22.09.2015

Call for Papers Südostasien Ausgabe 1/2016: LGBTIQ in Südostasien

Die erste Ausgabe der südostasien in 2016 widmet sich dem Thema LGBTIQ in Südostasien. Die Abkürzung steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender/-sexuelle, intersexuelle und queere Menschen.

Im Juni 2015 gingen Nachrichten über die Legalisierung der sog. Homo-Ehe in den USA um die ganze Welt. In Vietnam und Myanmar wurden im Rahmen von Demonstrationen und breiten Solidaritätsbekundungen auf Facebook Zustimmung zu diesem Schritt und der Bedarf an rechtlichen Veränderungen geäußert. Hieran wird deutlich: Die Bewegung in Südostasien ist transnational/global aufgestellt und es kommt trotz oder gerade wegen der vermehrten Sichtbarkeit lesbischer, schwuler, bisexueller, transgender/-sexueller, intersexueller und queerer Menschen in der Öffentlichkeit zu gravierenden Missständen, Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen.

Diese Ausgabe der südostasien widmet sich darum dem Thema LGBTIQ in Südostasien. Die Abkürzung steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender/-sexuelle, intersexuelle und queere Menschen. Hierbei sind Artikel zu folgenden Themenbereichen und Fragen von Interesse:

  1. Bewegung, Organisation und Mobilisierung: Wer, wie, wo, was, warum?

  • Welche Gruppen, Organisationen und Strukturen gibt es von und für die LGBTIQ-Community in Südostasien? Wie und zu welchen Themen arbeiten sie? Wie formulieren sie ihre Anliegen? (Stichwort „Depolitisierung“/ “Human Rights“/ “Gesundheit – STD u. HIV“)

  • Inwiefern gibt es innerhalb der LGBTIQ-Bewegung unterschiedliche Strömungen und Interessengruppen und inwiefern können wir überhaupt von einer einheitlichen LGBTIQ-Bewegung in Südostasien sprechen? Gibt es innerhalb der Organisationen bzw. innerhalb der Community Ausgrenzungen/Diskriminierungen?

  • Welchen Einfluss hat die europäische/deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf die Situation vor Ort? Welchen Einfluss haben Vereinte Nationen- und internationale Donor-Aktivitäten auf beispielsweise das Agenda-Setting der lokalen Organisationen?

  • Wie können sich zivilgesellschaftliche Organisationen in Europa und/oder Deutschland solidarisch engagieren? Welche gemeinsamen Aktionen sind möglich?

  1. Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen: Wo, wie und in welcher Form?

  • Welche Kräfte stellen sich gegen die LGBTIQ-Bewegungen in Südostasien/in den einzelnen Ländern? Gibt es in christlich oder muslimisch geprägten Gesellschaften Gegenwind von religiösen Organisationen (z.B. Indonesien, Philippinen)? Welche Rolle spielen Frauenorganisationen (z.B. Vietnam) und staatliche oder nicht-staatliche Akteure (z.B. Myanmar)?

  • Gibt es Unterschiede in Bezug auf Diskriminierungen zwischen dem urbanen und ländlichen Raum? Inwiefern wird die sexuelle Orientierung bzw. geschlechtliche Identität von LGBTIQ-Personen von deren Familien akzeptiert?

  • Wird LGBTIQ-Personen der Zugang zu grundlegenden internationalen Menschenrechten - die auch viele Staaten in Südostasien unterzeichnet haben - wie z.B. der Zugang zu Arbeit, Nothilfe oder sozialer und medizinischer Versorgung – erschwert oder gar verwehrt?

  1. Lokal/Transnational – Spannungsfeld: Trennendes oder zusammenführendes Element?

  • Gibt es Spannungen durch transnationale Unterschiede im Verständnis von Genderkategorien, Sexualität, Identität, Beziehung etc.? Welchen Einfluss haben lokale Traditionen (z.B. Nat-Kadaws in Myanmar oder len dong in Vietnam) auf den Status von LGBTIQ?

