18.10.2020

8. Asientag: Solidarität mit Asien in der Pandemie

Am 13. und 14. November 2020 findet der 8. Asientag statt, dieses Jahr zum ersten Mal als Online-Veranstaltung. Viele Workshops werden einen Bezug zur Corona-Pandemie haben, aber auch andere spannende Themen werden aufgegriffen. Hinzu haben wir spannende Diskussionsrunden geplant. Die Stiftung Asienhaus, das philippinenbüro und der Korea-Verband laden herzlich zum digitalen Austausch im November ein.

Das Coronavirus verdeutlicht die Ungerechtigkeiten der globalen Ordnung. Die Pandemie vergrößert die weltweite Kluft zwischen Arm und Reich. Sie offenbart, wie Staaten und Gesellschaften mit Freiheitsrechten und sozialen Minderheiten umgehen. So setzen autoritäre Regierungen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus als Repressionsinstrumente gegen die eigene Bevölkerung ein. Dies hat gravierende Folgen für die Zivilgesellschaft.

Es braucht eine wachsame und solidarische internationale Zivilgesellschaft, die strukturelle Veränderungen im Leben der Menschen in Asien während der Corona-Pandemie im Blick hat. Jede*r Einzelne ist dem Virus unterschiedlich ausgesetzt, abhängig von Klasse, Herkunft, Race oder Geschlecht. Gleichzeitig muss die jetzige Situation als möglicher Wendepunkt genutzt werden, um die globale Ordnung zu verändern und menschen-, sozial- und umweltgerechter zu machen.

So stehen auf dem Programm des diesjährigen virtuellen Asientages Themen mit direktem Bezug zur Corona-Pandemie. Daneben gibt es aber auch Themen, die die bereits bestehenden globalen Hierarchien zwischen und in Staaten sowie Gesellschaften mit Blick nach Asien aufgreifen: Corona in AsienGender, (Care-)Arbeit und Gewalt in Corona-ZeitenChina und Deutschland in der EntwicklungszusammenarbeitKlimagerechtigkeit lernen!MikrokreditePhilippinen und ThailandWahrheit, Gerechtigkeit und Frieden? und „WIR“ in der Corona Pandemie.

Wir laden Sie / Euch herzlich ein, an den Live-Diskussionen und virtuellen Workshops teilzunehmen.

Monika Schlicher (Stiftung Asienhaus), Mirjam Overhoff (philippinenbüro e.V.) und Nataly Jung-Hwa Han (Korea-Verband)

  • Wann & Wo?:
    13. November 2020 17:45 Uhr bis 20:00 Uhr, Online
    14. November 2020 10:00 Uhr bis 16:45 Uhr, Online
  • Anmelden:
    Die Anmeldung für den 8. Asientag erfolgt personalisiert und für jede Veranstaltung einzeln ausschließlich online. Bitte nutzen Sie dazu die Links zu den Registrierungsseiten der Plattform Zoom. Wir empfehlen die aktuellste Version eines Zoom-Clients über das Zoom Download Center vor der Teilnahme zu installieren.
  • Bei Fragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an asientag(at)asienhaus.de oder per Telefon unter +49-221-71612113 an die Stiftung Asienhaus.

Hier geht es zum Programm des 8. Asientags

Freitag, 13. November 2020

Eröffnung 17:45-18:00 Uhr, Live-Diskussion 18:00–20:00 Uhr

Corona in Asien: Menschenrechtsverletzungen im Schatten der Pandemie-Bekämpfung

Staaten auf der ganzen Welt greifen zu Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzugrenzen. Dabei schränken sie Grundrechte ein. Regierungen instrumentalisieren jedoch diese Maßnahmen, um kritische Stimmen zu kontrollieren oder zum Verstummen zu bringen und den Diskurs über den Umgang mit dem Virus zu steuern. Dadurch hat sich die Menschenrechtslage vielerorts dramatisch verschlechtert. Zivilgesellschaftliche Organisationen schlagen Alarm. Sie entwickeln Gegenstrategien und bilden Allianzen. Zusammen mit Menschenrechts- und Zivilgesellschaftsexpert*innen diskutieren wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Politik und zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume in Asien. Wie steht es um anhaltende Protestbewegungen? Wie kann die deutsche Bundesregierung Verantwortung zeigen?

Katja Drinhausen (MERICS), Johannes Icking (Brot für die Welt), Bärbel Kofler (Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt), Wolfram Schaffar (Universität Tübingen). Moderation: Theo Rathgeber (Adivasi-Koordination)

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Samstag, 14. November 2020

Workshops I 10:00-11:00 Uhr

Gender, (Care-)Arbeit und Gewalt in Corona-Zeiten

Daten aus vielen Ländern belegen, dass Männer stärker von COVID-19 betroffen sind, aber Frauen in der Folge der Pandemie häufiger unter Job- und Einkommensverlust, sexualisierter Gewalt, medizinischer Vernachlässigung und Menschenhandel leiden. Überall nimmt ihre unbezahlte Sorgearbeit zu. Die Pandemie verschärft soziale Ungleichheiten und führt zu einer Stärkung traditioneller Geschlechterrollen. Autoritäre Regierungen benutzen die Pandemie für Notstandsmaßnahmen und –gesetze, aber auch für die Ausbeutung un- und unterbezahlter Pflegearbeit. In besonders prekäre Situationen geraten migrantische Arbeiter*innen.

