris unter dem Motto "Run Against Injustice" eine Kundgebung mehrerer prodemokratischer Netzwerke der Thais in Europa statt. Die Gruppen wollten ein Zeichen gegen die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Missstände in Thailand setzen und sich mit ihren Landsleuten in Thailand solidarisieren.

Es wurde für mehr Gerechtigkeit in der thailändischen Gesellschaft und Politik demonstriert.

Es war eine der bislang größten Kundgebungen von thailändischen prodemokratischen Kräften im Ausland seit dem Putsch von 2014.  Zu den Teilnehmenden gehörten Thailänder*innen ebenso wie Europäer*innen aus Frankreich, Deutschland, Belgien, Schweden, Schottland, Dänemark, UK, den Niederlanden und Unterstützer*innen aus den USA.

Teilnehmende fordern mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit in Thailand

Die zweistündige Kundgebung startete mit der Eröffnungsrede des stellvertretenden Vorsitzenden der UDD-(United Front for Democracy Against Dictatorship) Europe, dem organisatorischen Zentrum der Rothemden in Europa. Er appellierte an Mut und Zusammenhalt aller thailändischen Demokrat*innen im In- und Ausland, an mehr soziale Gerechtigkeit und größere Unterstützung für die Demokratiebewegung in Thailand. Anschließend wurde die gemeinsame Erklärung der Organisatoren in thailändischer, französischer und englischer Sprache verlesen.

Danach liefen die Teilnehmenden mit einem Banner gegen soziale Ungerechtigkeit in Thailand um den Place de la République und sangen gemeinsam demokratische Kampflieder. Zum Abschluss der Kundgebung gab es Redebeiträge von den Vertreter*innen der verschiedenen Organisationen sowie von Aktivist*innen und politischen Geflüchteten.

Dabei wurden vor allem Empörung über die wirtschaftlichen und sozialen Missstände im Lande zum Ausdruck gebracht und Kritik an der Inkompetenz und dem Machtmissbrauch der thailändischen Regierung geübt.

Anschließendes Netzwerktreffen der prodemokratischen Netzwerke

Protest gegen das Verschwindenlassen.Nach der Kundgebung fand ein Netzwerktreffen mit etwa 25 Teilnehmer*innen statt. Geleitet wurde das Treffen durch ein Mitglied der AG Thailand der Stiftung Asienhaus, das die bisherigen Ergebnisse der Demokratiebewegung der thailändischen Prodemokrat*innen in Europa seit 2014 sowie die Spannungen, Potenziale und spezielle Hindernisse in der Bewegung erörterte.

Eine Auswertung der Protestaktion und eine Diskussion über Perspektiven der Vernetzung und strategischen Findung schlossen sich an. Aufgrund des von allen Teilnehmer*innen als sehr anregend und produktiv empfundenen Austauschs wurden weitere europaweite Treffen beschlossen.

Die Kundgebung fand zentral in der französischen Hauptstadt am Place de la République statt. Ein Mitglied der AG Thailand der Stiftung Asienhaus hatte die Aktion mitorganisiert.

Die Aktion wurde vom Network of Thai Workers in Europe, Thai Human Rights Campaign UK, Khonthai UK, dem Network of Pro-Democracy Thais in Europe sowie der Stiftung Asienhaus durchgeführt.

Text & Fotos: Praphakorn Wongratanawin.

Schlagworte: Menschenrechte, Demokratie, Thailand