07.10.2020

Palmölindustrie: Spendenaufruf zur Solidarität mit entlassenen Arbeiter*innen

In Indonesien wurden Arbeiter*innen einer Palmöl-Plantage entlassen. Das Unternehmen beschuldigt sie den Coronavirus zu verbreiten, hat aber keine Beweise dafür. Die Entlassenen sind in einer Gewerkschaft engagiert, und hatten kurz zuvor gegen das Omnibusgesetz demonstriert. Die AG Ressourcen der Stiftung Asienhaus solidarisiert sich mit den Arbeiter*innen und ruft zu Spenden auf.

Die Arbeiter*innen wurden mit ihren Familien von der Firma aus den Häusern vertrieben und entlassen (Foto: Transnational Palm Oil Labour Solidarity (TPOLS)).

Mitten in der COVID-19-Krise wurden 37 Arbeiter*innen einer Palmöl-Plantage samt ihren Familien entlassen und vom Unternehmen "PT. Citra Agro Kencana" gewaltsam aus ihren Häusern im Plantagengebiet vertrieben. Sie arbeiteten auf einer Plantage in Ost-Kalimantan, Indonesien.

Das Unternehmen beschuldigte die Arbeiter*innen, mit dem Coronavirus infiziert zu sein und die Krankheit auf dem Plantagengelände weiter zu übertragen. Dieser Anschuldigung fehlt eine klare Grundlage, da die Firma keinerlei medizinische Beweise vorgelegt und Untersuchungen veranlasst hat.

Corona als Vorwand Gewerkschaftsmitglieder zu entlassen

Die Handlung des Unternehmens "PT. Citra Agro Kencana" ist ein deutlicher Versuch, die dort aktive Gewerkschaft zu zerschlagen. Bei den Entlassenen handelte es sich um Gewerkschaftsfunktionäre, die vor kurzem aktiv einen Protest gegen den Gesetzentwurf für das Omnibusgesetz organisiert hatten, sowie um Gewerkschaftsmitglieder, die an der Demonstration teilnahmen.

Unsere Kolleginnen und Kollegen in Indonesien brauchen unsere Unterstützung!

Gegenwärtig besetzen 37 der entlassenen Arbeiter*innen und ihre Familien das Büro des Provincial Manpower Office (Disnaker) in der Provinz Ost-Kalimantan. Sie möchten die indonesische Regierung dazu drängen in den Fall einzugreifen, um für Gerechtigkeit zu sorgen und die Rechte der Arbeiter*innen vom Unternehmen einzufordern. Die Gewerkschaft Serikat Pekerja Nasional (Nationale Arbeiter*innengewerkschaft) leistet derzeit Beistand und Rechtshilfe.

Solidarität mit den entlassenen Arbeiter*innen

Als Folge der Entlassung und Ausweisung haben die Arbeiter*innen derzeit kein Einkommen. Mittellos können sie ihren täglichen Bedarf an Nahrungsmittel nicht decken. Im Büro von Disnaker befinden sich die Familien der Arbeiterinnen und Arbeiter, darunter Mütter und Babys im Alter von 5 Monaten, in einem Mangelzustand. Es fehlt an Lebensmittel und Gütern des täglichen Bedarfs wie Hygieneartikel.

Eure Spende für die indonesischen Kolleg*innen in Not

Während unsere indonesische Kolleg*innen in Kalimantan lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel, darunter Reis und Babymilch, Kleidung und Hygieneartikel vor Ort einkaufen können, können wir von Europa aus die Bedürftigen mit einer Spende unterstützen.

Mit den Spenden können wir die Arbeiter*innen versorgen und die Güter des täglichen Bedarfs sowie Nahrungsmittel beschaffen.

Unterstützt die Familien der entlassenen Palmöl-Arbeiter*innen in Ost-Kalimantan hier mit einer Spende.

Wir möchten in den nächsten 2 Wochen die Arbeiter*innen in Not unterstützen.

Der Spendenbetreff ist: Palmöl-Solidaritätsfonds

Eine Aktion der AG Ressourcen der Stiftung Asienhaus.

Schlagworte: Gewerkschaften, Arbeitslosigkeit, Arbeiterinnen, Solidarität, Palmöl

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