12.12.2019

Blickwechsel: Hongkong und seine Identitäten

Seit dem Sommer 2019 ereignen sich in Hongkong die schwersten Bürgeraufstände nach den linken Unruhen von 1967. Mit dem Widerstand der Zivilgesellschaft gegen die wachsende Kontrolle Pekings stellt sich die ehemalige britische Kronkolonie gegen eines der stärksten autoritären Regime überhaupt und bringt eine erneuerte Identität der Stadt zu Tage. Diese könnte sich als Zeichen für die eigentliche Dekolonialisierung Hongkongs erweisen.

Demonstrationen in Hongkong legen Millionenmetropole lahm, 2019 © Vivienne Chow

Dieser Blickwechsel gibt vor dem Hintergrund des wachsenden Integrationsanspruchs der VR China einen Überblick darüber, wie die Proteste begannen. Er informiert darüber, wie Resilienz und Kreativität der Hongkonger Zivilgesellschaft in dieser andauernden Auseinandersetzung mit Peking die Bewegung von einem lokalen politischen Zwischenfall auf die Ebene einer internationalen diplomatischen Krise befördert haben. Während China als ökonomische Antriebskraft an Bedeutung gewinnt und weltweit Einfluss ausübt, hat die Situation in Hongkong der US-dominierten westlichen Welt Munition geliefert, um sich auf internationalem diplomatischen Parkett gegen Chinas Politik zur Wehr zu setzen.

Sprache: deutsch
Schlagworte: Hong Kong, China