12.10.2018

Kohle, Palmöl und die Rechte indigener Menschen in Kalimantan

Im Oktober führt die Stiftung Asienhaus eine Tour mit drei Gästen aus Indonesien durch. Die Umweltaktivist*innen werden über Konflikte um Ressourcennutzung in Kalimantan berichten. Es werden Veranstaltungen in Köln und Freiburg organisiert. Daneben finden Treffen mit Forschenden an Universitäten sowie mit Vertreter*innen von NGOs statt.

Der Kohleabbau auf Borneo hat zahlreiche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt (Foto: A. Gullo).

Zu Gast sind Luthfi Bakthiar, Meta Septalisa und Marko Mahin.

Luthfi Bakthiar ist der Programmleiter bei Friends of the Earth Indonesia (WALHI). In seinen Vorträgen wird er über den Kohleabbau in Kalimantan informieren. Seine Kollegin Meta Septalisa, auch von Friends of the Earth Indonesia (WALHI), wird über den Palmölboom mit einem Fokus auf die Genderperspektive berichten. Dritter der geladenen Expert*innen ist Marko Mahin, der Direktor bei der Organisation Lambaga Studi Dayak 21 ist.  Er wird seinen Schwerpunkt auf  aktuelle Entwicklungen in Kalimantan mit Blick auf die Rechte Indigener legen.

Workshop in Passau und Veranstaltungen in Freiburg und Köln

Die Expert*innen aus Indonesien sind zunächst bei einem Workshop zum Thema „Coal, Minerals, and Energy in Southeast Asia and Beyond: Juggling Future Needs and Sustainability“, der vom 24. bis 26. Oktober 2018 an der Universität Passau stattfinden und von Dr. Kristina Großmann organisiert wird.

Bei den öffentlichen Veranstaltungen in Freiburg und Köln werden die Referent*innen aus Indonesien Einblicke in gegenwärtige Konflikte um Ressourcennutzung in Zentral-Kalimantan geben und mögliche Lösungsansätze vorstellen. Gemeinsam mit dem Publikum sollen Handlungsmöglichkeiten diskutiert werden.

Abholzung, Kohleabbau und Ölpalmplantagen

Kalimantan, der indonesische Teil Borneos, besitzt tropische Regenwälder mit einer einzigartigen Biodiversität. Er ist aber auch bekannt für großangelegte Ressourcenausbeutung durch Bergbau, Abholzung und Ölpalmplantagen.

Indonesien hat den zweitgrößten in Wäldern gespeicherten Kohlenstoffvorrat und gleichzeitig aber auch eine der weltweit höchsten Abholzungsquoten. Weiterhin produziert Indonesien das meiste Palmöl und ist der weltweit zweitgrößte Kohleexporteur. Kohle wird auch in erheblichem Ausmaß für die heimische Energieproduktion genutzt. Etwa drei Viertel der in Indonesien geförderten Kohle wird in Kalimantan gewonnen. Zugleich verachtfachte sich die Palmöl-Anbaufläche von 1995 bis 2017.

Landnahmen und Zerstörung von Ökosystemen

Die Expansion von Kohleminen und Ölpalmplantagen bringt nicht nur Umweltverschmutzung und die Zerstörung von Ökosystemen mit sich. Viele in Subsistenz lebende Bäuer*innen verlieren durch den Ressourcenabbau ihr Land und ihre Lebensgrundlage. Gleichzeitig ergeben sich für andere Bevölkerungsteile neue Beschäftigungsmöglichkeiten und einige Firmen investieren im Rahmen von Ausgleichszahlungen in Infrastrukturmaßnahmen, die von staatlicher Seite lange vernachlässigt wurden.

Zahlreiche Landkonflikte durch Kohleabbau und Ölpalmplantagen

Aus den vielen oft widersprüchlichen Interessenslagen und den gravierenden Folgeproblemen von Kohleabbau und Ölpalmplantagen resultieren regelmäßig Konflikte zwischen lokaler Bevölkerung, staatlichen Stellen und den beteiligten Firmen.

Über diese Themen und die komplexen Zusammenhänge werden die Referent*innen aus Indonesien informieren und sich mit Interessierten und Expert*innen aus Deutschland austauschen.

Termine:

29. Oktober, Freiburg (Veranstaltung an der Universität Freiburg)

  • In Freiburg wird es zwei Vorträge geben sowie die Vorführung eines kurzen Dokumentarfilms zu Palmöl in Indonesien und einen Parcours zu Palmölsiegeln.

30. Oktober, Köln (Veranstaltung in der Stiftung Asienhaus)

  • In Köln gibt es drei Vorträge der Referent*innen aus Indonesien.
Schlagworte: Indigen, Menschenrechtsverletzung, Indonesien, Bergbau