13.10.2019

Ajuda atu estuda (AAE) – Unterstützung zum Lernen: 10 Jahre Stipendienprogramm für Studierende in Timor-Leste

An einem Sonntagmorgen füllte sich in Dili die Aula der Menschenrechtsorganisation HAK: Stipendiat*innen, Mitglieder der Kommission in Timor-Leste, Alumni und Vertreterinnen der Stiftung Asienhaus, insgesamt 28 Teilnehmer*innen kamen zur Generalversammlung des AAE Programms am 8. September 2019 zusammen.

Ein Gruppenfoto darf nicht fehlen - Retratu ho grupu asembleia geral kompletu © Maria Tschanz

 

„Mit umgerechnet 70.000 US Dollar Spendengeldern aus Deutschland konnten bisher etwa 100 junge Timores*innen wenn möglich bis zur Graduierung unterstützt werden.“ Das war das Fazit von Alfons Schabarum, der das Ajuda atu Estuda Programm vor 10 Jahren ins Leben gerufen hatte. Bedürftige Studierende in Timor-Leste erhalten eine Beihilfe zur Deckung der Studiengebühren. „Mit dem Programm leisten wir über die Realisierung beruflicher Perspektiven einen Beitrag zur Entwicklung des Landes.“ Bis Mitte 2018, bis zu ihrer Auflösung, verwaltete die DOTG das Programm auf deutscher Seite, seither hat die Stiftung Asienhaus diese Aufgabe übernommen.

Viele der Teilnehmenden an der Versammlung trafen sich zum ersten Mal. Zum Einstieg wurde ein Netz geknüpft, um sich vorzustellen. Die Übung verdeutlichte, dass alle, die an dem Stipendienprogramm mitwirken – egal ob in Timor-Leste oder in Deutschland -, miteinander verbunden sind.

Erfreulicherweise erhalten Adilsonio da Costa und Zelia Guterres, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kommission engagieren, weitere Unterstützung durch Mericio Jeronimo und Pascoal Guterres. Alle vier sind ehemalige Stipendiat*innen! Besonderer Dank wurde dieser Kommission für die Organisation aller Aktivitäten ausgesprochen: von der Auswahl und Aufnahme, über die Begleitung der Stipendiat*innen, bis hin zur Abrechnung.

Alfons Schabarum reflektierte mit Fotos die vergangenen 10 Jahre des Programms in einem lebendigen Vortrag. Er zeigte auf, wie junge Menschen aus einer ursprünglichen Notsituation ihr Studium beenden konnten. Zum Beispiel arbeiten einige von ihnen heute als Lehrer*innen an Schulen, drei als Dozent*innen an privaten Universitäten, einer ist Bürgermeister. Dass bislang nicht alle eine erfolgreiche Berufslaufbahn einschlagen konnten, ist der katastrophalen Arbeitsmarktsituation im Lande zuzuschreiben.

Monika Schlicher (Stiftung Asienhaus) vermittelte in ihrem Vortrag ein breites Bild der Solidaritätsarbeit zu Timor-Leste in Deutschland während des Widerstandes bis heute. Sie stellte die Arbeit der Stiftung allgemein, aber im besonderen zu Timor-Leste vor. Dabei ging sie auf die Rolle und den Beitrag der Stiftung Asienhaus im Rahmen des Stipendienprogramms ein.

Ehemalige Stipendiat*innen berichteten über die Veränderungen in ihrem Leben, die durch die damalige Studienunterstützung möglich wurden. Spannend war für alle zu hören, wo sie heute in ihrem Leben auch beruflich stehen. Zuletzt gaben sie noch einige hilfreiche Hinweise an die Stipendiat*innen wie aus ihrer Erfahrung heraus auch schwierige Lebenssituationen familiärer oder wirtschaftlicher Natur zu überwinden sind. Viele der Stipendiat*innen regten an, künftig regelmäßig einen Erfahrungsaustausch mit den Ehemaligen zu ermöglichen.

Gleichzeitig richteten sie nochmals ihren Dank an die Menschen in Deutschland für die Unterstützung zu ihrem Studium. Für die Arbeitsgruppe Stipendienprogramm AAE in Köln heißt es also, weiterhin die jungen Leute in Timor-Leste nach Kräften zu unterstützen und immer wieder neue Spender*innen zu gewinnen.

Die geplante gegenseitige Aufnahme von Porträtfotos für die Homepage endete in einer großen Fotosession!