19.05.2020

Presseschau: Thailand zehn Jahre nach Niederschlagung von Protesten

Nicola Glass, freie Journalistin und Mitglied im Arbeitskreis Thailand der Stiftung Asienhaus, schreibt für die "Deutsche Welle" über den Jahrestag der Niederschlagung der Proteste der `Rothemden`-gegen die thailändische Regierung im Mai 2010.

Die Journalistin Nicola Glass war während der Proteste in Bangkok.

Vor 10 Jahren: Bürgerkriegsszenen in Bangkok

Die blutige Niederschlagung der Proteste gegen die thailändische Regierung im Mai 2010 ist bis heute nicht aufgearbeitet. Thailands parlamentarisch abgesegnete Militärführung hat daran auch kein Interesse. Lesen Sie hier den Artikel bei der Deutschen Welle.

Für die Stiftung Asienhaus blickt sie zurück.

Zehn Jahre später

Heute sind schon zehn Jahre vergangen, und trotzdem fühlt es sich wie gestern an: Am 19. Mai 2010 schlägt das thailändische Militär das Protest-Camp der 'Rothemden' in Ratchprasong brutal nieder. Dieser Tag kennzeichnet einen traurigen Moment; seit dem "Schwarzen Mai" im Jahre 1992 hatte es keine solch brutale Gewalt mehr in den Straßen Bangkoks gegeben. Auch die Auswirkungen auf die politische Landschaft Thailands sind langfristig.

Von April bis Mai 2010 gab es offiziellen Zahlen zufolge etwa 100 Tote und mehr als 200.000 Verletzte. Zu den Opfern gehörten Protestierende der 'Rothemden', beistehende Zuschauer*innen, ärztliches Personal und Journalist*innen, sowie Soldaten und Polizeikräfte. Leider ist Gerechtigkeit ungreifbarer denn je, denn seit dem Putsch von 2014 steht Thailand unter einer Militärherrschaft. Das Ablegen der Uniform allein macht aus Putschdurchführern und Generälen keine Zivilist*innen.

Wir halten die Opfer vom 19. Mai 2010 in Erinnerung und fordern Gerechtigkeit für jeden Einzelnen.

Nicola Glass

Schlagworte: Repression, Machtpolitik, Demokratie, Menschenrechte, Thailand