31.05.2019

Transnational Palm Oil Labour Solidarity – Gründung eines transnationalen Arbeiter*innen-Netzwerkes in der Palmölindustrie

Unter dem Titel „Strengthening Transnational Cooperation of Labour and Civil Society for Sustainability in the Palm Oil Industry“ fand vom 4. bis 7. April 2019 ein transnationaler Workshop im malaysischen Tawau in der Provinz Sabah statt.

Der dreitätige Workshop fand in Tawau in Malaysia statt.

Teilgenommen haben Vertreter*innen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften, Menschrechts- und Umweltorganisationen, sowie Arbeiter*innen aus der Palmölindustrie und Organisationen, die sich mit den Belangen von Arbeitsmigrant*innen befassen.

Etablierung eines transnationalen Netzwerkes

Die rund 50 Teilnehmer*innen aus Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Deutschland arbeiteten gemeinsam Wege der Etablierung eines transnationalen „Network of Labour“ aus, welches aus Perspektive der Arbeiter*innen Wege einer sozial und ökologisch nachhaltigeren Produktion von Palmöl erarbeiten soll.

Länderübergreifende Zusammenarbeit

Mit dem Workshop wurde die Grundlage für eine länderübergreifende Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Verbesserung der Position von Arbeiter*innen in der Palmölindustrie gelegt.

Ziel des Workshops war zum einen die transnationale Vernetzung von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Gruppen, die zu unterschiedlichen Themen wie Menschenrechten, Umwelt und Gender in der Palmölindustrie arbeiten, zum anderen die gemeinsame, systematische Ausarbeitung strategischer Module, anhand derer das neu gegründete Netzwerk Transnational Palm Oil Labour Solidarity Einfluss auf die Palmölindustrie nehmen kann.

Konzepte und Arbeitspläne wurden entwickelt

An drei Tagen wurden Konzepte und Arbeitspläne in den Bereichen transnationale Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen in Südostasien, Organisation von Arbeitsmigrant*innen, internationale Zusammenarbeit entlang der Palmölproduktionskette, Just Transition, Rechtsschutzstrategien sowie Gender und die Stärkung von Frauen in Führungspositionen im Netzwerk erarbeitet.

Hierzu diskutierten die Teilnehmer*innen zunächst Schlüsselthemen für eine soziale und ökologische Nachhaltigkeit in der Palmölindustrie sowie Stärken und Ressourcen der teilnehmenden Organisationen (bspw. Erfahrung in der Durchführung von Streiks, Protestaktionen und Kampagnen, Funding, Nutzung von Solidaritätsnetzwerken und Social Media, Kenntnis des Arbeitsrechts) bevor die jeweiligen Arbeitsgruppen konkretere Aktionspläne, Strategien und Implementierung konzipierten.

Zufriedene Teilnehmende in Tawau

„Vor allem die Rechte transnationaler Arbeitsmigrant*innen bleiben weitgehend unberücksichtigt in der Palmölindustrie. Mit dem nun etablierten Netzwerk haben wir die Möglichkeit, uns in unserer täglichen Arbeit gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam an der Stärkung ihrer Rechte zu arbeiten“, Maria Hingi (Serikat Buruh Migran Indonesia – NTT).

Neue Partnerschaften und Solidarität entstehen

Nach dem intensiven Workshop in Tawau war für alle Teilnehmenden der erste Erfolg bereits deutlich spürbar: die Vernetzung über nationale Grenzen hinweg, sowie der Kontakt zu unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Organisationen, Arbeiter*innen und Gewerkschafter*innen ließen neue Freundschaften und Partnerschaften entstehen und ermöglicht es, gemeinsam die Interessen von Arbeiter*innen in der Palmölindustrie stärker vertreten zu können.

Der vielversprechende Start des Netzwerks Transnational Palm Oil Labour Solidarity lässt auf eine produktive Zusammenarbeit hoffen.

Text von Sarah Richter (AG Ressourcen der Stiftung Asienhaus)

Die AG Ressourcen der Stiftung Asienhaus führt das Projekt Stärkung von Arbeiter*innen in der Produktionskette der Palmöl-Industrie durch.

Schlagworte: Ressourcen, Palmöl, NGO, Solidarität, Indonesien, Malaysia, Energie & Rohstoffe, Rohstoffe