  • Inwiefern wird das Internet/ werden soziale Medien nicht nur zur Mobilisierung, sondern auch als Mittel zum Austausch und Aufbau einer kollektiven Identität genutzt?

  • Inwiefern stehen lokale Ansätze, Definitionen, Identifikationen etc. einer durch den globalen Norden (s. EU und USA) gesetzten globalen LGBTIQ-Rechteagenda und Diskursen gegenüber? Inwiefern werden lokale Ansätze, Definitionen, Identifikationen etc. durch entsprechende „westliche Konstruktionen“ überschrieben?

  1. Recht und Gesetz

  • Welche Entwicklungen gibt es im Bereich rechtliche Gleichstellung von LGBTIQ? Gibt es in einzelnen Ländern gesetzliche Regelungen oder Initiativen, die Schutz oder gar Gleichberechtigung bieten (z.B. Legalisierung ziviler Partnerschaften homosexueller Paare)?

  • Inwiefern werden gesetzliche Regelungen tatsächlich in die Praxis umgesetzt? Werden Verbrechen gegen LGBTIQ-Personen als „hate crimes“ geahndet oder kommen Täter von Übergriffen straflos davon?

  • Inwiefern spielt LGBTIQ eine Rolle auf regionaler Ebene? Welche Ziele verfolgen regionale Netzwerke mit welchem Erfolg? Woran ist die Einbindung von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität in die ASEAN-Deklaration für Menschenrechte gescheitert?

  • Wie sehen LGBTIQ-Personen in Südostasien die LGBTIQ-Bewegung und die gesetzliche Lage in den westlichen Ländern?

  1. Kulturelle Ausdrucksformen/Gegenkultur/Clubszene

  • Wie und wo finden Perspektiven von LGBTIQ-Personen und Forderungen der Bewegung Ausdruck in lokalen Kunst/Literatur/Film/Club-Szenen?

  • Werden Mitglieder der LGBTIQ-Community in den lokalen Medien dargestellt? Wie werden sie dort repräsentiert?

  • Gibt es Versuche, dominante Diskurse in Kunst und Kultur herauszufordern? Entstehen „parallele Welten“ und/oder geschützte Räume? Inwiefern sind diese global/transnational geprägt?

  1. Unkonventionelle Blickwinkel und spannende Themen, die wir nicht auf dem Schirm haben...

  • Gibt es alternative Blickwinkel auf die LGBTIQ-Szene/Bewegung/Community, die hier noch nicht erwähnt wurden?

  • Gibt es spannende Partikularitäten in einzelnen Ländern Südostasiens, oder gar länderübergreifende Entwicklungen?

Formatangaben

Maximale Zeichenzahl pro Seite (mit Leerzeichen): 1 Seite = 3.800, 2 Seiten = 6.900, 3 Seiten = 11.000.

Artikel sollten nicht länger als 3 Seiten und in einer genderneutralen Sprache verfasst sein. Die Zeichenanzahlen beinhalten die Überschrift, Zwischenüberschriften und ein Foto pro Seite.

Formatierungen

Keine, bzw. nur Absatzzeichen; Fußnoten und Anmerkungen als Fließtext, nicht als Fußnoten formatieren, max. 4 Literaturangaben.

Bilder

Bitte zum Artikel passende, qualitativ gute Fotos mit senden (etwa 300 dpi). Copyrightfragen klären und Bilder beschriften (Fotograf und Bildtitel).

Hier können Sie den kompletten CfP 1/2016 in Deutsch herunterladen.
Hier gibt es den Call for Papers 1/2016 in Englisch.

Redaktionsschluss ist der 01. Dezember 2015.

Kontakt:

Artikel: Christine Schuster, christineschuster3(at)gmx.de

Rezensionen: Marlene Weck, machitsude(at)gmail.com

Schlagworte: Interview, Politik, Menschenrechte, Gesellschaft, Gender