Karin Döhne (Nepal-Dialogforum), Elnora Held (Gabriela), Kartika Manurung (FBLP Trade Union – Inter-Factory Workers‘ Federation). Moderation: Christa Wichterich (Stiftung Asienhaus)

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China und Deutschland in der Entwicklungszusammenarbeit: Vergangenheit und Zukunft

In der Entwicklungszusammenarbeit hat sich Chinas Rolle global gewandelt – vom Empfängerland westlicher Unterstützung zu einem wichtigen Geberstaat in Afrika, Asien und Lateinamerika. 2014 begannen Deutschland und China eine strategische Partnerschaft zu pflegen. Damit änderte sich die Beziehung der Länder grundsätzlich. Wie schlägt sich dieser Wandel in der Entwicklungszusammenarbeit nieder? Welche Entwicklungen lassen sich seit der Etablierung der chinesischen Entwicklungsbehörde CIDCA beobachten? Wie wird mit China, einem selbsterklärten „Entwicklungsland“, als Geber in der globalen Entwicklungspolitik umgegangen? Welche Perspektiven gibt es für deutsch-chinesische Kooperationen?

N.N., Andreas Fuchs (Universität Göttingen), Anja Weckwert (giz). Moderation: Christian Straube (Stiftung Asienhaus)

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Workshops II 11:30-12:30 Uhr

Klimagerechtigkeit lernen!

Klimagerechtigkeit ist spätestens seit „Fridays for Future“ weltweit und auch in Deutschland in vieler Munde. Es geht um Kohleausstieg, erneuerbare Energien und um den Systemwandel. Aber wer kommt in diesen Diskussionen zur Klimagerechtigkeit zu Wort? Mit welchen Klimafolgen haben Menschen im globalen Süden jetzt schon zu kämpfen und von welchen ihrer Initiativen können wir etwas lernen? Wie kann ein gemeinsamer Kampf für Klimagerechtigkeit gelingen?

Olga Basnet (North East India Forum), Karin Louise Hermes (Humboldt-Universität zu Berlin), Kyi Phyo (Myanmar Energy and Ecology Net). Moderation: Christina Grein (Stiftung Asienhaus) und Mirjam Overhoff (philippinenbüro e.V.)

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Mikrokredite: Chance oder Schuldenfalle?

Mit einem kleinen Kredit eine eigene Existenz aufbauen, Armut lindern und dabei die Rolle der Frauen stärken. So klingen die Versprechen der Mikrofinanzbranche. Aber die Realität „finanzieller Inklusion“ sieht oft anders aus: Verschuldung, Landverlust, Menschenrechtsverletzungen, während Finanzinstitute gut an den Mikrokrediten verdienen. Mit Beispielen aus der Praxis, insbesondere Kambodscha, beleuchten und hinterfragen wir gängige Praxen der Mikrokreditvergabe.

Sophia Cramer (Universität Tübingen und Luzern), Mathias Pfeifer (FIAN Deutschland). Moderation: Raphael Göpel (Stiftung Asienhaus)

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Workshops III 13:30-14:30 Uhr

Politische Morde und Verschwindenlassen

Wenn Menschen unter repressiven Regierungen verschwunden gelassen werden, trifft es oft Oppositionelle, Menschenrechtsverteidiger* innen und Aktivist*innen, aber auch unpolitische Personen. Wo Opfer verschwunden gelassen und Täter namenlos bleiben, fällt die private und gesellschaftliche Aufarbeitung schwer. Was sind die Mechanismen des Verschwinden-lassens? Was sind die konkreten Folgen für Staat, Gesellschaft und Angehörige?

Christina Keppel (Aktionsbündnis Menschenrechte Philippinen), Theo Rathgeber (Adivasi-Koordination), Praphakorn Wongratanawin (Stiftung Asienhaus). Moderation: Nicola Glass (Journalistin)

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Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden? Erfahrungen und Herausforderungen in Nepal und Timor-Leste

Die Prozesse zur Aufarbeitung der Vergangenheit nach den bewaffneten Konflikten in Nepal und Timor-Leste sind von hohen Erwartungen, einigen Rückschlägen und kontroversen Diskussionen geprägt. Betroffene und ihre Unterstützer*innen müssen sich dabei mit schwer zu lösenden Dilemmata auseinandersetzen. Mit Video-Beiträgen von lokalen Organisationen zu aktuellen Herausforderungen.

Birgit Felleisen (Nepal-Dialogforum), Monika Schlicher (Stiftung Asienhaus). Moderation: Anne Krahnstöver (philippnenbüro e.V.)

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Live-Diskussion 15:00-16:30 Uhr, Schlusswort 16:30-16:45 Uhr

„WIR“ in der Corona-Pandemie

In Alltagssituationen, im akademischen Rahmen und nicht zuletzt in der Medienberichterstattung zum Coronavirus sind People of Color mit asiatischen Wurzeln Rassismus ausgesetzt. Dabei werden ihnen konstruierte eurozentristische Bilder zugeschrieben. Diese Bilder verhindern einen Perspektivwechsel und machen selbstkritische Lernprozesse schwierig, z. B. wie Politik und Gesellschaft gemeinsam und erfolgreich ein Virus bewältigen können. Wir fragen nach diesen rassistischen Bildern, nach ihrer Rolle in den Medien und ihrer (Re)Produktion in der Gesellschaft. Denn wir wollen uns kritisch mit Weißsein und der Sicht auf Asien und seine Menschen auseinandersetzen, um Solidaritäten auf- und auszubauen.

Rosa Cordillera A. Castillo (Humboldt-Universität zu Berlin), Yu Liya (Columbia University), N.N. (Korea-Verband). Moderation: Nataly Jung-Hwa Han (Korea-Verband)

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Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung bei

 

 

Engagement Global im Auftrag des

 

 

Eine gemeinsame Veranstaltung von Stiftung Asienhaus, philippinenbüro e.V. und Korea-Verband.

Schlagworte: Asien, Asientag

Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven