21.11.2018

Presseschau: Die Junta rappt zurück

Kuratoriumsmitglied Nicola Glass berichtet in einem taz-Artikel über den thailändischen Rap-Song "Prathet Ku Mee", der zu einem durchschlagenden Erfolg wurde. Ein "Rap"-Video der Junta hingegen, als eine Art "Gegenoffensive" gedacht, mutet eher peinlich an.

Die Journalistin Nicola Glass ist Mitglied im Kuratorium der Stiftung Asienhaus.

Rap über die Probleme in Thailand

„Was mein Land ist", heißt der Song übersetzt. Und er stellt die seit Mai 2014 herrschende Militärjunta an den Pranger. Es geht um Machtmissbrauch, Vetternwirtschaft, soziale Ungleichheit und Unterdrückung der Meinungsfreiheit: „Das Land, das dir eine Knarre an die Kehle setzt“, wo „man die Klappe halten muss oder hinter Gittern landet“ – so lauten einige der Zeilen des Songs, der von der zehnköpfigen Rapgruppe "Rap against Dictatorship" geschrieben wurde.

Die thailändische Polizei versuchte das Lied zu zensieren und gegen die Musiker*innen vorzugehen, jedoch hatte sich das Video bereits viral im Internet verbreitet. Das Militärregime entschloss sich daher zu einer anderen Strategie: es hat als "Gegenoffensive" eine eigene Rap-Komposition veröffentlicht. Doch obwohl diese von mittlerweile über 4,6 Millionen Personen angeklickt wurde, erhielt sie wesentlich mehr Dislikes als Likes.

Eine neue Form des Protests?

Nicola Glass wirft die Idee in den Raum, dass "Rap Against Dictatorship" ein Vorreiter dafür sein könnte, eine neue Protestform in Thailand zu initiieren. Bislang sind öffentliche Demonstrationen gegen die Junta eher überschaubar und vereinzelt.

Falls Sie mehr darüber erfahren wollen, dann lesen Sie den kompletten Artikel hier: Nicola Glass - Die Junta rappt zurück.

Video "Rap against Dictatorship"

Schauen Sie sich den Rap-Song selbst an!

Video "Thailand 4.0"

Und hier das Gegenpropaganda-Video, das von der Militärjunta veröffentlicht wurde.

Schlagworte: Demokratie, Autoritarismus, Thailand

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