10.11.2014

Call for Papers zur südostasien 1/2015 Die EU-Handels- und Investitionspolitik in Südostasien

Weltweit sind zahlreiche Freihandelsabkommen bereits abgeschlossen oder befinden sich in Verhandlungen. Ein immer dichteres Netz an bilateralen Freihandelsabkommen umspannt dabei auch Asien und zementiert eine Liberalisierungs- und Privatisierungspolitik. Die bilateralen Abkommen beinhalten neben weitreichendem Zollabbau und Investitionsschutzabkommen auch die Liberalisierung von Investitionen, Dienstleistungen und des öffentlichen Beschaffungswesens. So wird es für Regierungen immer schwieriger, die öffentliche Daseinsvorsorge, Umweltschutz oder Energieversorgung politisch zu gestalten. Was kann das für Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in Südostasien bedeuten? Welche Mechanismen und Logiken stehen dahinter, mit welchen Auswirkungen sehen wir uns möglicherweise konfrontiert?

Seit vielen Jahren verhandelt und beschließt die Europäische Union bilaterale und regionale Handelsabkommen. Deren negative Auswirkungen waren bisher überwiegend im globalen Süden zu beklagen.
Im Zuge der aktuellen Verhandlungen über ein umfassendes Handelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) wachsen Interesse und Kritik auch innerhalb der EU. Plötzlich müssen die Verbraucher/innen in Europa befürchten, dass die negativen Folgen der Freihandelspolitik nicht nur irgendwo in der "Dritten Welt" auftreten, sondern auch hier bei uns.

Das kommende Heft soll die breite Aufmerksamkeit, die durch TTIP, CETA und TISA entstanden ist, auf die Situation in Südostasien lenken, Informationen nutzbar machen für die Diskussionen hier und dort, Hilfestellung bei der Einschätzung der Auswirkungen liefern, Ansätze für Gegenstrategien und des Umgangs in Zivilgesellschaften, sozialen Bewegungen, Institutionen und Organisationen in Asien angesichts der laufenden Verhandlungen und ihrer Problematik vorstellen und Beispiele und Argumente liefern, um die Freihandelsideologie in Frage zu stellen.
Dabei geht es sowohl um Handelsfragen als auch um Investorenschutz (ISDS, usw.), die eng verknüpft, wenn nicht integriert sind.
Ein Schwerpunkt sollten dabei die zivilgesellschaftlichen usw. Aktivitäten, Positionen, Diskussionen, Strategien und politischen Gestaltungsmöglichkeiten sowie alternative Perspektiven sein.

Artikel sollten entweder eine Seite (bis 3,800 Zeichen inklusive Leerzeichen), zwei Seiten (bis 6,900 Zeichen) oder drei Seiten (bis 11,000 Zeichen) lang sein (am besten immer mit Fotos). Empirisches Material (Interviews, Gruppendiskussionen, Befragungen und auch Fotos) sind besonders erwünscht.
Redaktionsschluss ist der 30.12.2014
Kontakt: jan.pingel(at)asienhaus.de

Hier können Sie den kompletten CfP in Deutsch und Englisch herunterladen:

Schlagworte: Weltwirtschaft, Handel, Gesellschaft