15.07.2020

Call for Paper südostasien 4/2020: Diaspora – Community beyond borders

Kriege, Flucht, Ressourcenknappheit, (Arbeits-)Migration, Familienzusammenführung: Diese Motive und noch viele mehr können Menschen dazu bewegen, sich für ein neues Leben außerhalb ihrer Heimat zu entscheiden. Die Beweggründe und Hoffnungen hinter der Migration sind vielfältig.

Rolltreppen in der Bencoolen Metro Station in Singapur © Octavian Ferry, Flickr (CC-BY-NC-ND 2.0)

Im Jahr 2017 lebten weltweit 258 Millionen Menschen in Staaten, in denen sie nicht geboren worden sind. Darin noch nicht erfasst sind Nachkommen von Emigrierten, die mit dem Heimatland der Eltern eine Verbindung haben. Weltweit finden sich Menschen gleicher Herkunft in Gruppen wieder zusammen und bilden Diaspora-Gemeinschaften, seien es Filipin@s in Köln oder Thailänder*innen in Paris, um der Heimat gemeinsam näher zu sein.

Doch was verbirgt sich hinter Diaspora? Wie bilden sich Diasporagemeinschaften und warum suchen Menschen in der Fremde den Kontakt zu Gemeinschaften ihrer Herkunft? Das Wort Diaspora stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „zerstreut sein“. Es beschreibt zugleich ein Gefühl der Gemeinschaft in der Fremde. Der Begriff bezieht sich sowohl auf das Gebiet, in dem eine konfessionelle oder ethnische Minderheit lebt, als auch auf diese Minderheitsgemeinschaften an sich. Die Diaspora verbindet die gemeinsame Herkunft der Vorfahren, ein Gruppenbewusstsein und ihre Verbindung sowohl mit ihrem Herkunftsland als auch mit Mitgliedern der Diaspora in anderen Ländern. Innerhalb von Südostasien gibt es viele verschiedene Diasporagruppen. Zugleich existieren auf der ganzen Welt Diasporagemeinschaften der Länder Südostasiens.

Menschen (in) der Diaspora bringen ihre Expertise in die Ankunftsländer mit, ihre Kultur, Essen und Sprache, ihre Wertesysteme. Es entsteht dabei ein komplexes Geflecht an ökonomischer, politischer, gesellschaftlicher und sozialer Einflussnahme sowohl ‚in der Fremde‘, als auch in ‚der Heimat‘. Die Diaspora steht oft in enger Verbindung zu den daheim gelassenen Familien, Freund*innen und Gesellschaften. Sie senden zum Beispiel Geld an Menschen in der Heimat, initiieren Entwicklungsmaßnahmen und Förderprogramme und führen Spendenaktionen durch.

Des Weiteren bilden sich in Diasporagemeinschaften Konflikte und gesellschaftliche Spaltungen ihrer Heimatländer ab. Zudem können durch Diasporanetzwerke neue Konflikte entstehen oder bestehende verschärft werden. Die Diaspora kann dabei sowohl friedensfördernd wie auch konfliktverschärfend wirken.

Zwischen all diesen Funktionen und Verantwortungen stellen sich den in der Diaspora lebenden Menschen existenzielle Fragen: Was ist denn überhaupt Heimat? Was ist fremd? Was bedeutet Identität und was erhalte ich mir in der Fremde?

Häufig sind große und traditionelle Diasporagemeinschaften über mehrere Generationen gewachsen. Sie bieten Menschen im Ankunftsland/Exil einen Anlaufpunkt und die Möglichkeit, die Verbindung zu ihrer Heimat zu erhalten und weiterhin am dortigen Geschehen teilzunehmen. Das Wirken von Diasporagemeinden hat erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ihrer Heimatländer. Oft stehen sie in ihren Ankunftsländern Problemen wie Diskriminierungen, Verantwortung für das Herkunftsland, drohender Entwurzelung und neuen Konflikten gegenüber.

All diesen Dimensionen vom Leben in der Diaspora möchten wir uns in dieser Ausgabe der südostasien widmen. Unser Ziel ist es, ein möglichst breit gefächertes Bild der Diaspora in und aus Südostasien zu zeichnen. Dafür sind verschiedenste Formate möglich, wie Reportagen, Hintergrundberichte, Analysen, Portraits von Akteur*innen, Interviews oder auch Foto-Essays.

Call for Paper als PDF – südostasien 4/2020: Diaspora – Community beyond borders

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Deadline für Artikel (max. 10.000 Zeichen) ist der 1. Oktober 2020 (in Einzelfällen und nach Absprache mit der Redaktion ist ggf. auch eine spätere Deadline möglich). Bitte vorab ein kurzes Abstract (max. 1.000 Zeichen) an die Redaktion einreichen.

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Schlagworte: Diaspora, Flucht, Arbeitsmigration, Migrant*innen

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