Monolog oder Dialog? Perspektiven auf Entwicklung und Zusammenarbeit, Eurozentrismus und Solidarität

Die Machthierarchien in Entwicklung und Zusammenarbeit haben ihre Wurzeln in der ,zivilisatorischen‘ Mission der Kolonialzeit, welche bereits seit dem ersten Auftreten von Aktivist:innen und dekolonialen Bewegungen kritisiert wird. Wie können die in Bildern, Überzeugungen und Praktiken nachwirkenden Gewaltstrukturen der Kolonialzeit kritisch reflektiert und im Rahmen einer neuen Zusammenarbeit transformiert werden? In unserer neuen Broschüre setzen wir, die Stiftung Asienhaus und das philippinenbüro, uns mit diesen Fragen auseinander.

Seit Jahrhunderten verfolgt der Globale Norden seine ganz eigenen Interessen durch ‚Entwicklungszusammenarbeit‘. Dabei soll sie eigentlich den Menschen im Globalen Süden ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben ohne materielle Not ermöglichen, Armut beseitigen sowie Menschenrechte, Rechtstaatlichkeit und Demokratie fördern.

Die entwicklungspolitische Arbeit von deutschen Nichtregierungsorganisationen zu den Ländern Asiens ist von der kolonialen Vergangenheit, den Widerstands- und Befreiungskämpfen der Gesellschaften Asiens sowie der Kontinuität politischer und wirtschaftlicher Dominanzstrukturen in der post-kolonialen Gegenwart geprägt. Lange schon streben Nichtregierungsorganisationen und andere Akteur:innen der staatlichen und nicht-staatlichen Entwicklungszusammenarbeit nach mehr Gleichberechtigung, nach einer Kommunikation und Kooperation auf Augenhöhe. Ein grundsätzlicher Wandel blieb jedoch bisher aus.

Wie ist eine Gleichberechtigung in der praktischen Zusammenarbeit unter dem Einfluss bestehender politischer und wirtschaftlicher Machthierarchien möglich? An welchen Stellen stehen uns koloniale Kontinuitäten und Dominanzstrukturen in Nord-Süd und Süd-Nord Beziehungen im Weg zum Verbündetsein? Wie kann internationale Solidarität durch Räume für Stimmen aus dem Globalen Süden oder aus den asiatischen Diaspora in Deutschland neu gedacht werden? Welche Rolle spielt dabei Rassismus und Kritisches Weißsein?

Wir, Engagierte in der Zivilgesellschaft und in Organisationen, sind gefordert in unserer Arbeit ein Umdenken zu fördern. Ebenso wie auf dem 9. Asientag im November 2021 haben wir in der vorliegenden Broschüre Länderperspektiven aus Asien und Europa zusammengetragen. Wir wollen zu einem kritischen Blick auf die eigene ‚entwicklungspolitische‘ Position einladen, um eurozentristische Perspektiven zu reflektieren und Machtverhältnisse aufzubrechen. Auch viele andere Akteur:innen in der Entwicklungszusammenarbeit tun dies derzeit, daher war die Suche nach Autor:innen für Beiträge zu unserer Broschüre sehr herausfordernd. Wir freuen uns, dass wir dennoch eine spannende Sammlung zusammenstellen konnten.

Diese Publikation kann über das Asienhaus bestellt werden:

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Sprache: deutsch
Schlagworte: Diaspora, Postkolonialismus, Rassismus, Entwicklungszusammenarbeit, Solidarität, Dekolonisierung

Termine

17.09.2022 | Alte Feuerwache, Köln

Corona in Asien: Zivilgesellschaftliche Länderperspektiven

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